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Ich war gestern (Sonntag) am Garichtisee. Vorher wollte ich mich im Internet, vor allem in den Foren, über Erfahrungen von Fischern an diesem See erkundigen. Leider fand ich nicht viel dazu, deshalb erachte ich es als angebracht hier mal einen Bericht zu schreiben.
Der Garichtisee ist ein Stausee, der auf ca. 1600m ü.M. liegt. Der See ist sehr einfach (für meinen Geschmack etwas zu einfach) zu erreichen. Man fährt ins Glarnerland und dann Richtung Kies. Dort kann man sein Auto kostenlos stehen lassen. Mit der Luftseilbahn geht’s dann direkt zum Stausee hoch. Das Patent kostet 30SFR die Luftseilbahn 18SFR (hin und zurück). Die erste Luftseilbahn fährt um 7:00 Uhr.
Der See selbst sieht herrlich aus, ich persönlich hätte ihn gerne noch ein wenig grösser gehabt. Auf der linken Seite des Sees führt ein Wanderweg vorbei, der See ist somit auf dieser Seite sehr einfach abzufischen. Die rechte Seite ist vor allem im hinteren Bereich schwierig, bis teilweise überhaupt nicht mehr zu erreichen. Die beiden Bacheinläufe sind von der Staumauer aus (wo man sich nach dem Ankommen mit der Gondel befindet), gut ersichtlich und sie sehen nicht nur vielversprechend aus, sondern sind meiner Erfahrung nach die klaren Hotspotts des Sees. Wobei der grössere der beiden Bacheinläufe noch ein paar Bisse mehr hergegeben hat, wie der kleinere. Er ist aber auch etwas schwieriger zu erreichen. Etwas links von diesem grösseren Bacheinlauf konnte ich über Mittag während ca. 1 Stunde fast ununterbrochen Forellen springen sehen.
Zu den Ködern: Da ich an Bergseen bisher gute Erfahrungen mit Löffeln gemacht habe, fing ich damit an. Ich konnte keine einzigen Biss mit meinem Löffelarsenal verzeichnen, erst als ich auf Wobbler (Wander80, grün/weiss) gewechselt habe, kamen die Bisse. Ich habe im Verlauf immer wieder mal einen Löffel angehängt, jedoch wollten die Garichtiforellen nur Wobbler. Warum das so war kann ich mir nicht erklären. Vielleicht lag es an dem extrem klaren Wasser. Bei den Wobbler habe ich fast ausschliesslich den Wander gefischt, ich hab mal aus Neugier einen Pointer und einen Squirrel rangehängt, auch hier habe ich relativ schnell Bisse generieren können. Trotzdem bin ich wieder zurück auf den Wander gekommen, weil ich bei gleicher Bissrate einfach deutlich weiter werfen kann. Ich schätze dass ich zwischen 15-20 Forellen landen konnte, dabei waren See-, Bach-Regenbogenforellen und Saiblinge. Nun ja das hört sich jetzt alles sautoll an, einziger Wermutstropfen bei der ganzen Sache war: Die grösste Forelle hatte eine Länge von 33cm und war der absolute Ausnahmefang, quasi das Garichtimonster. Der Rest befand sich irgendwo zwischen 20-33cm wobei die meisten um die 25 waren. Das Schonmass liegt bei 23cm, was meiner Meinung nach ein Witz ist. Auch die 28 und 29er Forellen sahen noch so dünn aus, dass es einfach unsinnig gewesen wäre diese zu entnehmen. Ich habe am See einen Fischer angesprochen, der seit Jahren regelmässig am Garichtisee fischt. Er meinte seine grösste Garichtiforelle sei 35cm gewesen. Forenmitglied LarsZH war letztes Jahr oben und hatte Fische in einem ähnlichen Grössenbereich. Nun stellt sich mir die Frage, gibt es am Garichti überhaupt grosse Forellen? Ich habe mit dem Wander nicht nur das Ufer abgefischt, sondern auch mitten in den See rausgeballert und hab auch dort nur die Miniforellen erwischt. Ich habe es ebenfalls mit Jigs am Grund versucht. Nahrung scheint es genug zu haben, der Elritzenbestand schien mir ziemlich gross zu sein. Aber grosse Forellen scheint es dort oben nicht zu geben. Auch wenn man im Internet nach Garichtiforellen sucht, findet man überall diese Miniforellenfotos. Ich frage mich einfach weshalb die Forellen dort nicht grösser werden? Werden die auf Grund der guten Erreichbarkeit und der relativ kleinen Grösse des Sees einfach alle rausgefischt bevor sie wachsen können? Aber vielleicht kann ja jemand von euch von einem grossen Forellenfang am See berichten, denn würde die Chance auf eine grosse Forelle bestehen, wäre es ein schöner See zum Angeln.
Soviel zu meinen Erfahrungen.
 

