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kds    506

Mag sein, dass die Kormorane in Seen mehrheitlich Kleinzeugs fressen. In Fliessgewässern ist das aber definitiv anders. 

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Dural    1'029

Wurde das mal in der CH untersucht?

Ein Kanal im Seeland, und wie wir alle wissen hat das Seeland mit Abstand meisten Kormorane in der Schweiz.
Die Barben sitzen wie auf dem Präsentierteller, der Kanal ist Kerzengerade über mehrere Km lang ohne jegliche Struktur oder Versteckmöglichkeiten.
Eine der grössten Kormorankolonie der Schweiz ist 14km Luftlinie von diesem Punkt entfernt. Das waren ca. 100 Barben, auf dem Foto sieht man bei weitem nicht alles, ein verletzter Fisch konnte ich übrigens nicht ausmachen.

Da muss ich mich Fragen wie das überhaupt möglich ist? Wenn man nach manchen Kormoran Geschichten geht, müsste der Kanal längt leer gefressen sein. ;)

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loup    92

Ich bin kein ausgeprägter Gegner von Kormoranen in unseren grossen Seen. Einer Statistik, dass Kormorane nur kleinen Fischen schaden, das glaube ich nicht. Wenn sie die grösseren Fische nicht alle erwischen und schlucken, kann schon sein. Habe aber selber schon genug kleinere Hechte, Seeforellen und Felchen mit, nach meiner Meinung, Kormoranverletzungen gefangen. Vor Jahren schon habe ich im Murtensee zugeschaut, wie ein grosser Schwarm Kormorane die Eglis aus der Tiefe an die Oberfläche gejagt haben. Ob sie auch grosse Eglis gefressen haben, weiss ich nicht. Hunderte grosser Eglis bis über 40 cm trieben Bauch oben an der Oberfläche.!!!!!
Ob die Vögel die Fische nun fressen oder nur töten, schaden tun sie auch den grösseren Fischen..
Es gab damals sogar Fischer, die sammelten diese Fische mit dem Netz ein, und versorgten sie im Boot. 
 

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kds    506

Schön für die Barben. Den Linthkanal haben die Kormorane 86/87 jedenfalls geleert. Und das waren vor allem Fische >30cm.

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Pesche    53

Diesen Sommer beim Rausfahren aus dem Hafen auf dem Bielersee einen Trupp Kormorane ca. 30 Stück aufgescheucht. Die Kormorane sind dann über meine Fahrtrichtung weg geflogen, ich sah das mehrere Sachen ins Wasser vielen. Beim vorbeifahren sah ich dann was da runtergefallen war, 5 Stück Rotfedern zwischen 25-30 cm.

Zudem habe ich mehrmals Kormorane auf dem See beobachtet welche den gefangenen Fisch kaum runterwürgen konnten (auf Distanz ganz klar >30 cm geschätzt). Ich glaube die Kormorane packen was sie zu packen kriegen und versuchen erst dann ob und wie die Beute in den Magen passt. Und wenn sie aufgescheucht werden oder flüchten müssen wird rausgekotzt was beim Fliegen hinderlich ist.

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Dural    1'029

Fun Fakt:
Kormorane machen aktiv was für die Gewässerqualität  :smile: :thumbup:
Durch die grosse Anzahl an Weissfischen die die Kormoran Fressen verringern sie so den Fressdruck auf das Zooplankton, das durch Filtrieren einem übermäßigen Algenwachstum entgegenwirkt. Was zur Folge hat das das Wasser klarer wird und andere Fischarten davon profitieren können.

Ich versuche schon seit Jahren einen Kormoran mit seiner Beute zu Fotografieren, bis heute leider ohne Erfolg :(


@loup

Es gibt eine Untersuchung vom Bund und da wurde dies ganz klar Nachgewissen, dasselbe auch in einer Untersuchung in Deutschland. Was Kormorane Fressen kann man ganz gut nachprüfen, Knochen die sie nicht verdauen können werden ausgewürgt, und da kann man zb. mit dem Ohrknöchelchen die Fischart und die Grösse der Fische bestimmen.

