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Nino

Selbstständige Vertiefungsarbeit zur Lehrabschlussprüfung

Empfohlene Beiträge

Nino    0

Hallo Angler.

Könnt Ihr mir helfen, um einen wichtigen Satz meiner SVA zu vervollständigen?

Es wäre genial, wenn Ihr mir helfen könntet.

Der Satzanfang lautet so: ''Zwar ist es für den Fisch kein Vergnügen gefangen zu werden, aber.......''

Im Satz sollte ausgesagt werden, dass Angler nicht Fische fangen, um sie zu quälen, sondern dass das auch etwas sinnvolles hat.

Es fällt mir nur verdammt schwer, etwas treffendes zu finden.

Ich danke im vorraus
Nino

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Seki    79

Die Thematik ist mittlerweile so fundiert erforscht, dass man sagen kann, dass der FIsch dabei gequält wird. Wir massen es uns an (ich mir ja auch, nicht dass mich jemand missversteht) zu sagen, dass wir Fische quälen dürfen für unser Vergnügen (Berufsfischerei ist selbstverständlich ein anderes Thema, hier geht es ja meistens um Leute die hin und wieder einen Fisch mitnehmen und viele (auch massige) wieder releasen). Das Gesetz hinkt selbstverständlich hinterher (wie bei allen Entwicklungen, das liegt in der Natur der Gesetzgebung) und weil heutzutage eben viele Fische teilweise nicht ganz gesetzeskonform released werden, müsste man eigentlich mit kulturellen Argumenten argumentieren (à la "Ich angle, weil das schon mein Grossvater gemacht hat,  weil es mir Spass macht und weil ich in einem tollen Verein bin, der tolle Sachen macht (z.B. Fischbesatz und Fischaufzucht), von der die Bestände profitieren). Ich persönlich kann für mich sagen, dass es zu unserer (und meiner) Kultur gehört, Fische zu angeln und teilweise, auch wenn sie massig sind, wieder freizulassen. Diese Ansicht scheint (angesichts des aktuellen Veganer-, Öko- usw.-Hypes) zunehmend an Boden zu verlieren. Aber wenn wir ehrlich sind, müssen wir halt zugeben, dass uns unsere 'Freude' (oder welchen Begriff man hier auch wählen mag) wichtiger ist als die grundsätzlich nicht falsche Idee Tieren keinen unnötigen Schmerz/kein unnötiges Leid zuzufügen. 

Wie du siehst, gibt es sinngemäss nicht viele Varianten und es wird alles schlecht klingen. Deshalb empfehle ich dir, dir einen ganz neuen Satz auszudenken.

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Lutra    116

@Seki

Würde ich das so sehen wie Du, ich würde heute noch mein ganzes Angelzeug verschenken.

Also ich weiss nicht von wo Du diese Annahme her hast, dass dieses Thema so fundiert erforst sein soll, das wir sagen können, dass Fischen = Fische quälen bedeutet.

Wenn ich die (sehr oft sinnbefreiten) Studien durch gehe, welche über das Schmerzempfinden von Fischen handeln, weiss ich am Schluss nur, dass die klasische Forschung in dieser Hinsicht keine Ahnung hat. Solche Aussagen sind das Produckt einer Gesellschaft, in welcher der Tod einfach ausgeblendet- und/oder als schlecht gebrandmarkt wird.

Es wird immer von Stress gesprochen, den wir den Fischen zufühgen aber es wird nie erwähnt, dass wir auch ein gewisses Mass an Stress zum Leben, zum uns entwickeln brauchen (Fisch wie Mensch). Stress ist nicht perse schlecht!

Ich sehe das so, wenn ein Fischer dem Fisch nicht mehr Stress beifühgt als er auch in der natürlichen Umgebung ab bekommt, ist dies sicher kein Quälen und auch kein schädigender Stress.

Ein Fisch muss immer und jederzeit damit rechnen, dass er von einem Prädator angegriffen und getötet-/gefressen werden kann, auch die Prädatoren selbst. Also das ist schon einmal der ganz normale, immer währende Stress. Wer einmal mit noch ursprünglich lebenden Menschen zusammen war, wird schnell einmal merken, dass bei diesen der Tod einfach zum Leben dazu gehört, weil auch sie jederzeit damit rechnen müssen, von einem Tier getötet zu werden.

Wenn sie so, einen Angriff ohne, oder mit wenig Schaden überstehen, wird zu 100% keiner von denen sagen, dass sie von einem Tier gequält wurden. Sie sind einfach froh noch am Leben zu sein.

Schon mal gesehen wie Katzenartige mit ihrer Beute spielen? Das nennt man Natur und ist (in unseren Augen) wesentlich brutaler, quälender als wie wir fischen.

Wenn der Mensch halt auf seinem hohen Ross sitzt und sich aus der Natur aus zu klammern versucht, ja dann ist so gesehen jeder Schritt den wir tun ein schädlicher Eingriff in die Natur. Ich sehe mich als Teil dieser Natur und mein Sein wird auch seine Spuren hinterlassen. Ob es gut oder böse ist, liegt ganz im Auge des Betrachters. Aber dass das Fischen perse Tierquälerei sein soll, das kann ich für mich problemlos verneinen.

Ein releaster Fisch ist ein lebender Fisch und in dem unterscheidet er sich in meiner Welt nicht von uns, auch er wird lieber am Leben sein als nicht.

Aber den Satz sinnvoll zu vervollständigen kann ich auch nicht. Was ich dazu sagen kann, ist dass eine starke Befischung auch ein starkes Interesse hervorruft und wir uns somit intensiver mit der Materie Fisch befassen. Ob das für die Fische gut oder schlecht ist können wir nicht sagen und die Fische werden es uns nicht sagen.