Hier noch ein paar Bilder:
Garichtisee am Morgen
gar1ff.jpg

Garichtisee am Mittag
gar4ff.jpg

Standartgrösse der Garichtiforelle
gar3ff.jpg

Garichtimonster
gar2ff.jpg

kann ein Admin ev. die Bilder so anlegen, dass man sie direkt sieht? ich bekomm das irgendwie nicht hin.
Grüsse

gar1ff.jpg

gar4ff.jpg

gar3ff.jpg

gar2ff.jpg

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Luki_Petri    3

Guter Bericht, danke! War letzten Sommer auch mal oben :) Wem die Gondel zu spät fährt, kann in der Nacht einfach hochlaufen - dauert etwa 1h. Der Garichtisee ist auf jeden Fall einen Ausflug wert.

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Forelle1958    402

Dein ausführlicher Bericht Züriseekalmar hat mich gerade "glutschtig" gmacht, ganz besonders wegen den steigenden Forellen beim Bacheinlauf:D Das wäre doch glatt ein Versuch mit der Fliegenrute wert, sofern diese (bei meinen eher bescheidenen Künsten) noch in Wurfdistanz zum Ufer steigen. Mit der Fliegenrute macht auch der Fang einer 25iger Forelle Spass.

Obwohl ich in den vergangenen Jahren schon oft im Zigerschlitz gefischt habe, war ich noch nie am Garichti und habe daher auch keine Erfahrungen bezüglich der Grösse der Forellen.

Danke dir für den tollen Beitrag:thumbup:

  • Daumen hoch 1

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    • Von michi-sz
      Halli Liebe Leute
      Habe vor, dass nächste Jahr mind. 1 x mehrere Tage an einem (oder 2) Bergseen zu verbringen. Nun meine Frage, habt Ihr allgemeine Tipps und Tricks? Mir ist klar, dass man sich vorher über die Reglemente, das Gewässer und das Wetter schlau machen muss, ebenfalls über Übernachtungs- / Campingmöglichkeiten. Mir geht es mehr darum, wie viel braucht man effektiv... reichen ein paar Köder und eine Angelrute, empfiehlt ihr mehrere Angelruten? Habt Ihr vielleicht auch ein Gewässer? Spielt das Zelt eine so grosse Rolle? Wie habt Ihr's mit dem Esse, gibt es da Nahrungsmittel, welche Ihr empfehlen würdet wegen Haltbarkeit, Nährstoffen etc. Kann man Problemlos aus einem Bergesee trinken? Wie bewahrt Ihr die Fische solange frisch?
      PS: Fliegenfischen kann ich leider noch nicht
      Danke schon jetzt vielmals für die hilfreichen Tipps und Tricks! Ihr dürft natürlich auch gerne eine PN schreiben.
      Petri
      Michi
    • Von Mötti
      Zusammen mit @Plochi und Wels war ich vom späten Donnerstag (14.9.17) bis Sonntag (17.9.17) in den Tessiner Bergen. Für mich war es das erste Mal Bergsee Fischen. Im Vorfeld hatte ich mich mit Ködern und Informationen eingedeckt. An dieser Stelle herzlichen Dank an @Larzh, der nicht mit Tipps geizte. Die Gegend kannte ich schon vom Wandern und wusste welch schöne Natur uns erwartet. Die Wetterprognosen waren wenig erbaulich und wir befürchteten viel Regen, Schnee und Kälte. Betreffend Technik wollte ich mich bewusst auf das Spinnangeln reduzieren und dies vorwiegend mit grösseren Ködern. Mein Ziel war ein grosser Namaycush und die Gefahr einer totalen Nullrunde nahm ich bewusst in Kauf. Nachdem wir in einem Tourist Office das Patent organisiert hatten, machten wir uns auf zum erste See, um noch die Abendstunden zu nutzen. Um 19:00 Uhr war dann Schluss, im September ist da unten erstaunlicher Weise sehr früh Feierabend für die Fischer. Meine Freunde hatten wenigstens ein Paar Nachläufer, bei mir war nichts. So gingen wir weiter zu unserer Pension, die an einem kleineren See lag, bezogen das kleine Zimmer und liessen uns kulinarisch verwöhnen. Der Abend wurde sehr gemütlich, die Nacht dafür weniger. Wenn der Eine sägt wie ein Sägewerk und der Zweite die ganze Zeit stöhnt weil er nicht schlafen kann, dann ist es für den Dritten umso übler.
      Ich war nicht unfroh, als früh der Wecker abging, machte mich bereit und weckte Plochi. Wels hatte zu meinem Erstaunen am Vorabend verkündet ausschlafen zu wollen. Na ja, jeder wie er will. Während ich einen Marsch zu einem bestimmten Spot am See des Vorabends machte, hatte Plochi den kleinen See um die Ecke im Visier. Am Spot war ich etwas zu früh. Die Sterne funkelten und von Dämmerung noch keine Spur. Nach einer Weile montierte ich den hellsten Gummiköder und stellte erstaunt fest, dass der fluoreszierend war. Sehr gut, dann kann es ja los gehen. Die Dämmerung kam, die Sonne ging auf, von Fisch keine Spur. So verging die Zeit ereignislos. Als wir uns bei der Pension zum Zmorgen einfanden hatte auch Plochi leere Hände. Ausser Seegras hatte er nichts erwischt. Nach dem Essen machten wir uns dann zu Dritt nochmals zum grossen See auf und machten dort Strecke. Zuerst ging ausser Köderverlust gar nichts. Während ich strikt mit KuKö fischte, waren meine Freunde mehrheitlich mit natürlichen Ködern unterwegs, wobei Wels noch seine Schwedenköder ab und zu ausprobieren wollte. Bei einem Bacheinlauf hatte dann Plochi den ersten Fisch. Da er noch nicht wirklich gross gewachsen war liess er ihn wieder schwimmen. Wels hatte dann den Nächsten. Auch kein Riese, aber er hatte leider zu tief geschluckt und musste entnommen werden. Auch ich hatte auf einem SeeFo Köder einen kleinen Rägäbögler. Aufgrund der blutenden Kiemen musste ich ihn abschlagen und war froh, dass er zumindest zwei Zentimeter über Schonmass war und verwertet werden konnte. Aber das Mass ist im Tessin sehr niedrig angesetzt. Bei Plochi tat sich bald darauf auch etwas und er kam zu seinem ersten Fisch. Und bei diesem Einen massigen Fisch blieb es dann auch, bei allen. Wir umliefen noch den See, sahen noch den einen oder anderen kleinen Fisch, hatten aber keinen Erfolg mehr. Während Wels und Plochi sich auf den Rückweg machten und mir noch Chauffeurdienste anboten, versuchte ich es noch gute 1,5h lang weiter. Das Wetter war den ganzen Tag entgegen den Prognosen sehr gut, aber jetzt war fertig lustig. Leider hatte ich keinen Fischkontakt mehr bis Wels mich holte. In der Pension servierte man uns zur Vorspeise unsere kleinen Rainbow’s, dann gab es Polenta mit Hirsch und als nach dem Kaffee die Rechnung kam, wurden noch die frischgewaschenen Stoffsäckli für die Fische retourniert – toller Service.           
