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barsch horst    331

Anfangs November ist es passiert. Horst ist fremdgegangen. Vormals überzeugter Kunstköder- und Spin-Spinner, hat er sich eine Flyrod besorgt und einen Wurfkurs zum Geburtstag schenken lassen.

Die Gerte holte er sich beim Dealer seines Vertrauens, nachdem er sich von Freunden bei einer gesunden Menge Bier theoretisch das Fliegenfischen beibringen liess. Der Dealer besorgte auch gleich die praktische Einführung in die Kunst der schwebenden Schnüre. Und schon bald darauf flog ihm die Keule um seine Ohren.

Der Einstieg gestaltete sich nicht ganz einfach. Die Erklärungen von Fliegenguru F. waren aber simpel genug und nachvollziehbar bzw. in die Tat umsetzbar. Das Setting stimmte auch, eine Gruppengrösse von 3,5 Einsteigern und ein schönes Gewässer. Zudem ein Platz mit genug Rückraum für die ersten ungelenken Überkopfwürfe. Einzig die paar Gräser dort dekorierten wir im Verlaufe des Kurses nach und nach mit Cul De Canard (Entenarsch).

Das Werfen an und für sich ist Zen für den sonst zu gelegentlicher Nervosität neigenden Horst. Die Bewegungen, aus dem Oberkörper, 10-2, auf einer Linie usw. im Zusammenspiel mit dem Geräusch der Schnur, reine Meditation, wenn’s denn klappt... Manchmal landet auch das Vorfach in der Wurfschnur (klepf...), der enge Bogen, die fliessenden Bewegungen der Schnur wird abrupt unterbrochen. Die Fliege bleibt in der Flugschnur hängen, fällt zu Boden und ist auf nimmerwiedersehen zwischen den Steinen des Griens oder im Fluss verloren. Dieser Halbtag hat Horst ähnlich viel Wurfmaterial gekostet wie ein durchschnittlicher Tag Spinfischen mit Gummi. So sass Horst gelegentlich auf den Steinen und verfluchte das 0,12mm Vorfach. Wer sich Snaps gewohnt ist, muss sich hier in Akribie üben. Abermals... Meditation.

Wenn die Fliege dann aber dort landete, wo sie hinsollte. Die Strömung die Fliege erfasste und mit sich trug, blieb die Zeit stehen, der Moment war perfekt. Zweimal hob sich ein Fisch vom Grund ab und betrachtete die Fliege. Horsts Herz blieb kurz stehen um dann umso wilder weiterzuschlagen. Ein Lächeln formte sich um seine Lippen und er schwor sich, diesen Moment solange zu reproduzieren bis der Schatten hängen bleibt...

Nun die Frage, machte dieses Erlebnis Barsch Horst zu Aeschen Aschi? Wohl eher nein. Die Eindrücke der neuen Form des Fischens hallen aber bis heute nach und zaubern auch Tage später noch ein Lächeln auf seine Lippen. Ob aus diesem Flirt eine längere Beziehung wird, wird sich zeigen. Die Vorzeichen stehen nicht schlecht dafür und das Sortiment an Trockenfliegen ist auch soweit aufgestockt, dass Horst die Bäume während der Adventszeit schmücken kann. Jetzt setzt Horst nur noch auf den Samichlaus und wünscht sich eine ordentliche Bescherung im Kescher.

Traditionell möchte Horst mal wieder dankbar sein. Danke Fischen-Wenger für die Organisation, Flo für die Geduld, meinen Mitlernenden für Tabak und Gespräche sowie dem glücklichen kleinen Gian mit der krummen Rute für die lehrreichen Stunden auf dem Grien.

TBC, euer...

Horst aka. Cousin R.

P. S: Wenn immer du (fischereitechnisch) über den Gartenzaun schielst, poste deine Erlebnisse in diesem Thread. Auch dein Erlebnis soll Horizonte erweitern. 

P. P. S: Dieser Faden könnte als Nebenwirkung die Wirtschaft ankurbeln und den Tackledealern ihre Umsatz steigern...  Das wäre nicht Absicht gewesen.

bearbeitet von barsch horst
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zuma    100

Lieber Horst

Vielen herzlichen Dank für Deinen Bericht, welcher mir den Tag so sehr versüsst hat!

Dir ist es wie mir in der ersten Saison ergangen - wie oft hätte ich damals die Fliegenrute am liebsten in den....... naja lassen wir das...

Es freut mich natürlich sehr, zwischen den Zeilen Deine Faszination zu spüren und ich hoffe, dass das Fliegenvirus dich nicht mehr verlässt.

Wünsche Dir ne dicke 40+ Aesche an der Trockenfliege und grüsse herzlich

Kurt

und nochmals danke für den herrlich geschriebenen Bericht!!!

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nemo    182
vor 21 Minuten schrieb zuma:

Lieber Horst

Vielen herzlichen Dank für Deinen Bericht, welcher mir den Tag so sehr versüsst hat!

Dir ist es wie mir in der ersten Saison ergangen - wie oft hätte ich damals die Fliegenrute am liebsten in den....... naja lassen wir das...

Es freut mich natürlich sehr, zwischen den Zeilen Deine Faszination zu spüren und ich hoffe, dass das Fliegenvirus dich nicht mehr verlässt.

Wünsche Dir ne dicke 40+ Aesche an der Trockenfliege und grüsse herzlich

Kurt

und nochmals danke für den herrlich geschriebenen Bericht!!!