Das kann bei Barschartigen Fischen vorkommen, das machen sie in der Regel wenn sie zu wenig Sauerstoff haben. Wurde auch schon bei Zander beobachtet, übrigens auch komplett ohne Kormoran Einfluss ;)
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen das ein Wildtier eine so einfache Beute wie ein auf dem Rücken schwimmendes Egli an der Oberfläche nicht nimmt, es sei denn es wird von irgendwas gestört...

@Pesche
Klar nehmen die was sie packen können. Auch ein Fisch nimmt praktisch alles, er spezialisiert sich aber auf das was je nach Jahreszeit am meisten vorhanden ist. ;)

bearbeitet von Dural

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Mötti    337

Aber noch mal zurück zum Kormoran. Habe in einem Jäger Forum wo es um die Frage wie und ob man Kormoran verwerten kann etwas interessantes gelesen. Da schreibt einer über die grausig verwurmten Viecher... 

"Und sehr wahrscheinlich ist der Kormoran halt der Zwischenwirt,der zusätzlich noch zur Verbreitung beiträgt,indem verwurmte Kormorane neue Gewässer anfliegen,dort mit dem Kot Wurmlarven ausscheiden und diese wiederrum von Fischen aufgenommen werden....

Der Kormoran frißt dann wieder die(evtl sogar geschwächten und leicht zu erbeutenden) Fische uswusf."

Selber gehöre ich eigentlich nicht zu den radikalen Gegner des schwarzen Vogels und habe meine Freunde an kleinen (Eisvogel) wie grossen (Graureiher) Prädatoren am Wasser. Der Kormoran ist für mich nur das Symptom und der Mensch die Wurzel des Übels. Täusche ich mich, ist das nicht ein Küsten Tier das wegen der Überfischung der Meere in die Binnengeässer vordrang und in den begradigten und an deckungsfreien Flüssen den reich gedeckten Tisch vorfand? Den Linthkanal hat Kurt erwähnt. War ja schon lange nicht mehr ein natürliches Gewässer wie vor dem Bau des Kanals. Ich habe ja schon Verständnis, dass man die Überschwemmungen und die Malaria nicht mehr wollte, aber das hat doch alles seinen Preis. Ich war diesen Sommer am Torne älv und Kalixälven. Da bekam ich eine Vorstellung davon wie das bei uns mal ausgesehen haben könnte und wurde richtig wehmütig. 

Nun ja, ich bin ökologisch ja nicht  ausgebildet und liege vielleicht mit einigem daneben. Auch habe ich natürlich für die Emotionen jedes Fischers Verständnis, welcher seine Strecke vor die Vögel gehen sah und fühle mit diesen mit. Auch die Schilderung von Loup ergreift mich sehr. Aber ich habe trotzdem den Eindruck, dass man diesem Tier eine Sündenbock Rolle gibt. 

Gruss 

Mötti 

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barsch horst    319
vor 8 Stunden schrieb Mötti:

Interessant. Hast Du schon welche gesehen? Wäre wohl ein seltenes Ereigniss. 

https://www.vogelwarte.ch/de/voegel/voegel-der-schweiz/fischadler

Gruss 

Mötti 

https://www.bauernzeitung.ch/artikel/erster-schweizer-fischadler-kommt-zurueck

...und wie ich informiert bin, soll auch das winterfahrverbot auf dem stau von niederried im zusammenhang mit der sichtung von adlern stehen. 

hoffentlich können wir fischer damit umgehen, noch einen gefiederten predator mehr als konkurrenz zu haben. 

