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barsch horst

Grischa-Bern-Connection '16

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barsch horst    217

Alle Jahre wieder... Dieses Jahr hinken wir wie die holzbeinigen Piraten etwas hinten rein mit der Berichterstattung. Egal. Was bisher geschah:

Zuerst war da Grischafarion aka Cousin D. der zufälligerweise am 16. März einen Termin in der Hauptstadt hatte und entsprechend seine Bergresidenz mit unserem Sofa austauschte. Lustigerweise hatte er auch noch Zeit, um kurz an der Aare eine meiner Ruten zu schwingen. Dass er mir dabei mit dem geliehenen Material auch gleich noch die Hose runterliess, sollte hier eigentlich unerwähnt bleiben... 1,5h Schneetreiben, eine untermässige Fario für den Wahlbündner und minus 2 Wobbler für mich. Fängt ja gut an.

Bei Gelegenheit werde ich niederschreiben, wie zwei Blutsverwandte morgens um verdammt früh das Haus verliessen und einer der beiden dabei so was von seiner Linie ab- und dabei ordentlich auf den Barsch kommt. Bis bald...

Euer Horst aka Cousin R.

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barsch horst    217

Auf den Barsch gekommen, oder so...

Es brauchte nicht lange um unseren Wahlbündner davon zu überzeugen, dass wir die Fliessgewässer des BEO's besser umgehen und meinem Lieblingssee einen Besuch abzustatten. Der Wecker nervte früh. So früh schon Kaffee trinken? Geht, eklig, aber geht. (Bezogen auf was mich zwei Hände voll Tage später im Grischaland erwarten würde, war das schon fast ausschlafen. Aber dazu im nächsten Post) Bewaffnet mit Kühltasche, Gummiflitschen und Sonnencreme stiegen wir noch in voller Dunkelheit in den Wagen und setzten ins Seeland über. Ziel: Barsch. Barsch flach, Barsch tief, Barsch gross, Barsch filtetiert, Barsch gebraten.

Erste Sonnenstrahlen geleiteten uns  auf den spiegelglatten See. Spot Nr. 1, kurz nach Sonnenaufgang in Hüfttiefem Wasser. Die Oberfläche wird durch fliegende Kleinfische aufgekocht. Da muss Barsch sein. Da muss der Köder hin: et voilà!

grischafario fischt fremd.JPG 

Und so weiter und so fort... Nirgends hat's massig Fisch, aber an jedem Spot zeigen die Barsche Interesse. Geangelt wurde fast ausschliesslich mit Carolina im Flachwasser. Jigköpfe kamen in Wassertiefen über ~6m, also ausserhalb der Krautzone, zum Einsatz. Spannend war, entweder trafen wir an einem Spot einzelne, schöne Fische oder dann eher viele Kleine. 

morning glory.JPG

Gegen Mittag befischten wir dann eine steile Kante. Auf einer Tiefe von 7m liessen wir uns parallel zum Ufer driften. Cousin D. fischte in Richtung Ufer und machte mit gierigem Nachwuchs Bekanntschaft. Ich angelte mit 5gr Jigkopf Richtung tiefes Wasser. Dabei musste ich feststellen, dass Barsche bereits ab dieser Wassertiefe Trommelsucht erleiden können. Sah übel aus für Herr Egli und so musste ich an dem Spot den ersten Fisch gleich entnehmen... Wo beginnt eigentlich die Tiefe, wo es für Barsche gefährlich wird?

Zum Abschluss gab es dann noch eine neue, dreiteilige Tict mit Wechselspitze zu bestaunen. Wahrscheinlich ist das die, aber auch durchaus geniale, Antwort auf die Frage Solit Tip oder Tubular Tip. Ähnlich wie bei der Felchenflitsche, einfach nicht in Farbe. Dummerweise liess sich die Spitze einfach nicht wieder montieren. Naja, die Jungs von FishingZone in Biel waren so freundlich und mein geliebter Zahnstocher ist wieder neuwertig...

Zum Abschluss noch ein echtes Schlachtbild. Angeln im Sinne unserer Vorfahren. Lecker waren sie alle, Filet de perche a la meuniere. I'm lovin it! 

fangbild.JPG

Vom zubereiteten Fisch habe ich leider keine Bilder mehr geschossen. Der Hunger war zu gross, wir wollten essen....