      Am Samstag ging ich wieder in aller Früh runter zum grossen See und wieder ohne Fisch rauf zum Zmorgen. Anschliessend machten wir uns zu Dritt an den See vor der Haustüre. Wir sahen zwar viele Kleine springen, aber Erfolg hatten wir keinen. So gingen wir an Nachmittag doch nochmals runter. Dieses Mal zu einem anderen Einlauf. Es hatte bereits einen einheimischer Fischer dort, der aber nichts gegen unsere Gesellschaft hatte. Während dieser ein paar Fische entnahm und fleissig an seiner Vollpackung arbeitete, lief es uns nicht besser als am Morgen und auch ein Spotwechsel brachte nichts. Als wir etwas zerknirscht am Abend wieder bei der Pension waren, da wollten wir es noch einmal wissen und eine andere Stelle am kleinen See befischen. Aber auch dieser letzte Versuch den Schneidertag abzuwenden scheiterte. Ausser Hängern und Abrisse war nichts gewesen.
      Ich war mir noch nicht so sicher, ob ich am Sonntag nochmals früh aufstehen sollte. Der schlechte Schlaf in den Nächten zuvor, die frische Luft, das Wandern und Fischen – all das machte mich schon recht müde. Daher stellte ich den Wecker auf Früh mit Option auf Verlängerung. Als er dann abging, welche ein Wunder, am Sonntag ist das Sägewerk still. Ausnahmsweise kein Geschnarche, da konnte ich einfach nicht wiederstehen und pennte weiter. Nach dem Zmorgen hiess es packen und Abschied nehmen. Die letzten Stunden fischen vor der Heimreise waren angesagt. Es gab noch eine traumhaft schöne Bucht, die wir noch nicht befischt hatten. Dort hatte ich noch ein paar kleine Nachläufer, aber auch hier gab es keinen grösseren Fisch zu sehen. So machten wir uns verkehrsbedingt nach einem letzten tessiner Mahl in einer mir bekannten Osteria auf den Weg über den Gotthard.
      Daheim ist die Jüngste wie so oft am schnellsten an der Türe. „Papi, Papi, ändli bisch wieder da. Häsch än Fisch gfangä? Was für eine? – Mami, Mami, dä Papi hät ä Rägäbogäforälle gfangä.“ Im Gegensatz zur Kleinen die stolz auf mich war, fand meine Frau meine Ausbeute natürlich äusserst amüsant…
      Fazit:
      Wir hatten ein tolles verlängertes Weekend, welche uns dreien sehr gut getan hat. So richtig schöne Kurzferien. Schöne Natur rundherum und ungestört, ganz ohne Natelempfang dem Hobby frönen, gutes Essen und Trinken, mit guten alten Kumpels in Erinnerungen schwelgen und rumalbern. Gerne wieder. Ob es dann nächstes Mal wieder am gleichen Ort sein wird oder vielleicht gar nicht Bergsee sondern an irgend einem Flüsschen, mal sehen. Den Kanadiern nachstellen will ich sicher mal wieder und wenn die Örtlichkeit in Sachen Landschaft und Kulturellem etwas hergibt ist auch ein Nullrunde nicht so wild. Hänger und Materialverlust sind aber nervig und an meiner Technik muss ich wohl auch noch etwas feilen.
      Gruss
      Mötti
    • Von Cowboy86
      Hallo Zusammen
      Vor ca. zwei Jahren verbrachte ich einen längeren Urlaub mit meiner Freundin in Australien und Neuseeland. Wir waren hauptsächlich mit Auto und Zelt unterwegs und entdeckten so abgelegene Orte und wunderschöne Plätze. Wenn immer möglich übernachteten wir in Gewässernähe, um unser Essen selber zu fangen. Zurück in der Schweiz nahmen wir uns fest vor, auch hier mehr Zeit in der Natur, den Bergen usw. zu verbringen und unsere schöne Heimat neu zu entdecken. Wie das mit guten Vorsätzen so ist, wieder im gewohnten Trott mit Arbeit, Hobbies und Verpflichtungen bleibt einem wenig Zeit und sie rutschen in den Hintergrund. Die Naturerlebnisse beschränkten sich deshalb im letzten Jahr hauptsächlich auf die bekannte Umgebung und den See vor dem Haus. Damit es in diesem Jahr anders wird, bin ich auf eure Hilfe angewiesen.
      Wir würden gerne Ausflüge an (abgelegene) Bergseen unternehmen und nach Möglichkeit dort Übernachten. Für das Campieren in der Schweiz gibt es diverse Auflagen (Verbot im Nationalpark, in Jagdbanngebieten, vielen Naturschutzgebieten, in Wildruhezonen usw.). Grundsätzlich ist eine einzelne Übernachtung im Gebirge oberhalb der Waldgrenze (ca. 1800-2200m ü. M.) aber meist unproblematisch – wenn sie rücksichtsvoll erfolgt. Das selbe gilt für Privatgrund, unter Einverständnis des Besitzers. Dazu habe ich hilfreiche Informationen auf folgenden Seiten gefunden: SAC-Merkblatt / Verbotsliste
      Allerdings bin ich ein Geographie-Banause und kenne mich mit den Seen wenig aus. Meine Frage deshalb an euch: Kennt ihr geeignete Bergseen die zum Fischen freigegeben sind und an denen ein Zelt aufgestellt oder allenfalls eine Hütte gemietet werden kann?
      Sehr hilfreich wäre ausserdem zu wissen, welche Reglemente dafür gelten und wo ein entsprechendes Patent gekauft/bestellt werden kann.
      Ich kann auch verstehen, wenn nicht jeder seine "geheimen Rückzugsorte" preisgeben möchte, allerdings würde ich mich über ein paar Tipps oder Vorschläge sehr freuen.
      Vielen Dank und beste Grüsse
      Raphi
    • Von nicithefisher
      Ein Bündner und ein Berner zusammen in den Bergen, sozusagen die Grischa-Bern-Connection am pflegen: Ich traf mich mit Dani (@grischafario) für eine gemeinsame Tour mit dem Zelt an sehr hoch gelegene Bergseen. Wir waren uns bewusst, dass das Wetter kein Zuckerschlecken sein wird, aber wir ahnten noch nicht, WIE extrem es noch werden würde.
      Frühmorgens am Sonntag ging es los und nach rund 1,5h Autofahrt waren endlich die Rucksäcke gesattelt, die Wanderschuhe geschnürt und wir freuten uns auf ein Abenteuer sondergleichen.
      Schon der Aufstieg war spannend, im dichten Nebel sahen wir zum Teil kaum noch, wo wir eigentlich hin laufen. Hinzu kam, dass es immer wieder regnete.