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Dickbait    153

Das Thema Kormoran ist wirklich ein leidiges. Ich staune immer wieder, wie sich Fischer nahezu militant für die Vögel einsetzen. Daneben gibt's auch die extremen, die nur den Abschuss befürworten und sagen, nur ein toter Kormoran ist ein guter Kormoran. Die Wahrheit liegt wohl wie so oft irgendwo in der Mitte. Die viel zitierte Studie vom Bund ist kaum repräsentativ; da wurden ein paar BF-Netze herausgehoben und geschaut, ob verletzte Fische drin sind. Keine Ahnung, wieso die immer zitiert wird. Ansonsten ist das Thema kaum untersucht, es ist auch schwierig. Ich habe ähnliche Beobachtungen gemacht wie Loup, nach so einer Jagd auf dem See 100 Egli und Zander bis so 45cm, die wegen Trommelsucht und nicht mal wegen den Verletzungen vereenden. Die sinken übrigens nach ziemlich kurzer Zeit wieder ab, ev. überleben auch ein paar. Und ja, ein paar Rotaugen waren auch dabei, die waren aber in der absoluten Minderzahl. Natürlich ist diese Beobachtung auch nur Teil der Wahrheit. Aber es soll mir niemand sagen, die Kormorane würden ausschliesslich kleine Weissfische jagen, das ist Mumpitz. Die sind sehr schlau, anpassungsfähig und opportunistisch. Und in Fliessgewässern haben die Kormorane die Eigenschaft, dass sie morgens sehr früh einfliegen und dann im Trupp jagen. Das kann z.B. Aeschenpopulationen, die von den Fischern immer mehr geschützt und gehegt werden, auf einen Schlag einfach auslöschen. Da ist dann leider auch keine Bundesbehörde dabei und macht eine Studie. Das ist sehr(!) schwierig feststellbar. 

Ähnlich sehe ich das Herumhacken auf den Berufsfischern. Ich bin weiss Gott auch nicht Fan von ihnen, bin aber der Meinung, dass diese vor allem auf den grossen Seen ihre Daseinsberechtigung haben. Was ist wohl ökologisch sinnvoller; hiesiger Fisch oder importierter Pangasius? Letzterer ist vielleicht für uns weniger direkt spürbar, letztendlich leben wir aber auf demselben Planeten. Und den Leuten hierzulande den Fisch auf dem Teller verbieten, finde ich eine Anmassung. Es fällt natürlich einfach zu sagen, dass der Grund für den Fischrückgang die Überfischung durch die BF selbst sei. Und ihnen zu unterstellen, es hätte gar nicht weniger Fisch, sie wären nur immer kleiner. Das mag zum Teil im Rahmen der Oligotrophierung sogar so sein, die BF kennen aber ihre Fänge und ihre Seen wohl besser als wir. Bezüglich kleiner Fische gibt es übrigens eine Mindestmaschenweite. Falls wieder Unterstellungen kommen, sie würden die Netze in Kleinfischschwärme setzen. Der Berufsfischer lebt von seinen Fängen, ihm gehen Fangrückgänge ans Eingemachte. Für uns ist es reines Vergnügen.

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Dural    1'029

Noch einmal, obwohl ich mich gefühlt 10x widerhole, was kormorane fressen wurde zu genüge untersucht und die ergebnisse sind im europäischen binnengewässer praktisch überall gleich, eventuell unterschiede je nach region und deren fischbestand. Google wird es finden ;)

Das da ab und zu auch mal eine forelle, zander, hecht oder was auch immer mal dabei ist versteht sich von selber. Was zählt ist der durchschnitt und nichts anderes. Das was ihr sieht hat aber selten bis nie was mit dem durchschnitt zu tun, die meisten fische werden noch im tauchgang runter geschluckt! Deswegen ist es auch so schwer einen kormoran mit seiner beute zu beobachten, ich kenne kein einziges gesichertes foto vom seeland wo einen kormoran mit seiner beute zeigt. Die meisten fotos, die interessanterweise seit jahren immer wieder mal auftauchen kommen aus küstenregionen oder osteuropa, wie so wohl?

