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BergseeNamay

Revitalisierung vs. landwirtschaftliche Nutzung

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BergseeNamay    15

Hallo zusammen

Ich habe mich heute mal mit einem Gedankenexperiment gemacht: Was würde passieren, wenn man eine Fläche von ca. einer Hektare Wiesenland (auf ca. 1'500 m.ü.M.) einem bestimmten Bach "opfern" würde, indem man den Bach revitalisiert bzw. seine Fläche verdreifacht. Im Bach, der aktuell in einer schnurgeraden Linie verläuft, hat es derzeit praktisch keinen Fischertrag, da er viel zu schnell geradeaus ohne Struktur fliesst (er liegt etwas ausserhalb eines Dorfes).

Es geht mir mit anderen Worten nur darum, zu prüfen, ob das in den Köpfen zumindest vieler vorhandene Argument, dass mit einer Revitalisierung ein wirtschaftlicher Schaden entsteht, überhaupt vertretbar ist. Es geht mir konkret um die Frage: Kann der zusätzliche Ertrag an Bachforellen durch eine Revitalisierung den Verlust an Gras und damit Verlust letztlich an essbarem Rindfleisch aufwiegen.

Ich habe mich daher im Internet etwas schlau gemacht, was ein Rind frisst, nach welchem Alter es geschlachtet wird und welches Gewicht nach der Schlachtung letztlich essbares Fleisch ist. Wie ich gerechnet habe, wären im konkreten Fall etwa 51 kg Rindfleisch aufgrund des Ertrags an Gras produziert worden in einem Jahr (negative Einflüsse des Rinds auf Umwelt nicht berücksichtigt Methan etc.). Würde man bei der Bachforelle von einem Ertrag von 40 kg pro Hektare ausgehen, ergäbe der Fischertrag im konkreten Fall ein Gewicht von 52 kg (der Filetieranteil allerdings noch nicht abgezogen, ebenso Kosten für Revitalierung nicht berücksichtigt).

Die Frage ist jetzt: Ist die Annahme von etwa 40kg Bachforellen pro Hektare alpiner Bach pro Jahr zu hoch?

Davon hängt nämlich letztlich hauptsächlich ab, was wirtschaftlich nach meiner Überschlagsrechnung mehr Ertrag verspricht. Soweit ich weiss, gibt es noch keine konkreten Berechnungen dazu, ob der Ertrag durch die Landwirtschaftliche Nutzung wirklich zwingend grösser sein muss als durch die Fische. Ich möchte erwähnen, ich habe mich bloss etwas im Internet erkundet über die konkreten Zahlen zur Berechnung, ohne viel Zeit dafür aufzuwenden, aber eigentlich finde ich diese Abwägung noch recht interessant.

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Gumpenkoenig    1'022

Bei deinem Gedankenexperiment solltest du aber noch berücksichtigen dass die Verdreifachung der Lauflänge auch bedeutet, dass die Fliessgeschwindigkeit sinkt weil das Gefälle geringer wird. Das und die Verdreifachung der Fläche erhöhen deutlich die Wassertemperatur im Sommer, und die Auskühlung im Winter, also eine grössere Amplitude im Jahresverlauf. Das ist meistens schlecht!

Auch lagert sich durch die Verlangsamung der Fliessgeschwindigkeit mehr Schlamm ab, weniger Geschiebetransport, dadurch gehen Laichgründe verloren, und sauerstoffliebende Mikrofauna geht verloren....

Also Vorsicht: das Wort „Revitalisierung“ trifft selten zu bei solchen Massnahmen. 

  • Daumen hoch 1

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