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Mötti    399

17.5.2017

Bei der Fahrt durch die Nacht über den Alibis ist mir etwas mulmig. Hoffentlich springt mir nichts vor die Räder. Aber alles geht gut. Es ist noch dunkel als ich beim Spot bin und meine Rute auspacke. Es ist der zweite Versuch auf Schleie am Türlersee im Freiangelrecht mit einer Rute. Letzte Woch mit Nöggi hatte es nicht sein wollen. Da hatte ich mich verzettelt und von springenden Fischen ablenken lassen. Das passiert heute nicht. Heute bleib ich bei der Schleie. Es wäre mein erster Fisch von diesem Gewässer. Hätte ich bei meinen Versuchen als Kind hier am Türlersee nicht nur Köder in die Bäume geschossen, dann hätte ich vielleicht einen allerersten Fisch gefangen. Einen ersten Fisch und das Fischervirus hätte mich bereits damals gepackt… Aber nein, das passierte erst sehr viel später, weit weg von hier.

Ich hänge das fertige Vorfach in den Karabinerwirbel, beködere mit einem Stück Dendrobena und ein paar Mistwürmern und werfe ein erstes Mal aus. Mit der Rute habe ich nicht so Übung. Ist eigentlich eine überlange und recht straffe Äschenrute, aber sie ist meine einzige Posenrute. Und mit Pose angle ich heute. Die Montage die ich verwende wird Liftmontage genannt. Ein Gummistopper auf die Hauptschnur, ein vorbebleiten Waggler, 2 plus 2g mit langer Antenne, noch einen Stopper um den Knoten zu schonen, Karabinerwirbel, Vorfach mit Bleischrott und etwa 20cm vor dem Haken noch ein Hebeblei-Schrot. Nimmt eine Schleie kopfüber vom Grund den Köder und richtet sich anschliessend wieder in die Horizontale aus, so steigt die Antenne weiter aus dem Wasser. Nach allem was ich gelesen habe, sollte dies das Non plus Ultra in Sachen Montagen auf Schleien sein. Nachher mache ich etwas Futtermischung bereit. Mehl von altem, dunklem Brot, etwas Komposterde, ein paar Mistwürmer und ein paar Dendrobena Stücke. Alles zu einer Kugel kneten und neben den Waggler werfen. Es geht nicht lange und schon hat es regen Betrieb um meine Pose und dann bewegt sie sich sehr deutlich. Ich schlage an, Fisch gehakt. Aber nicht sehr grosse Gegenwehr. Was ich da habe ist ein grosses Rotauge. Ich mache die Hände nass, hake die Schwale ab und lasse sie wieder schwimmen. Ich will kein Rotauge, ich will eine Schleie. Ich beködere neu, werfe aus… Ach nein, die Montage hängt im Schilf. Der Haken bleibt hängen und muss abreissen. Zum Glück kommt noch der Waggler in Reichweite des Keschers. Also alles neu montieren, noch ein Wurf. Der war auch nicht gut, zu weit im See draussen. Ich sehe eine Schleie am Steg vorbei schwimmen. Hole wieder ein, Werfe aus. Jetzt ist er wo er sein muss. Warte ab, aber nichts geht an den Haken. Manchmal bewegt sich der Zapfen etwas, aber nicht wirklich fest. Die Schleie ist wohl weiter. Zu viel Betrieb vor Ort. Hätte doch nicht anfüttern sollen.

Ich ziehe die Montage ein, während wieder mal eine Schleie am Steg vorbei schwimmt. Jetzt werfe ich auf die andere Seite des Stegs, dort hat es auch Schilf. Aber wieder falsch gesetzt, wieder Hänger, wieder Abriss, diesmal mit Verlust des Wagglers. Langsam nervt mich die Sache. Ich montiere einen kleinen Schlitzzapfen und bleie das Vorfach aus. Nichts mehr mit Hebeblei und so Sachen. Einfach stink normal knapp auf oder über Grund. Jetzt als Köder nur noch mit Mistwürmern am Haken. Ich werfe aus und es passt. Zehn Sekunden später bewegt sich das Schilf in unmittelbarer Nähe zum Zapfen. Ja, darauf habe ich gehofft. Der Zapfen taucht ab, ich schlage an und der Fisch hängt. Erste kurze Flucht, geht gut. Ich bugsiere ihn aus dem Schilf. Zweite kurze Flucht und eine dritte unter den Steg. Aber jetzt ist Schluss. Die Schleie mag nicht mehr. Ich keschere das schöne Tier. Der Fisch wird versorgt und anschliessend fotografiert.