Euer Horst

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barsch horst    217

Die Connection bei Grischafario zuhause oder besser: Run to the hills 

(@RoliGR: der Soundtrack ist für dich. Merci für die Lemmy-Fahrten). Trout holte mich direkt beim Feierabendbier ab und wir pflügten los in Richtung Grischaland. Eine erste Stunde brauchten wir bis Deitingen, dort wurde dann anstatt Stau gestanden, Burger verdrückt (ohne Bier!). Die A1, die gute alte Lebensader des Mittellandes, war freitags mal wieder verstopft wie ein Kleinkind nach einer Überdosis Bananen. Es dauerte gefühlte Ewigkeiten (ohne Bier!), bis wir vor Zürich rechts abbiegen konnten. Zum Glück hatten wir, Räffu aka Trout & ich, BH, aka Cousin R. ordentlich Seemannsgarn zu spinnen. Sonst wären wir wohl eingeschlafen und im Schritttempo gegen eine Leitplanke gedonnert. Nach Zürich fuhr es zügiger. In Landquart dann Pinkelpause (mit Bier) und anschliessend links hoch ins Prättigau, bei Klosters durch den neuen Tunnel und bei Einbruch der Dunkelheit erreichten wir endlich Grischafarios Heimstätte. Verdammt ist das idyllisch dort... Dann einen Hug (mit Bier), etwas Höflichkeiten austauschen mit der Frau Gemahlin, Pläne schmieden und kurz vor Mitternacht ab ins Bett/aufs Sofa. Für irgendwie 3,5 Stunden...

Morgens dann Füchse jagen durchs Landwassertal. Was man nicht alles macht, um um Punkt 5 den ersten Wurf machen zu können. RoliGr treffen wir schon unterwegs an einer Baustelle. Kurz vor 5 sind wir dann da. Bleiern liegt der Stausee vor uns, während wir uns positionieren. Roli bezieht mit seiner Traditionsmontage bei einem Bacheinlauf Stellung. Trout, Grischafario & ich pfeffern Kunstköder in den See. Grischafario legt schnell vor mit einer schönen Gepunkteten und lässt sie, ganz Gentleman, wieder schwimmen. Roli entnimmt glaube ich eine Regenbogenforelle und ich kann an folgendem Einlauf punkten... Man ist diese Stelle schön, sie riecht richtiggehend nach Fisch.

IMG_2700.JPG

Eine schöne Rotgetupfte ü30 knallte auf meinen Countdown im Fario-Dekor und blieb an den Schonhaken hängen. Dieser Wobbler ist einfach eine Bank! Keine Rasseln, kein Schnick-Schnack, stabil in der Strömung und fängig seit eh und jeh. Yess, noch nicht 6Uhr und das Abendessen schon organisiert. Bilder von ihr gibt's leider nur in gebratenem Zustand. Dazu später... 

Im Anschluss an den See nahmen wir uns die Julia vor. Ein schöner, schnapsklarer Bach, der vom Julierpass runterkommt. Wow:IMG_2692.JPGIMG_2702.JPG
In Zweiertrupps zogen wir los. Roli und ich hielten ein kleines Duell ab. Gummi vs. Wurm. Das Resultat war eindeutig, der Wurm brachte Masse, irgendwie 5 Fische, 2 davon mässig um die 26cm. Der Gummi wurde zwar auch attackiert, die kleinen blieben einfach nicht hängen. Dann, unter einem Busch... Bäm & hängt! 32cm wunderschön gezeichnete Bachpower auf Gummi am Cheburaska und das ganze an der leichten Rute, ich war im Himmel! Sorry die miese Bildqualität. Die andern Jungs hätten sicher noch das eine oder andere Bild zusätzlich... go on dudes.

IMG_2697.PNG

Abends, nachdem Roli seine erste Forelle auf Trockenfliege aus der quellfrischen Julia rausgewedelt hatte, waren wir dann hundemüde und liessen uns im durchaus empfehlenswerten Hospiz des Julierpasses verwöhnen. Der Koch bereitet gerne frische Forelle zu und wäre nicht abgeneigt gewesen, Roli den gesamten Fang abzukaufen. Food & Bedienung: top, Bier: viel. Fussball wie immer laaangweilig. Da geh ich lieber Brassenstippen ;-) Die folgenden Bilder gehen gut als Foodporn durch... 

Hier das Bild meiner Stausee-Beauty, in Butter kross gebraten und gefüllt mit Petersilie und Knoblauch. Lecker!

IMG_2698.JPG

Apfelstrudel!

IMG_2705.JPG

Anschliessend Schlummertrunk, Pläne schmieden für den nächsten Tag und gegen Mitternacht ins Massenlager. Rat-Race sozusagen, wer zuerst schnarcht gewinnt! Morgens um halb vier dann... Der Wecker und lecker Frühstücksbuffet. Die arme Wirtsfrau tut mir jetzt noch leid. Mitten in der Nacht Kaffeekochen für eine knappe Hand voll Übermotivierter. Ich würde durchdrehen...