      Wir waren sehr schnell unterwegs und erreichten erstaunlich früh unser Ziel, einen hoch gelegenen Bergsee auf fast 2300 m.ü.M. Vom See sahen wir allerdings zu dem Zeitpunkt noch gar nichts, nur Nebel. Wir fanden zum Glück inmitten der rauhen, felsigen Landschaft einen kleinen Flecken Gras für das Zelt. Natürlich musste es aber genau in dem Moment, als wir das Zelt aufstellen wollten, so richtig los legen mit dem üblen Wetter. Hagel, Schnee, Regen... ein Gemisch aus allem zusammen peitschte uns ins Gesicht und wir mussten erst mal abwarten. Später hat es sich ganz kurz etwas beruhigt und wir nutzten die Gunst der Stunde. Gerade rechtzeitig, denn kaum war das Zelt aufgestellt, ging es auch schon wieder los. Wir flüchteten uns ins Zelt, ans Fischen war so vorerst nicht zu denken.


      Nachdem wir seit einer Stunde tatenlos im Zelt warteten und ein kräftigendes Mittagessen intus hatten, war die Motivation wieder voll da. Wir wollten endlich fischen! Also raus aus der Höhle und ab ans Wasser, Wetter hin oder her.
      Einige Stunden lang ging das auch richtig gut. Der Nebel war verschwunden und der See zeigte sich in seiner ganzen Pracht. Auch das Wetter spielte besser mit, es regnete nur noch vereinzelt. 

      Die Fische im See (es waren fast nur Bachsaiblinge) waren äusserst beissfreudig und sorgten für viel Action. Insbesondere grundnah geführte Gummifische von 3'' bis 4'' an ca. 5g Jigheads sorgten für eine hohe Frequenz. Allerdings liess die Grösse sehr zu wünschen übrig, ein Fisch von 25cm war schon gross... sodass wir auch keine Fotos von Fischen haben, denn dafür waren sie einfach zu klein.
      Endlich gelang es Dani doch noch, wenigstens einen etwas grösseren Saibling zu landen. Wir freuten uns schon auf ein warmes Abendessen: Frischer Fisch auf dem Gaskocher, mhmmmm...
      Doch zum warmen Abendessen sollte es leider nicht mehr kommen... es war erst ca. 5 Uhr Nachmittags, als das Wetter wieder schlagartig kippte. Ein Schneesturm zog auf, es wurde bitterkalt, der Wind peitschte uns den Schnee ins Gesicht, nasskalt vermischt mit Regen. So schnell wie möglich flüchteten wir zurück ins Zelt, das wars endgültig mit Fischen für diesen Tag! :-(