Schleie.thumb.JPG.f93aa019d1896bda11888188c54959fe.JPG

Dann nehme ich ihn aus und pack ihn in die Kühltasche. Nochmals beködern und auswerfen. Aber bis die Sonne aufgeht passiert nichts mehr. Dann ist es Zeit für mich zusammen zu räumen. Muss heute auch noch ins Geschäft kommen. Ich fahre nach Hause und werde von meiner Jüngsten mit der obligaten Frage an der Türe empfangen. «Papi, häsch än Fisch gfangä?» - «Ja, han än Fisch gfangä.» -  «Was für einä?» - «Ä Schläiä» «Mami, Mami, dä Papi hät ä Schläinä gfangä». Wie ich das liebe. Und jedes Mal denke ich, bald ist dieser Zauber vorbei und sie ist gross geworden. Meine Frau reagiert weniger euphorisch auf meinen Fang. «Isch dä guet? Hat dä vill Gröt? Dä git’s nöd im Ladä, oder?» «Mol, mol, dä Migros hät au scho gha»

Einige Zeit später stelle ich ein paar Bilder vom Fang und von der Morgenstimmung in einen What’s Up Gruppen-Chat, welcher für eine Zusammenkunft meiner Ehemaligen Kollegen aus der Gewerbeschule eingerichtet wurde. Einer antwortet «Schöns Läbä häsch». Dem kann ich nicht wiedersprechen. Das haben doch alle Fischer.

Am Abend wird der Grill angeworfen. Den Fisch habe ich mit Käutern gestopft und will ihn direkt ohne Alufolie, dafür mit knuspriger Haut haben. Aber hier mache ich einen Fehler. Damit nicht alle Holzkohle zwischen das Gitter fällt misch ich mit Bricklets. Die ganze Sache ist viel zu heiss und weil sich die Höhe des Rosts nicht verstellen lässt wird die haut nicht knusprig, sondern schwarz und in der Mitte ist er noch nicht ganz gar. Die Haut lässt sich zumindest gut ablösen, aber so wie ich mir es vorgestellt habe ist’s nicht geworden. Schade, muss ich nächstes Mal besser machen. Das Fleisch ist fest, der Geschmack ist mild. Ich war etwas unsicher, ob das mit einer Schleie aus dem Türlersee ohne tagelanges wässern ohne zu mööseln geht. Zumindest im Mai scheint’s zu gehen. Aber nächstes Mal paniert in der Pfanne, oder im Wald als Stockfisch über dem Feuer? Und die Montage, nächstes Mal mit Feederrute und kleinem Birnenblei auf Grund? Mal schauen.

Verwendetes Tackle:

Sportex unbekanntes Modell, überlang (mehr als fünf Meter) Äschenrute

Daiwa Theory ’16 in Grösse 3012 mit 0.25mm Stroft GTM

Stucki Schlitzzapfen

Stucki Karabinerwirbel

Owner Karpfenvorfach 0.20mm mit Schonhaken Grösse 4 / RL-238

Schrotblei

Gruss

Mötti

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hoeni    12

Petri Mötti!

Ich hätte mich nicht getraut den Fisch zu essen. Sind vermutlich die schweizerischen Vorurteile, vielleicht komme ich nächste Woche auch an eine Schleie, dann nehm ich sie doch mal mit nach Hause.

Gruss und vielen Dank für den Bericht

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Mötti    399

Danke für die Glückwünsche.

@hoeni:

Das hängt wohl sehr vom Gewässer ab. Ein sauberer See geht offenbar gut. Schleien ernähren sich wenn es geht lieber von Getier als von Pflanzen. Aber wenn Du eine Schleie in einem schlammigen Teich fängst, dann könnte es schon kritisch mit dem Geschmack werden. Habe gelesen, man könne mit filetieren und über Nacht in Milch einlegen das Mööseln beheben. Kann mir gut vorstellen dass das stimmt. 