Jetzt ab ins Engadin, ihaa, Mötörhead in der Morgendämmerung und das, nachdem man geschlafen hat und nicht vorher! Älter werden ist gar nicht so schlimm. Merci Roli für die Lektion... Anschliessend Morgenstimmung am Silvaplanersee. Unglaublich schön dieser Morgen, einfach windig und kalt.DSCN2992.JPG

Hier konnte ich etwas erleben, was komplett neu war für mich... Bachforellen, welche in Gruppen die Bameli (Elritzen auf Grischa-Deutsch) klarmachten. Wie die Barsche an meinem Lieblingssee schossen sie in die Elritzenschwärme. Und mein Köder mittendrin! Wie die irren knallten diese Halbwüchsigen Forellen auf meinen Gummi. Aufgrund ihrer Grösse blieben Sie aber nicht wirklich hängen. Bis auf die da: Haargenau, nach Augenmäss 23.99cm. Danke für den Drill, erhol dich gut und werde dick, gross und stark.

DSCN2998.JPG

Roli holte einen 35er- Bock raus mit einem eindrücklichen Schädel. Leider hab ich auch davon kein Bild. 

Anschliessend war der Inn angesagt. Schönes Gewässer, viel Fisch und noch mehr Fischer (zumindest Sonntags). Diese wollten aber nur hinter die Äschen. Arme Tiere. IMG_2710.JPG

Und auch hier war der Countdown allen Ryukis, Keitechs, Reins und OSPs überlegen. 

IMG_2713.JPG

Die Mittagshitze zwang uns dann in die Höhe. Wir verschieben uns an einen kleinen Seitenbach des Inns. Dieser Bach beherbergt die schönsten Forellen, die ich je gesehen habe. Gerüchten zufolge soll es sich um einen alten Stamm aus dem Einzugsgebiet der Donau handeln. Erkennbar an drei roten Punkten auf der Fettflosse. Die Grundfarbe der Fische ist ein seidenes, helles Grau mit wenigen aber grossen und knallroten Punkten. Komischerweise wachsen die Forellen dort nicht über 23,9cm... Ausser natürlich diejenige, welche Roli in der Nähe der Mündung in den Inn rausgekitzelt hat, die war grösser, goldener und lernte an der langen Stippe erstmal fliegen.

Was für schöne Fische...

val.beauty.jpg 

Was für ein Bach...

val.dani.jpg

Was für zufriedene Gesichter!

DSCN3001.JPG

Die Hitze und der fehlende Schlaf gaben uns den Rest. Bei Grischafario zuhause warfen wir erfolglos den Schwarzsee ab und setzten uns anschliessend an seinem Familientisch hinter ein Stück Grillade. Merci nochmals an deine Family für die Bewirtung. Ich war fast zu müde um das Fleisch zu zerschneiden. Zum Glück hatte ich mit Räffu einen 1A- Autopiloten für die Rückreise...

@RoliGR, @trout & @grischafario: War schön mit euch, danke für Planung und alles. Heute ist nicht alle Tage, ich komme wieder, keine Frage!

euer

Horst aka Cousin R

DSCN3003.JPG

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Stefan    233
vor 2 Stunden schrieb barsch horst:

Die arme Wirtsfrau tut mir jetzt noch leid.

Im Kanton Bern heisst es normalerweise: Frühstück ab 7:30 oder so :grin:

Merci vielmal für den unterhaltsamen Bericht und die schönen Fotos :D

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tschuls    9

selten so einen unterhaltsamen bericht gelesen!! du kannst fischen keine frage aber noch besser kannst du schreiben . danke für den tollen bericht 

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trout    112

@barsch horst sehr lustig geschriebener Bericht! Danke das du dir so viel Zeit nimmst und das Tolle Weekend für alle vorstellbar machst.

@grischafario merci nochmals für die super Organisation und eure Gastfreundschaft. Hat echt Spass gemacht im Grischaland!

@RoliGR war witzig dich auch mal im Sommer zu sehen. Bin auf ein paar Gewässer von euch schon ein wenig neidisch..

