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Abborre    164

Seit dem Jahr 2011 fische ich auch von Angelkajaks aus. Über Facebook lernte ich Sven Halletz kennen, welcher ein begnadeter Kajakangler und Redakteur der Zeitschrift ESOX ist. Im Frühjahr 2016 machte ich einen "blöden Spruch" gegenüber ihm. Das hatte zur Folge, dass er mich zu sich nach Mecklenburg Vorpommern zum Fischen eingeladen hat. Ende Oktober 2016 nahm ich die 1'000 Kilometer unter die Räder. Durch seinen Kollegen Fred Kotowski (Angeltouren Plauersee) wurde ich in der Fischerei und Räucherei in Altschwerin, in einer Ferienwohnung einquartiert.

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Direkt am Ufer vom Plauersee. Ein kleiner privater Sandstrand war gerade passend, um das Kajak am See zu stationieren.

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Während in der Woche vor meiner Anreise eine stabile Hochlage das Wetter prägte, fiel der Barometer nach meiner Ankunft ins Bodenlose. Heftiger Sturmwind und quer kommender Regen war die Begleiter der nächsten Tage.  Mit Fred unternahm ich den ersten gemeinsamen Fischertag. Gemeinsam fuhren wir mit unseren Tretkajaks von Native Watercraft hinaus.

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Zuerst eine grössere Runde schleppen. Das Wetter hat den Fischen den Appetit komplett verschlagen. Nur ein grösserer Fisch hinterliess auf meinem geschleppten 30 cm Gummifisch ein tiefes und ein paar kleinere Löcher. Fred war der Meinung, es müsste sich um einen grösseren Zander gehandelt haben. Pech gehabt. Danach probierten wir es an einer tieferen Stelle mit kleinen Gummifischen auf die Barsche am Grund. Die Fische bissen immer nur in den Schwanz der Gummifische und ruinierten etliche davon. Dank des Stingers konnte ich dann doch noch ein paar Barsche landen. Wegen des Wetters brachen wir unsere Angeltour früher ab, als geplant.

Am nächsten Tag hatte ich mich mit Sven verabredet. Aufgrund des Sturmtiefs vereinbarten wir, wir gehen auf einen speziellen See angeln. Den Namen kenne ich nicht einmal. Jedoch gehört er zum beangelbaren Gewässer der Müritzfischer und somit zu deren Patent. Ein See mit einer Wassertiefe zwischen 30 cm und 100 cm, aber ca. 1 Hektar gross, sollte es werden. Es würde keinen direkten Zugang zum Ufer dieses Sees geben, alles sei mit Schilf zugewachsen. Praktisch niemand würde diesen See beangeln, ausser ein paar verrückte Kajakangler. So war ich gespannt was mich erwarten würde? So fuhr ich Sven mit dem Auto hinterher, am Schluss durch Wald- und Feldwege bis der Weg an einem Wassergraben endete.

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Hier hiess es die Kajaks vom Dach runter zu nehmen, ausrüsten und zu Wasser lassen. Danach ging es gefühlte zwei Kilometer durch einen etwa 30 cm tiefen Wassergraben, grössere Flächen waren mit Kraut zugewuchert. Die Pflanzen von links und rechts verengten den Graben immer wieder. Mit Aussteigen und schieben war nichts. Alles Mohr und Sumpf. Ich fühlte mich wie ein Ami im Dschungel von Vietnam.

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Ich im Dickicht.jpg

Jetzt war mir klar warum niemand hier fischen will oder kann. Den Zugang zum See muss man kennen und ausserdem geht hier ohne Kajak gar nichs! Hier ist König, wer ein Kajak sein Eigentum nennen kann. Plötzlich öffnete sich der Zugang zum See vor uns. Sven nahm seine Rute und machte den ersten Wurf, "Biss" und ein paar Augenblicke später ist er ausgestiegen. Dann stundenlange Beissflaute, dafür klatsche uns der Regen quer ins Gesicht. Wie beruhigend ist da die Aussage von Sven: "Normalerweise beisst hier ein Hecht nach dem Anderen, da hier niemand ausser mir angelt und ich komme maximal zweimal im Jahr hierher." Super und logischerweise, gerade wenn ich hier zu Gast bin, bricht das Wetter zusammen und es herrscht Beissflaute. Kurz vor dem Eindunkeln öffnete sich ein ganz kurzes Beissfenster und tatsächlich bissen mehrere Hechte nacheinander.

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Mit Hecht.jpg

So schnell wie die Bisse kamen, so schnell war es wieder vorbei. Die Zeit war gekommen, um uns durch den Wassergraben wieder zurück zum Auto zu kämpfen. Es war ein ganz spezielles Angelerlebnis, welches mir Sven ermöglicht hat. Ich habe ihm versprochen wieder zu kommen. Er hat mir versprochen, dass sie in der Gegend noch viele solcher "nicht zugänglichen Seen" hätten. 

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bearbeitet von Abborre
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boilie    4

Das sieht wirklich gut aus und erinnert mich an letzten Jahr, da war ich mit meinem Vater auf einem Angelurlaub in Kiel. Ist nicht ganz Mecklemburg-Vorpommern, aber immerhin fast. Die Gegend sieht den Bildern sehr ähnlich:) Er wollte schon immer Mal an der Ostsee angeln und da habe ich ihm diesen Wunsch vergangene Weihnachten endlich mal erfüllt. Es war nur ein zweitägiger Ausflug, aber es hat sich definitiv gelohnt. Habe uns damals einfach über diesen Anbieter einen Städtetrip gebucht. Bisher hatte ich in Sachen Weihnachtsgeschenke für Eltern immer ein schlechtes Händchen, aber darüber hat er sich sehr gefreut:) Anschließend habe ich noch ein Boot gemietet in dem wir dann auf der Förde einen ganzen Tag lang geangelt haben, nur kurz zum Mittagessen haben wir mal angelegt.

bearbeitet von boilie

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