      Den Rest des Abends verbrachten wir damit, stundenlang im Zelt abzuwarten, ob sich das Wetter vielleicht nochmal kurz beruhigt, damit wir draussen unseren Fisch zum "Znacht" kochen könnten (im Zelt mit offener Flamme zu kochen, wäre lebensgefährlich wegen Brandgefahr). Doch das Glück war uns nicht hold, das Wetter draussen wurde immer schlimmer. Schon bald dringte kaum mehr Licht durch das von Schnee bedeckte Zelt.
      Wir akzeptierten unser Schicksal und liessen den Fisch über Nacht draussen im Schnee liegen. Bei diesen Temperaturen bleibt er wenigstens frisch :-) Stattdessen gab es halt ein einfaches Abendessen aus Knäckebrot und Landjäger. Das Hochprozentige aus unseren Flachmännern half unserer guten Ausrüstung dabei, uns warm zu behalten und schliesslich schon sehr früh einzuschlafen. Etwas besseres hatten wir eh nicht zu tun.
      Am nächsten Morgen wachten wir beide ausgeschlafen auf, wir hatten trotz eisiger Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt sehr gut und warm geschlafen. Hochwertiger Ausrüstung sei Dank! Erstmal die Eis-Schnee-Schicht von innen von der Zeltwand abschlagen, damit wir überhaupt einen Blick nach draussen werfen konnten. Als schliesslich der Reissverschluss aufging und wir den ersten Blick wagten, trauten wir unseren Augen kaum! Im Herbst eingeschlafen, im Winter erwacht. Alles weiss, überall Schnee. Und es war traumhaftes Wetter, blauer Himmel und kein Lüftchen. Auch die Sonne würde schon bald unseren Platz erreichen. Die Stimmung stieg sofort um 100% an, was für ein wunderbares Erwachen!


      Die eisig-kalte Landschaft bot spektakuläre Bilder unserer über Nacht völlig vereisten Ausrüstung...


      Schnell noch einen wärmenden Tee und zusammen mit der Sonne war alles wieder perfekt. Die Motivation war zurück gekehrt und wir konnten es kaum erwarten, endlich fischen zu gehen. Zuerst gab es aber ein leckeres Frühstück, zubereitet aus Müsli, Kondensmilch mit Bergwasser verdünnt und frischen Heidelbeeren, die überall unter der Schneedecke versteckt in Massen vorhanden waren. Herrlich!



      Nun aber zurück zum Wesentlichen, wir waren endlich wieder am Fischen. Es ging gleich weiter wie am Vortag, ein Fisch nach dem anderen, aber ständig nur kleinwüchsige Saiblinge. Dank dem schönen Wetter konnten wir nun auch mit der Trockenfliege fischen, was natürlich noch mehr Spass machte. Für Dani waren es sogar die ersten Erfolge überhaupt mit der Fliegenrute, ich glaube, da hat sich wieder jemand mit dem Virus angesteckt :-)


      Naja, mit den kapitalen Muttis wollte es nicht klappen. Aber immerhin fingen wir noch einen zweiten Fisch in brauchbarer Grösse zum Essen, dieses mal war ich der Glückliche :-) Zusammen mit dem Fisch vom Vortag wird das ein herrliches Mittagessen geben!

      Kurz nach diesem Fang begaben wir uns zurück zum Zelt, Schluss mit Fischen.
      Im Teamwork wurde das Mittagessen hingezaubert, Fischfilets mit Reis und Zucchetti und das mitten in den Bergen, einfach geil!


      Nach dem Essen galt es nur noch, alles wieder zusammen zu packen und dann war das Abenteuer leider auch schon fast wieder vorbei. Immerhin hatten wir aber noch einen traumhaft schönen Abstieg bei perfektem Wetter und herbstlichen Farben. Welch ein Kontrast zum Vortag bei Regen und Nebel!

      Das war vielleicht mal ein Abenteuer! Vielen Dank an Dani für die Begleitung, es hat mich gefreut und der Ausflug hat riesig Spass gemacht. Gerne wieder!
      Diesen Bericht habe ich 1:1 von meiner Homepage kopiert: http://www.thetrouthunters.ch/fangberichte/2016/oktober/
      Liebe Grüsse und Petri Heil im Herbst!
      Nicola
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