Und den vertretern der massiven bejagung der freiwasserfische durch kormorane kann ich nur mal nahe legen auf youtube einige unterwasser aufnahmen anzuschauen. Das tier ist dafür regelrecht ungeeignet und tut sich sehr schwer, am liebsten drängen sie die fische in ein hinterhalt, der ist im freiwasser eher nicht vorhanden...

Zum schluss mal ein kleines rechen beispiel mit reinen fantasie zahlen. Wird ein egli von 30cm gefressen, fehlt dies im gewässer, logisch. Aber die natur ist da noch lange nicht zu ende, den das 30cm egli hätte in einem jahr 100 kleine egli gefressen, 100 egli die jetzt die möglickeit haben gross zu werden oder nahrung für andere egli sind. Man weiss das sich egli in den meisten gewässer selber regulieren, mit anderen worten die brut ist deutlich grösser als es das gewässer natürlicherweise durch die vorhandene nahrung eigentlich hergibt. Wo liegt jetzt genau das problem?

Ich denke mit der zeit sollte man inteligenter werden, den wir haben in der schweiz die letzten 200 jahre durch eine ziemlich beschränkte sichtweise praktisch alles ausgerotet, fischotter, adler, luchs etc. seit nicht gegen die natur, seit für die natur!

Übrigens graureiher, die machen den auch nicht halt vor einer ente oder 50cm forelle:

Hier sieht man wie ein kormoran von grösseren fischen abdreht.

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Dickbait    153

Du machst dir das Leben wieder ziemlich einfach, lieber Dural:

1) Wir haben absichtlich erwähnt, dass bei den Jagdverhalten der Kormis sehr viel Kollateralschaden in den Seen entsteht. Diese Fische werden nicht direkt angegriffen, sondern vereenden an der Trommelsucht weil sie aufgeschreckt werden. Dazu muss das Unterwasserjagdverhalten der Kormorane nicht gut sein. Du kannst dir z.B. am von Loup geschilderten See mal ein Bild vor Ort machen, dort fliegen sie täglich ein. Zudem: zeig mir eine grossangelegte repräsentative Studie der Schweiz, aus der hervogeht, dass Kormorane ausschliesslich Weissfische fressen. Danke wenigstens dafür: "eventuell unterschiede je nach region und deren fischbestand". Dass keine Bilder bestehen liegt zum grösstenteil am Verhalten der Tiere: sie sind sehr scheu und schreckhaft, weshalb auch die Jagdvorschriften auf dem See (ohne Motor!) ein Witz sind.

2) Seit wann bist du so interessiert daran, auf Studien zurückzugreifen? Du bist sonst immer der Erste bei induktiven Mutmassungen, der wissen will wieviel der BF fängt, wieviele SF es im See hat und wo die Eglis stehen. Das sind alles nur Beobachtungen deiner selbst und ist keineswegs repräsentativ bzw. genauso wie die von uns geschilderten Erlebnisse.

3) Der Vergleich mit dem Graureiher ist ein Witz: Ein Graureiher frisst erstens nicht ausschliesslich Fisch, zweitens kann er weder schwimmend noch tauchend jagen - er muss immer irgendwo am Ufer stehen. Natürlich können auch Graureiher Schaden bei Kleinstgewässern oder z.B. bei einer Fischzucht anrichten. Wenn du dies aber vergleichst mit der hier überwinternden (und mittlerweile auch ganzjährig angesiedelten) Kormoranpopulation, hat dies eine ganz andere Dimension. Das sind dann Gruppen von mehreren hundert oder tausend Tieren, die täglich während den Wintermonaten einen See -  oder eben im dümmsten Fall auch ein grösseres Fliessgewässer aufsuchen.