Gruss 

Mötti 

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Dural    1'123

Schleien sind wirklich cool, ich beobachte die auch mal gerne am Ufer. Die grösste die ich mal fing war über 50cm am Neuenburgersee vor ca. 25 Jahren.

Petri.

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WASABI    867

Da sind die CH-ler eh seltsam was das Essen von Fischen betrifft. Auch manche anderes auch...:joy:

Ausser Forellen,Egli oder Felchen gibt es für die meisten nix anderes. Dabei ist Karpfen, Schleie, Karausche ebenfalls sehr lecker....

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Mötti    399

Schon so. Das fängt bei den Kochbüchern aber an. Z.B. Betty Bossi, Vielseitige Fischküche. Da hat es bei den Süßwasserfischen neben Salmoniden und Felchen nur noch Egli, Hecht und Zander drin. Nicht mal Trüsche. Schade eigentlich. So beraubt man sich der kulinarischen Erfahrung. Wenn man auswärts essen geht, dann darf es hingegen wieder sehr exotisch sein. 

Gruss 

Mötti 

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Mötti    399

3.3.2020

Die Fahrt über den Albis ist auch dieses Mal heikel. Dieses Jahr stand bis jetzt jedes Mal ein Reh am Strassenrand. Heute nicht, vieleicht liegt es am bevorstehenden Wetterwechsel. Der soll am Abend kommen. Dann ist wieder nichts mehr mit Schleien. Hatte bis jetzt immer kein Glück, wenn das Wetter nicht so gut ist oder es zu windig ist. Drei Tage volle Sonne, ein bisschen Biese ist noch ok, dann klappt es mit den Schleien. Zumindest scheint es so bei mir zu sein. Der Mond steht schön am Himmel. Auf dem Parkplatz angekommen leere ich noch den Rest vom Kaffee, packe alles aus und stampfe durch die Dunkelheit zum neu gebauten Fischersteg.

Dort angekommen breite ich mich aus und zünde die Kerze in der Laterne an. Das zusammenstecken der Rute und vor allem die Schnur bei Kerzenschein durch die Ringe ziehen ist etwas knifflig, aber es geht. Beim Tackle haben sich seit der ersten Schleie viele Sachen geändert. Wer sich mit dem beangeln von Schleien befasst, der kommt über kurz oder lang zu den Engländern und dann früher oder später zu Fred J. Taylor. Der hat im Heft "Tench Fishing" sehr aufschlussreich darüber geschrieben, wie man vor sechzig Jahren das betrieben hat. Vieles davon findet in der Zwischenzeit bei mir Anwendung. Angefangen bei der Rute die er darin empfiehlt, eine hohl gespliesste Chapman of Ware, Hunter 12ft. Er war kein Freund von Risiko und wenn man mit gespliessten Coarse Fishing Ruten ans Wasser geht, sollte man das Tackle den Gegebenheiten im Wasser, Zielfischen und überraschenden Beifängen anpassen. Meine Hunter ist eine NL, new look - reduziert auf das wesentliche. Auch wenn ich weiss, dass dieser Marketing-Gag damals dem Kostendruck und Konkurzenzkampf geschuldet war, so gefällt sie mir trotzdem ausgezeichnet.

Chapman_Hunter.PNG.3952770936ad47bd03bb4cff1ad2ee52.PNGChapman_New_Look.thumb.PNG.b9a8c7547c6fde1a17f7b2720e2d5bcc.PNG

Bei der Rolle weiche ich bewusst von Taylor's Empfehlung ab. Eine gute Centrepin aus dieser Zeit macht einfach mehr Spass als eine Spinning Reel. Wenn die Wurfdistanz nicht entscheidend ist, so geht dies ausgezeichnet. Meine Wahl ist eine J.W. Young Rapidex. http://www.jwyoungs.co.uk/rapidex.htm

Auch die Schnur ist eine klassische. Die Maxima Chameleon hat genügend Dehnung um der Rute zu helfen Fluchten von starken Fischen auszubremsen und die Ringe, als auch den Bambus zu schonen. Eine vorgedehnte Schnur wie eine Stroft GTM ist nach meiner Auffassung nicht das richtige für dieses Material. https://www.maxima-line.de/maxima-schnüre/maxima-chameleon-red/

Auf die Schnur fädle ich zuerst eine kleine Stachelschwein-Pose von Joe McLean und dann ein Stück Float Rubber um sie zu fixieren. Ideal für die Lift Montage wie sie FJT beschreibt.