Dem gibt es eigentlich nichts anzufügen - merci beaucoup! :thumbup:

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WASABI    875

:joy: supi Rolf, schön geschrieben, hab mir gerade vorgstellt wie du rumzappelst beim Wedeln...

Nächstes Jahr also nur noch mit der Fly ins Graubünden? :stuck_out_tongue_winking_eye:

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barsch horst    331
vor einer Stunde schrieb WASABI:

:joy: supi Rolf, schön geschrieben, hab mir gerade vorgstellt wie du rumzappelst beim Wedeln...

Nächstes Jahr also nur noch mit der Fly ins Graubünden? :stuck_out_tongue_winking_eye:

Damit ich die Spinnerei aufgebe, müsste viel passieren. Welche Gerten uns ins Grischa begleiten, darüber sprechen wir im Sommer '18, wenn es um die Planung geht. evtl. habe ich ja die Fliegenrute bis dahin auch im Affekt/einem Tobsuchtsanfall auf meinem Knie in Stücke gehackt... OK?

@zuma: Merci, das wünsche ich mir eigentlich auch...

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grischafario    70

Hej Cousin R.

Schöner Bericht, danke :D das Lesen hat meine Fahrt nach Genf grad um ne halbe Stunde verlängert, da ich voll das Umsteigen verhängt habe :grin:

MEDITATION !!! :joy:

Mir selber gings vor 1 1/2 Jahren auch so, aber nach dem ersten Jahr und nur 1-2 Aktivitäten mit der neuen Technik nahm ich dieses Jahr wieder einen Anlauf. Es gab Sch... tage an denen ich mir meine Spinnrute samt Cheburaska und Gummiwurm wünschte, damals als das Wasser reissend den Bach herunterkam und der Wind über den Bergkamm das Tal hinunter peitschte :laughing:

Aber dann - oh Wunder - gelangen mir die ersten Fänge sowohl im Bach als auch im See - und dieser Moment, wo der Fisch deine Fliege nimmt und sich deine Flyrod alsbald tief in seine Biegekurve legt - unvergesslich :heart_eyes:

Und drum, um einen Grischa-Ausdruck zu benutzen: Draa bliiiba!

Herzlich

Cousin D. aka grischafario aka Dani

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Forelle1958    417

Kompliment Rolf zu deinen wunderschönen Schilderungen:thumbup:. Meine Erfahrungen sind sehr ähnlich. Als fast-Methusalem habe ich vor einigen Jahren den ersten Wurfkurs besucht, dabei aber noch nicht wirklich Feuer gefangen. 

Das Dekorieren von Bäumen und Sträuchern war meine echte Stärke :joy:

Nach den ersten Fängen auf die Trockenfliege war ich allerdings völlig angefixt, obwohl ich nach wie vor wurftechnisch ziemlich unbegabt bin. Der Fang einer 20iger Bachforelle, Saibling oder Äsche mit der Fliegenrute führt bei mir zu einem wahrem Glücksgefühl:D.

Das Verhältnis zwischen Fliegen- und Spinnfischen hat sich in den vergangenen drei Jahren bei mir markant Richtung Fliegenfischen verschoben und die Fische wurden meist auch etwas kleiner. Aber ich geniesse es einen Fisch durch List und die richtige Wahl der Fliege zu überlisten.

Für mich keine Frage, du wirst deinen Entscheid nicht bereuen, aber das Spinnfischen kann auch echt cool sein:thumbup:

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barsch horst    331
vor 47 Minuten schrieb Forelle1958:

...Als fast-Methusalem habe ich vor einigen Jahren den ersten Wurfkurs besucht...

Das Dekorieren von Bäumen und Sträuchern war meine echte Stärke :joy:

Grunzsätzlich: Danke für die Blumen 

Aber welchen Methusalem meinst du? Methusalem bezeichnet laut wikipedia:

  1. eine biblische Person, welche angeblich 969 Jahre alt geworden sein soll
  2. eine Weinflasche mit 6 Litern Inhalt
  3. den Baum Methuselah, der lange den Rekord als ältestes Lebewesen hielt
  4. fiktionale Charaktere (Methuselae) in der Light-Novel-Reihe Trinity Blood
  5. den inoffiziellen Namen eines Planeten, siehe PSR B1620-26 b

Bei Punkt eins könntest du ja noch rund 900 Jahre an deiner Wurftechnik feilen. Das macht jede Talentfreiheit wett... Trotzdem tippe ich mal auf Punkt 2, das erklärt dann auch die dekorierten Bäume...

Unter Freunden: evtl. würden ein paar Dezi Inhalt ja genügen.

Bis bald

R. aka B. H. aka Cousin R

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Forelle1958    417

Punkt 1 trifft voll umfänglich zu; bekanntlich ist man immer so alt wie man sich fühlt und 900 weitere Jahre benötige ich wohl locker um einen geraden Wurf hinzu kriegen :joy:

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    • Von Dural
      Ausgangslage war der oben Bericht von Barschhorst...
      Gut geschrieben 
      Aber Fliegenfischer werde ich durch das noch lange nicht, ist mir einfach viel zu langweilig. Da habe ich lieber die Casting:  Aktion, Herausforderung, Spass und ich kann durch meinen direkten Einfluss auf den Köder den Fisch quasi überreden, das ist zugleich auch der Punkt der mich beim Fliegenfischen am meisten nicht zusagt, die Fliege treibt auf dem Wasser und man kann sie vielleicht noch etwas an zupfen, das war’s. Wie man sieht liebe ich halt die Hardbait Fischerei, den da habe ich auch die meiste Kontrolle über alles.
      Aber jedem das seine  
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