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Seki    79

Ich kann leider nicht mehr sagen woher ich die Aussagen bezüglich der Schmerzen etc. habe. Vielleicht kannst du ja diesbezüglich auf irgendwelche wissenschaftlichen Beiträge verweisen? Ich versteife mich nicht darauf, dass wir Fische quälen wenn das von der Forschung nicht eindeutig so gesehen wird, ich hatte bloss den Eindruck, das sei unbestritten.

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SbiroBass    18

Es gibt Studien die sagen Fische erleiden Stress, aber auch Studien, dass Fische von den Rezeptoren gar keine Schmerzen fühlen können.

Bedenke, die Natur verleitet einen Hecht oder Egli dazu seine Beute lebendig zu schlucken. Wie viele Kleinfische hat wohl ein 30er Egli auf dem Gewissen? Das ist eben die Natur.

Auch Sterben werden wir alle, die das hier lesen. Auch Qualen hatt schon jeder durchlebt. Nur haben wir 3 verschiedene Gehirne und die Nerven sind ganz anders aufgebaut als bei einrm Fisch oder einer Schnecke.

Was erwiesen ist, dass Säugetiere Schmerzen empfinden wie Hunde oder Rinder.

Ich persönlich nehme Fische, aber nicht alle. Habe da höchere Schonmasse und fische zb kaum auf Forellen, aber aus anderen Gründen.

Kenne Leute die nur zum Spass Fische fangen, zb Welse und das als Lifestyle betreiben, oder wiederum Andere die auch eine eigene Regelung zur Persönlichen Entnahme haben, wie auch Leute die Alles mitnehmen. Das soll jeder für sich selbst entscheiden.

Habe übrigens auch eine Arbeit über die Fischerei geschrieben, aber da ging es mehr um die Fischereiindustrie und deren Facetten in der Schweiz.

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Lutra    116

Seki, ich habe keine konkrete Studie vor Augen aber ich habe mindestens schon 10 ganz durchgelesen. Was mir vor allem aufgefallen ist, dass fast keine der Studien Feldstudien waren, sondern die meisten Daten anderer Studien als Grundlage genommen haben.

Dabei ist mir vor allem aufgefallen, dass die direkte Beobachtung der Fische eher nebensächlich war. Widerum andere Studien bezogen sich ganz und gar auf andere, schon erstellten Studien.

Meine Beobachtung ergibt, dass wenn ein (Säuge-) Tier ähnlich oder gleich auf Schmerz reagiert wir wir Menschen (und auch da ist die Spanne sehr gross), in meinen Augen auch das Schmerzempfinden in etwa gleich sein sollte.

Bei Fischen sehe ich keine solchen reaktionen, im Gegenteil, ein falsch gehakter Fisch geht oft mehr ab, als ein korrekt, im Mund gehakter Fisch. Wenn ich einem 800kg Stier einen Nasenring verpasse, kann ich ihn mit wenig Kraftaufwand führen, weil es ihm sonst weh tut. Das würde ich auch nicht anders machen mit einem Nasenring.

Hingegen Fische, die reissen und ziehen, je mehr, desto "für uns schmerzhafter" sie gehakt sind.

Nur schon diese Reaktion zeigt mir, dass, auch wenn sie Schmerz empfinden sollten, dieser nicht mit unserem (Säugetieren) vergleichbar ist. Um zu diesem Schluss zu kommen habe ich über Jahrzehnte ins Wasser gestarrt und Fische beobachtet. Wenn es eine Studie schaft mir so ein gegensätzliches Verhalten plausibel erklären zu können und es mit Schmertzen in Verbindung bringen kann, dann bin ich gerne bereit dieser These Glauben zu schenken, aber erst dann.

Aber das Schmerzempfinden ist schon innerhalb uns Menschen extrem verschieden. Der eine rennt schon zum Arzt, wenn er sich einen Schnitt zufühgt, ein anderer verliert einen Finger, klebt diesen mit Klebeband so ab, dass es nicht mehr blutet und arbeitet weiter (das sind Beispiele, welche ich live miterlebt habe). Die einen finden Tätowieren schmerzhaft, ich konnte fast nicht stillsitzen, weil es mich so extrem gekitzelt hat. Im Kindergarten war ich mit zwei Bauernkinder (ich bin zwischen deren Höfe aufgewachsen) zusammen und immer wenn wir Spazieren gingen, fassten wir uns an den Händen, einer faste dem Vordermann an die Schulter und ein weiterer packte den Elektro-Kuhzaun an, die fingen regelmässig an zu heulen und für uns war es nichts besonderes... Schmerz ist schon innerhalb der Gattung Mensch extrem schwer, genau zu definieren und Artübergreifend ist es noch viel schwerer.

Bis anhin habe ich noch keine Studie gefunden, welche für mich plausibel und logisch erscheint.

bearbeitet von Lutra
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brooktrout    182
vor 18 Stunden schrieb Lutra:

Bei Fischen sehe ich keine solchen reaktionen, im Gegenteil, ein falsch gehakter Fisch geht oft mehr ab, als ein korrekt, im Mund gehakter Fisch. Wenn ich einem 800kg Stier einen Nasenring verpasse, kann ich ihn mit wenig Kraftaufwand führen, weil es ihm sonst weh tut. Das würde ich auch nicht anders machen mit einem Nasenring.

Bin voll deiner Meinung @Lutra , an einen solchen Vergleich hab ich noch gar nie gedacht, ist aber sehr plausibel erklärt :)

Nun aber zum Thema Schülerarbeit: Ich würde wahrscheinlich etwas schreiben, dass Fische ein ganz anderes Nervensystem haben als wir, und deshalb Schmerzen nicht wie wir wahrnehmen.

bearbeitet von brooktrout

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