Bei den Haken will ich mich aber nicht rumärgern, sondern nehme moderne japanische Wormer F-875 von Sasame in der Grösse 8. Die sind sehr scharf, dunkel, sehr dünn und für den Einsatz genügend stark. Unauffällige Haken sind bei den Schleinen wichtig. Die lassen sich sehr viel Zeit den Köder zu prüfen. Das einzige was mich an den Haken nervt, ist der Umstand, dass es die nicht Barbless gibt. Habe den Hersteller angefragt und bin über die Anwort etwas erstaunt. Dies sei auch schon von Händlern aus der Schweiz verlangt worden, aber sonst von nirgendwo in Europa. In Japan seien es nur ganz wenige Forellenfischer die Barbless fischen. Nun ja, das Freiangelrecht mag bei uns für vermehrte Nachfrage sorgen. Wie auch immer, so muss ich halt da noch selber abdrücken. https://www.sasame.co.jp/english/hooks/ringed-eye.php

Den Haken binde ich mit einem Palomar-Knoten direkt an die Hauptschnur. An dem Spot wo ich angle, da geht das gut ohne Vorfach. Der Knoten ist mein absoluter Lieblingsknoten um kleine Sachen wie Haken, Wirbel oder Snaps anzubinden. Einfach zu binden und extreme Knotenfestigkeit. http://www.angelknotenpage.de/Knotenbank/palo.htm

Etwa 8cm vor dem Haken klemme ich ein Bleischrot in Grösse SSG (steht für Swan Shot Grain). Dieses Ankerblei reicht um die Pose so zu halten, dass nur noch der kleinste Spitz aus dem Wasser schaut. Je nach den Verhältnissen reichen gemäss Taylor auch noch kleinere Posen mit einem AA oder sogar BB (das steht für Black Bird - es wurden ja ursprünglich die Schrotkugeln der Jäger verwendet). Weiches Bleischrot (Super Soft Shot) macht die Firma Dinsmore , auch als non toxic für den britischen Markt. Die Version die man in der Schweiz kaufen kann ist vermutlich die günstigere lead Version. https://www.dinsmores.co.uk/viewcategory/?catId=4

Jetzt mache ich ein paar Mistwürmer aus dem eigenen Kompost auf den Haken und gebe acht, das dieser wirklich gut vom Köder verdeckt ist. Da ich nicht das erste Mal hier fische, weiss ich wie tief ich etwa die Pose festmachen muss. Aber eben, nur in etwa. Es braucht sicher fünf mal werfen und nach stellen, bis ich zufrieden bin. In der Zwischenzeit beginnen einige Hechte in der Nähe sich bemerkbar zu machen. Ich hoffe die verscheuchen mir die Schleien dann nicht von meinem Spot.

Nun schütte ich ein wenig Futter in den Gemellendeckel mische dies mit wenig Wasser an. Die Betonung liegt auf wenig. Nur weil anfüttern erlaubt ist, heisst dies nicht, dass man es im grossen Stil machen muss. Es reichen zwei, drei Golfbälle rund um den Köder und anfüttern am Tag davor oder gar über längere Zeit ist in keiner Art nötig. Entweder man weiss bereits wo sie durchziehen und fressen oder man kundschaftet es vorher aus.