Folgende Impressionen möchte ich euch vom Grischaland nicht vorenthalten:

DSC_1926.JPG

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DSC_1927.JPG

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DSC_1930.JPG

DSC_1933.JPG

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barsch horst    217

@trout: Toll, dass von deiner Seite auch noch Bilder kommen. Ich habe verwertet, was ich hatte. Muss zudem gerade feststellen, dass schreiben ähnlich Spass machen kann wie angeln (zumindest bei dem Scheisswetter).

krumme Rute

r. aka BH

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WASABI    847

@barsch horst @grischafario @trout Irgendwann mal werde ich es dann auch noch schaffen in das (Hari?) Grischa Land 

:smiley: toller Bericht Rolf, ist immer unterhaltsam deine Berichte. Bis nächstesmal wieder am Bielermeer oder sonst wo. War heute übrigens wieder Egli ärgern im Regen, mal was anderes :joy:

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grischafario    62

@barsch horst 

Super Berichte Cousin R. Ist immer eine Freude zu lesen. Eigentlich gibts nicht viel mehr zu diesen Events zu sagen, ausser dass es Mega-Spass gemacht hat, mit euch im Grischaland zu pirschen :smiley:

Ein paar Pics möchte ich noch beisteuern:

Ausgetict oder meine wohl teuersten Eglifilets aller Zeiten:

image.jpeg

Der bleierne Marmorera-Stausee:

image.jpeg

@trout im Einsatz:

image.jpeg

Moderne trifft auf Tradition - merci @RoliGR fürs wärmende Feuer, der Kaffe hat vorzüglich geschmeckt:

image.jpeg

@trout rockt Julia:

image.jpeg

Erfolgreiche Aussenkurve:

image.jpeg

Erfolgloses Release-Pic:

image.jpeg

Voller Einsatz im unwegsamen Gelände:

image.jpeg

@barsch horst @trout @RoliGR 

Äs het gfägt mit euch! Nächscht Jahr im August wieder mit Zelt, dann am Inn im Unterengadin!

Euer @grischafario aka Cousin D.

bearbeitet von grischafario
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barsch horst    217

Horsts Saisonabschluss 2016

Diese verdammten letzten Tage der Forellensaison. Jedes Jahr zwingen sie mich in die Berge, schlagen eine Kerbe in meine Ferien und teilen sie entzwei. In einen ersten "darf noch & muss nochmal"-Teil und einen zweiten "jetzt darf ich wieder entspannt aufs Boot"-Teil oder so ähnlich. Für den "muss nochmal"-Teil habe ich vorgesorgt und die letzten zwei Septembertage freigeschaufelt. Leider waren die Tage Donnerstag & Freitag, sprich, kein Abschluss an Montag-Mittwoch-Samstag- Gewässern. Egal. Ich sag euch etwas: Es war trotzdem oder gerade deshalb riesig. Was ich/wir in diesen zwei Tagen erleben durften war schlicht atemberaubend. Helge Schneider würde noch anmerken: "...und aber auch schön!". Helge, ich schliess mich dir an.

Der erste Tag begann angeleitechnisch spät. Um ca. 16.00 stiegen wir in den Bach. Die Strecke beangle ich jährlich 1-2mal. Ich konnte dort auch schon schöne Fische fangen, doch in diesem Jahr sollte es anders werden... Das Gewässer war klar wie der Selbstgebrannte meines Schwiegervaters, den Köder konnte man von weitem über die Kiesel hüpfen sehen. Die ihm folgenden Schatten entdeckten uns wohl bevor wir mit der Köderführung reagieren konnten und drehten ab, verschwanden unter einem Stein und liessen sich nicht mehr blicken. Trotzdem blieb die eine oder andere Kleine hängen, das Mindest-Augen-Mass erreichte aber vorerst mal keine. Das sollte sich an einem Pool alles schlagartig ändern... Freund F. gehörte der erste Wurf an diesem tiefen Pool. Sein Naturköder wurde gleich attackiert und er konnte eine schöne Fario landen, welche das Mindestmass unbestritten überschritt und entsprechend landete die Dame auf unserem Speisezettel für das Abendessen. Was sonderbar war, waren die grossen Schatten, welche sich aus der Tiefe des Pools lösten und dem gedrillten Fisch bis vor unsere Füsse folgten... Tütschis! Aus welchem Grund auch immer, haben sich in diesem Pool wohl ein gutes Dutzend Muttis & Vatis getroffen. Und auf diese Störung reagierten sie mit Aggression. Wir haben sie wohl beim Vorspiel für die kommenden Laichaktivitäten gestört. Verständlich, dass man keine Freude hat, wenn man sich gerade am Warmlaufen ist für die jährliche Schwarmpaarung, aber muss man da gleich alles stehen und liegen lassen und auf jeden daher schwimmenden Köder mit einer Vehemenz losballern, die ihresgleichen sucht? Das Spiel dauerte eine geschlagene halbe Stunde und die Fische wurden nicht müde. Während ich auf dieser Strecke bereits schöne Fische bis ca. 33cm fangen konnte, drippelte ich in 30 Minuten mit 37, 38 & 42 (!) cm nach.... aber seht selbst:

DSCN3488.JPG

Mit zitternden Fingern halte ich meinen ersten Vati in die Kamera. Er endete übrigens gesalzen, gepfeffert, mit Kräutern und Zitronen in der Bauchhöhle im Backofen. Gleich darauf, eine Hand voll würfe später, erneut Biss, auf Sicht, mir rutscht das Herz in die Hose, ich ziehe durch, schlage an und zerstöre erstmal den König meiner geliebten Bachrute an einem über mir hängenden Ast. Autsch! Welches Volk braucht schon einen König? Auch ohne Spitzenring lässt sich die Mutti dirigieren. Ruhig bleiben, nicht in die Luft gehen lassen und jaaaaa, im Kescher.

DSCN3485.JPG

Nr. 3 haben wir nicht fotografiert und zwei haben wir noch verloren... Wo gibt's denn sowas? Im Anschluss packte mich das Gewissen und ich kontaktierte einen Sachverständigen. Konnte es sein, dass wir die Fische beim Laichgeschäft gestört haben und sie deshalb so ausser Rand und Band waren? Fakt ist, die Fische waren gesammelt in einem tiefen Pool, gelaicht wird über flacher Rieselstrecke, also doch Vorspiel, noch nicht Akt. Auch die Eier der Mutti waren nicht lose, also hat der herbstliche Fario- Gangbang noch nicht eingesetzt. Gleichzeitig bin ich mir sicher, dass diese Menge grosser Fische nicht über den ganzen Sommer in diesem Pool waren. Wir durften hier einem Schauspiel beiwohnen (und dieses auch stören...), welches man wohl mit Laichzug bezeichnen darf. Auffällig war auch, dass nur die kleinen auf Naturköder und die grossen vor allem auf Reize reagierten... Abends dann, im Berghäuschen wurde Papa wie bereits erwähnt gebacken und mit Rosmarinkartoffeln & einer guten Flasche Wein serviert. What a wonderfull world this could be...

Der nächste Tag ist schnell erzählt, logischerweise liessen wir die Muttis in Ruhe. Wir entschieden uns, trotz wenig Schlaf und leichter Haarwurzelentzündung vom Wein, nach dem Erlebnis des Vortages eine total neue Strecke zu entdecken. Wir fingen wenig Fisch, unseres am Vortag neu justierte Augenmass erkannte keinen Fisch als mässig. Zudem hatten wir zuerst vereinzelt Bisse, die Frequenz nahm dann gegen Mittag auf praktisch Null ab. Der Bach war aber wunderschön und es war wie immer lehrreich und spannend, einen neuen Teil des BEO entdecken zu dürfen. Fischbilder gibt's hier keine, dafür nette Stimmungsbilder der herbstlichen Szenerie an diesem von Gletschern gespiesenen Bach.

 DSCN3489.JPG

Und nochmals...

DSCN3493.JPG

An die Farios: Jetzt sollt ihr euch vermehren und in wohlverdienter Ruhe eine Menge Nachwuchs zeugen. Entschuldigung für die Störungen in diesem Jahr, euer Habitat habe ich jeweils mit Ehrfurcht betreten und die Entnahme auf einzelne Fische zu beschränken versucht. Ihr seid grossartig. Hochachtungsvoll...

Euer Horst aka. Cousin R.

bearbeitet von barsch horst
falsche Tagesangabe...
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grischafario    62

Geil cousin r, fetts petri :D:thumbup: iz hesch o eis ä ü-40 bafo uus :money_mouth:Nächscht jahr mache mr ds mit de namis im grischaland, so mit zäutle u füürle u so :joy: Ga fang eis ga üebe morn u übermorn o:)

Lg grischafario aka cousin d

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nemo    157

ganz toller bericht! danke fürs teilen! :thumbup: 

schöne und aussergewöhnlich fette brummis durftet ihr da drillen und eine wahre sternstunde an einem patentgewässer erleben. ein würdiger saisonabschluss - petri!

wenn ich mir die schwanzflosse (ansatz) der oberen sowie die rückenflosse der unteren anschaue, dann könnte es vielleicht auch sein, dass es sich um ausgebüxte zuchtfische handelt? das würde das etwas sonderbare, wenig scheue verhalten erklären...  ;)

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