Ich werde mich nicht weiter dazu äussern, soll jeder denken und sagen was er will. Aber diese fischerinternen Klüfte finde ich schade, man sollte auch andere Interessen respektieren. Überleg dir mal, wie du reagieren würdest, wenn die Kormorane während der Laichzeit Seeforellen in den Bächen abschöpfen würden. Da würdest du dann auch einfach sagen; "tja, ist halt die Natur" und schauen, wie der Bestand flöten geht.

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Dural    1'029

hmm ich glaube kaum das ich es mir einfach mache, ich habe mich mit dem thema kormoran massiv und zeit intensiv auseinandergesetzt. Ich habe seit rund 20 jahren einen motorboot ausweis, ich bin praktisch am neuenburgersee aufgewachsen und habe live miterlebt wie es immer mehr wurden. 

ich habe zig stunden auf und am see verbracht nur um die kormorane zu beobachten, ich weiss genau wo sie jagen und auf welche fische sie dort treffen. 

komischerweise treffen sich meine beobachtungen ziemlich genau mit den studien im in und ausland überein, und wie schon gesagt halte ich mich bei den fliessgewässer raus, da kann der kormoran definitiv schaden anrichten, was aber oft auch am menschen liegt! 

Zu der trommelsucht problematik habe ich mich übrigens geäussert was ich darüber weiss. Das kann bei barschartigen fischen definitiv auftretten, diese kurzschluss reaktion tritt bei sauerstoff mangel auf, die fische kommen schlagartig rauf und gehen ein. Gut möglich das sie auch durch die kormorane gehetzt werden, das habe ich mit keinem wort bestritten! Aber das dürfte im grossen und ganzen kaum ins gewicht fallen, den mir kann keiner weiss machen das es die regel ist. Dazu gibt es übrigens auch studien ;)

und ja ich hinterfrage alles, und glaube schon erst recht nicht alles. und ja das mit dem BF zahlen würde mich extrem wunder nehmen, dazu sollte man nicht vergessen das es immer wie weniger BF gibt, da ist es nur logisch das die fangzahlen im normal fall runter gehen. 

ich war übrigens heute 4h an einem laichgewässer unterwegs und habe unteranderem einen reiher erwischt wie er den sefos nachstellt, und die gänsesäger die pro jahr wahrscheinlich mehrere tausend kleinere forellen / sefos fressen fang ich schon gar nicht an... Den ich weiss was das bei so manchem fischer auslösen kann ;)

so ich geh jetzt noch weiter, anderes gewässer ;)

bearbeitet von Dural

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René    6

Ich komme aus der Gärtnerbranche und bei uns lautet der Auftrag ganz klar die sogenannten Neophyten (eingeschleppte Pflanzen) müssen bekämpft und ausgerottet werden! Sollte der Kormoran nicht einheimisch sein, dann weiss man also was zu tun ist .

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Dural    1'029

Der kormoran gilt als einheimisch ;)

Noch auf den murtensee bezogen, ich hatte gestern keine zeit, der see ist meiner meinung das beste beispiel "für" und nicht gegen den kormoran! Die fänge der letzten 20 jahre nehmen zu oder bleiben gleich! Vorallem die egli sind in dem see vorbildlich.

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bearbeitet von Dural

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Sascha    17

Spannende Diskussion die ihr hier führt. Wer das Petri Heil abonniert hat, findet in der aktuellen Ausgabe ausführlich meine Sicht der Dinge. Ich muss hier Dural mehr oder weniger in allen Belangen recht geben. Ich selber bin 2-3 mal pro Woche auf dem Neuenburgersee und teile seine Beobachtungen die er gemacht hat.

1. Der See ist trotz der stetig wachsenden Population von Kormoranen randvoll mit (Weiss-)Fischen. Ich persönlich habe ein Rekordjahr gehabt. Noch nie habe ich so viele Fische gefangen. Egli von 50cm bis runter zu 10cm. Hechte von 1+ bis runter zu 15cm. Zander von gegen 90 bis runter zu 15. Seeforellen von 70+ bis runter zu 20cm. Geschleppt wie auch geworfen. Welse en masse. Etc. etc.