Kommen sie oder kommen sie nicht? Da, ein dunkler Schatten zieht knapp vor dem Steg vorbei. Aber fressen wollen sie noch nicht. Dafür mach sich wieder ein Hecht bemerkbar. Hinter mir höre ich den Specht hämmern und bald werde ich wohl auch wieder den Pfau hören der auf igend einem Bauernhof hier lebt. Rotfedern machen Ringe im Wasser, aber keine Schleie mehr in Sicht. Oder doch, dort hat es wieder eine. Und noch eine zweite Schleie. Eine kommt langsam näher zu meinem Köder. Die Spitze der Pose wird streng beobachtet. Je nachdem würde sie abziehen oder die Pose kommt ganz rauf und zeigt den Hebebiss an. Meine Hand sucht die Rute. Jetzt, ja, sie hängt. Sie flüchtet, die Rätsche der Centreping schreit auf, die Flucht bremse ich mit dem Finger am Rand der Rolle. Ab und zu drehe ich die Rute so, das die Ringe nach oben zeigen und belaste damit den Blank auf beiden Seiten. Sobald der Fisch müde wird, versuche ich ihn zu keschern. Denkste, noch eine Flucht. Aber jetzt. Ab in den Kescher, Fisch versorgen, Haken neu beködern und auswerfen. Nach ein paar Minuten zieht eine grosse Schleie mit zwei kleinen ganz nah bei ihr sehr eilig vorbei. Die wollen wohl die Hecht täuschen und ihnen vorgaukeln sie seien ein riesen Fisch. Noch ein wenig Zeit verstreicht und da macht sich wieder eine Schleie in Richtung Köder auf. Ich versuche mich möglichst nicht zu bewegen. So nah wi ich beim Fisch bin würde er mich in Dämmerlicht wohl schon sehr gut sehen können, wenn er den nur schauen würde... Aber er interessiert sich zum Glück mehr um meinen Köder. Und..., Fisch hängt. Etwa gleiche Grösse wie die erste Schleie mit gleicher Stärke. Es klappt auch jetzt alles gut und Nummer zwei ist im Kescher. Fisch versorgen, ein paar Fotos, zusammenräumen und ab ins Homeoffice.

5edc25ce3b295_Schleien_Trlersee_03062020.thumb.JPG.60c6053937d143a605201343bd650ff0.JPG5edc26104f907_Trlersee_03062020.thumb.JPG.d7249ae559f224509ce0f6b43dd8e99e.JPG5edc25ea7816a_Platz_Trlersee_06032020.thumb.JPG.6d6e4966fffd9bf584e1690220102f47.JPG

Am nächsten Tag mach ich die eine Schleie mit gehacktem Peterli und Parmaschinken im Bauch und Mehl, sowie etwas Parmesan, Salz und Pfeffer auf der Haut in der Fisch-Bratpfanne. Sie ist fast etwas zu klein dafür. Die Fische waren um die 45cm. Zusammen mit etwas Kartoffeln mit Butter und Schittlauch, etwas Zitrone und Mayonnaise eine feine Sache. Der zweite Fisch habe ich meinem Vater gebracht. Der isst jetzt zum ersten Mal in seinem Leben eine Schleie.

Noch etwas zu gespliesseten Ruten und Centrepin. Muss man sich das beim Angeln auf Schleien antun, mit solch antiquirtem Gerät zu fischen? Nein, muss man nicht. Aber es macht sehr viel Spass. Für mich etwas der ganz schönen Sachen die man machen kann und ich hätte überhaupt keine Lust so etwas wie es heute gängig ist mit Selbsthakmontage und Boilie am Haar auszuprobieren. Durchaus möglich, dass so mehr Fisch und grösserer Fisch geht. Ist aber nicht mein Ding.

Gruss

Mötti

bearbeitet von Mötti
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Mötti    399

Vielen Dank Andreas. Ja, ich habe Freude an alten Dingen und schönem Design. Wenn ich so eine alte Turmac Schachtel ansehe, bin ich verdammt froh, dass es die Firma nicht mehr gibt. Das löst bei mir Fernweh Gefühle aus, dass könnte ein Grund sein eine volle Schachtel zu kaufen und wieder mit dem Rauchen zu beginnen. Echt das letzte was ich will. 

Aber da ist auch eine Leidenschaft für Naturmaterialien wie Leder und Bambus dabei,, sowie für Handarbeit. 

Nichts desto trotz macht auch die Fischerei damit sehr viel Spass. Für mich hat eine Gespliesste nicht nur für Fliegenfischen seine Berechtigung.

Gruss 

Mötti 

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Terraformer    22

Hallo Mötti

Was für ein schöner Bericht!
Gespleisste Ruten....? Ich erinnere mich, in den siebziger Jahren, als ich ein Junge war, an alte Herren die mit so Gerät am Thunersee auftauchten. Aber die Centerpin, da hat es mich durchzuckt: Ich bekam eine solche Rolle geschenkt als ich etwa 13 war. Evt.ein Schweizer Fabrikat, dunkelblau, und damals schon ziemlich gebraucht. Ich habe sie nicht geschätzt, statt dessen die Stationärrollen bewundert.Was am ärgerlichsten ist: Ich habe keine Ahnung wo sie hingekommen ist....könnte mir die Haare raufen.

Tolle Beschreibung deiner Angeltour, danke. Hmmmm...der Türlersee ist nicht zu weit und eine Schleihe habe ich noch nie gefangen....ist ne Ueberlegung wert!

Grüsse

JO 

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Mötti    399

Hoi Jo

Der Türlersee ist einen Ausflug wert, aber steh früh am Wasser. Wenn der Rummel losgeht und das passiert schnell im Sommer, dann ist es nur noch halb so herrlich. 

In der Schweiz sieht man sehr selten gespliesste Ruten die gefischt werden. Am ehesten wohl noch unter Fliegenfischern. Wir haben ja auch einige Rutenbauer hier, die wohl wie die meisten Festland Europäer fast ausschließlich Fliegenruten machen. In England gibt es noch ein paar welche die traditionellen Coarse Fisherman mit neuer Ware versorgen. Die richtige Gespliesste macht sehr viel Spass.

Ich kenne neben den beiden LEMAX und der Schindler keine Centrepin aus der Schweiz. Die sind aber nicht blau. Wenn es eine solche gibt, dann wird @fishon es Dir wohl sagen können. Auf jeden Fall finde ich das Centrepin fischen im Nahbereich sehr reizvoll. Habe zwar noch nie mit BC Rollen und erst einmal mit einer Laufrolle gefischt. Das Feeling von der direkten Verbindung zum Fisch wird aber gleich sein. Ich wünsche Dir auf jeden Fall, dass Du den richtigen Karton im Dachboden noch findest bevor die Schleien Saison startet. 

Gruss

Mötti 

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    • Von Terraformer
      Hallo zusammen
      Die Naturköder oder Lebensmittel die im Freiangelrecht, z.Bsp. Aargau, erlaubt sind, gehört da ein Fischfetzen, sprich ein Stück Fischfilet mit Haut auch dazu?
      Danke und Gruss
      Jo
    • Von Viola
      Vollständigkeitshalber füge ich hier Informationen über die Freiangelfischerei im Kanton Zürich ein.
      Gerätschaften
      Das Freiangelrecht im Zürichsee, Greifensee, Pfäffikersee und Türlersee berechtigt zur Ausübung der Angelfischerei ohne Patent vom trockenen Ufer aus mit einer Angelrute oder Schnur mit einem einzigen Köder mit einem Einfachhaken ohne Widerhaken. Erlaubt sind natürliche Köder, Lebensmittel und künstliche Fliegen. Ausgenommen sind Köderfische. Fliegen dürfen maximal Hakengrösse 8 aufweisen.
      Zeitliche Beschränkung
      Im Zürichsee darf die Freiangelfischerei nur von 04.00 - 23.00 Uhr während der Sommerzeit und von 05.00 - 22.00 Uhr während der Winterzeit ausgeübt werden. In den übrigen Gewässern gilt keine zeitliche Beschränkung (vorbehalten bleibt der nächste Abschnitt).
      Weitere Gewässerabschnitte für Jugendliche
      Jugendlichen unter 18 Jahren ist ferner das Fischen mit den hier genannten Gerätschaften von 7.00 - 19.00 Uhr ohne Bewilligung gestattet:
      in der Limmat am linken Ufer am Stadthausquai vom Steg zum Bauschänzli an abwärts bis zur Münsterbrücke (Helmhausbrücke). in der Limmat am rechten Ufer des Neumühlequais vom Kino Walche an abwärts bis zur Garageneinfahrt des Hotels Marriott. Im Rhein in der oberen Hilfsstauhaltung unmittelbar unterhalb des Känzelis beim Kraftwerk Rheinau bis zur etwa 150 Meter flussabwärts gelegenen Grenztafel. Fischereivorschriften
      Die allgemeinen Fischereivorschriften (insbesondere Schonzeiten, Fangmindestmasse und Fangzahlbeschränkungen) gelten auch für die Freiangelfischerei! Ebenso sind die Tierschutzvorschriften einzuhalten:
      Betäuben des Fisches mittels Schlag auf das Genick und anschliessendes Ausbluten mittels Kiemenschnitt oder sofortigem Ausnehmen. Das sachgerechte lebende Hältern von Fischen ist nur Personen mit einem Sachkundeausweis erlaubt.
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