2. Nicht nur die Population von Kormoranen nimmt gefühlt zu, sondern auch die von Gänsesägern, Haubentauchern, Eisvögeln, Grau- und Silberreihern und nicht zuletzt auch Möwen. Alles fischfressende Tiere. Selber konnte ich vor einiger Zeit sogar den angesprochenen Adler sehen.  Es wäre rein von biologischen Zusammenhängen nicht möglich, dass eine Population sich ausbreitet, hätte es nicht genug Nahrung (mal abgsehen vom Menschen)

3. Alleine von den von mir beobachteten Jagdrevieren kann ich mit Sicherheit sagen, dass die Kormis im Neuenburgersee in den ertragreichen Frühlings- Sommer- und Herbstmonaten in aller Regel kleine Weissfische und Egli fressen. Jetzt ab Dezember bis zum Frühling sind auch Felchen dabei, weil diese flacher stehen beim Laichakt. ABER: Es hat Zeit deutlich weniger Kormis in dieser Jahreszeit. Die ziehen in grosser Zahl weiter und kommen erst wieder wenn der Grossteil der Fische flacher stehen. Diese paar Vögel dezimieren den Bestand sicherlich nicht in diesem Masse, wie die Erträge der Berufsfischer eingefallen sind. Unmöglich!

4. Solange aktuell 30 Berufsfischer überleben können, ohne auch irgendwelche Anstrengungen in Sachen Innovation zu tätigen, ist der Vogel keine Gefahr. In der heutigen Zeit reicht es meiner Ansicht nach nicht aus, einfach Netze zu setzen und wieder rauszuziehen, im besten Fall die Fische dann noch zu filetieren und dan zu verkaufen. Es gäbe soooo viele Möglichkeiten, den Umsatz zu steigern bei gleichbleibendem oder sinkendem Ertrag.

5. Im Neuenburgersee schädigt der Vogel nicht nachhaltig den Bestand. Anders sehe ich dies insbesondere bei den angesprochenen Fliessgewässern. Gerade die Äsche, die aufgrund von Gewässererwärmung etc. sowieso schon in Gefahr und unter Druck ist, kann durch den Kormoran nachhaltig geschädigt werden. Mein Vater ist Jäger, wir gehen oft gemeinsam an der Aare Kormorane schiessen. Sei es zu Fuss oder mit dem Boot. Aber glaubt mir eines. So einfach ist das nicht. Der Vogel ist extrem schlau und die Fluchtdistanz extrem gross. Gerade wenn er aktiv bejagd wird.

6. Ich persönlich bin fern von einer radikalen pro der kontra Sicht. Ich versuche lediglich zu differenzieren, wo der Vogel wirklich schadet und wo er seinen Platz haben darf und soll.


Gruss, Sascha

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Dural    1'029

Danke @Sascha, und auch die Gedanken von @Mötti finde ich gut.


Fischadler habe ich leider noch keinen gesehen, aber gerade im Herbst machen Fischadler bei ihrer Reise gegen den Süden in der Schweiz ab und zu mal halt.

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Pesche    53

Langsam ein Vogel-Forum hier, die Viecher sind mir zu wenig wichtig. Ich mache hier Winterpause und melde mich im Mittellandseen 2020 wieder :joy::joy:

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Sascha    17

@Dural

Kennst du Laichplätze der Felchen im unteren Seebecken?

Würde da gerne mal ein wenig rumstalken gehen 

Könnte mir beispielsweise vor der Marlboro vorstellen. 

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Dural    1'029

@Sascha
Ja es hat, der Ufer Bereich ist übrigens bis zum 31.01 zu, da es immer mal wieder Bacheinläufe hat (Schongebiete Radius 300m)

Ich bevorzuge aber immer wie mehr den mittleren und oberen Teil des Sees. 

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