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barsch horst

Grischa-Bern-Connection '17

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barsch horst    331


Et voila, neues Jahr, neue Taten... Auch im 2017 starten wir diesen Thread und halten die Grischa-Bern-Connection aufrecht. 

Am 5. April starteten Cousin D. aka grischadingsbums und ich, Cousin R. aka. Barsch Horst, unsere gemeinsamen Aktivitäten in Sachen Angeln. Wir waren beide ziemlich scharf auf Bach und Neuland. Entsprechend wählten wir unser Gewässer... Hier schon mal eine kleine Vorwarnung: Wer geil darauf ist, Bilder von grossen Fischen vor Augen geführt zu bekommen, der darf ruhig wegzappen. In diesem Beitrag geht es um den Thrill "neuer" Gewässer, Wirtschaftsförderung & Schmücken von Bäumen.

Wir entschieden uns, für den Einstieg in die Forellensaison einmal gegen das BEO und wendeten uns Richtung Norden. Unser Ziel war ein von uns noch unbefischtes Patentgewässer im jurassischen Teil des Kantons Bern. Der Start in den Tag war problemlos. Keine Ahnung weshalb, aber wenn ich arbeiten gehe, dann steh ich nie so locker auf. Bei ersehnten Angelaktivitäten ist der Wecker dann total überschüssig. 10 Min. vor dem Wecker, draussen ist noch dunkel, steh ich im Bett. Kaffee kochen, Proviant in den Wagen & ab. Cousin D. reibt sich noch etwas die Tränensäcke. Verständlich, hat er doch gestern den Rotwein selbst fertig trinken müssen, da sein Cousin R. irgendwann abriegelte und den Finger übers Glas hielt. Wir erhielten dann im Arbeitsverkehr Zeit zum Wachwerden... Eigentlich hasse ich Autofahren. 

Irgendwie und irgendwann schaffen auch wir es in den Jura, wählen Rute aus, klettern über die Bahngeleise, ducken uns zwischen den Büschen durch und dann liegt sie uns zu Füssen. Eine Schönheit, empfänglich und klar.

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Auf engem Raum rückhändig werfen. Schwierig, schwierig... Die schönen Züge und ausgespülten Aussenkurven laden dazu ein, die Wobbler zu waschen. Die Farios lassen sich aber von unserem Geangle nicht weiter beeindrucken. Dafür beissen die "Schnappfichten" im Uferbewuchs kräftig nach unseren Ködern. Da leistet man sich einen Tag in der Natur, ohne Konsumzwang, unter Freunden, einfach, mit Rute, Cervelat & Milchkaffee aus der Thermoskanne und dann das... Meine Bilanz sieht gut aus, für den Detailhandel a la Wenger, Bernhard, Fishspirit, Fischerhüsli und Co. Im Uferbewuchs der Schüss hängt jetzt Munition für ca. 100.- und ein Narr, wer denkt, diese werde nicht ersetzt werden müssen. Immerhin hat der Bach auch gegeben. Aus einem Busch konnte ich einen Wobbler im Fariodekor rauskramen. Ein spannendes Geschoss, welches ich niemals kaufen würde. Aber evtl. ist das ja der Grund, weshalb ich ohne Fischgeruch an Finger und Kescher wieder von dannen zog...

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Damit ihr in etwa seht, was uns zum Teil erwartete... Schnappfichten so weit das Auge reicht! Irgendwann gegen Mittag ist meine Schmerzgrenze erreicht und ich wechsle von Wobbler auf Gummi. Und tatsächlich war der kleine 2-inch-Gummi die bessere Wahl. Ich konnte Bisse verzeichnen! Fünf im gesamten, nicht eine blieb Hängen... zwei davon auf Sicht. Einzig die aggressiven Halbstarken schienen sich für unsere Köder zu interessieren. Ist wie bei den Menschen, da lässt sich der pubertierende Nachwuchs auch durch jeden Pups provozieren. Um ausgewachsene Artgenossen aus der Ruhe zu bringen, braucht es dann aber schon etwas mehr... Cousin D. konnte dann eine landen. Ein Foto von Kleinwüchsigen verkneifen wir uns aber hier. Die soll schwimmen, fressen und gross werden. Apropos Fressen. Dieser Bach bot ein breites Spektrum an Insekten, bereits in dieser Jahreszeit. Etwas, was ich aus dem BEO nicht kenne. Deshalb wurden unsere Köder von den grossen Fischen wohl auch ignoriert. Wir sahen immer wieder Fische nach schwimmender Nahrung steigen, unser Köderangebot entsprach schlicht nicht ihren saisonalen Gewohnheiten.

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Nach einer Pause mit Verpflegung aus dem Kofferraum haben wir uns in einen anderen Abschnitt verschoben. Was wir nicht wussten, hier handelt es sich um eine Restwasserstrecke eines Kleinkraftwerkes. Dies wurde uns schnell klar, aufgrund Wassermenge usw. unbeirrt befischten wir dieses Rinnsal. Wir fanden einige wunderschöne Gumpen, deren Uferbewuchs mit Zäpfchen geschmückt sind. Mir wurde klar, dass in diesem Gewässer die Naturköderfraktion klar von Vorteil sein musste. Geübte Fliegenfischer wohl auch. Dazu braucht es aber dann von Spott zu Spott schon ordentlich Wurfskills... 

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Hinter einem grossen Stein, in einem unscheinbaren kleine Wiederwasser konnte ich den letzten Biss des Tages verzeichnen und abermals nicht verwerten. Das war's dann auch. Ausgepowert nach neun Stunden angeln ohne Fang und mit einer von Verlusten gezeichneten Köderbox, welche mich mit ihren Lücken irgendwie schmerzhaft an die Gebisse von Randständigen erinnerte, rauchten wir auf einer Kuhwiese eine letzte Zigarette und begaben uns zu Fuss auf den Rückweg. Nicht aber ohne den Entscheid gefällt zu haben, dieses Gewässer wieder zu besuchen. Hatten wir es mit der jurassischen Schönheit wie mit allen welschen Weibchen. Sie wirkte charmant und  einladend, gleichzeitig einfach auch schwer zu verstehen. Aber keine Angst, wir werden uns dir wieder widmen, bis jeder von uns bekommt, was er braucht...

Cousin R. aka B. H.

 

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bearbeitet von barsch horst
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  • Daumen hoch 10

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Mötti    419

Hoi barsch horst, 

vielen Dank für den schönen Bericht. Richtig gefürchig verwachsen dort. 

Gruss 

Mötti 

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Runabout    75

sorry für den ausdruck - ich musste mehrfach laut lachen beim lesen und habe mich dabei gesehen in gleichen situationen - geiler bericht, daumen hoch... emojs gehen nicht...:-(

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barsch horst    331

encore une fois, au lac de b.n. oder C&E statt C&R...

Woahh, wer hätte das gedacht. Fast drei Monate verflossen, bis die Grischa-Bern-Connection wieder vereint Köder waschen durfte. 27 Grad, Umgebung Bern, wochentags abends. Klare Vorgaben. Wir müssen auf´s Boot. Morgens noch Arbeiten, dann Treffpunkt Lago/Nidau. R. S. aka. Trout gibt forfait, Grippe. Dommage, aber wir schaffen das auch zu zweit. Bzw. Nina begleitet uns für ein paar Stunden, damit wir nicht so einsam sind und sie lernt,  wie man Barsch & Hecht beangelt.

Wir fischen mit einem klaren Ziel: Seefisch für den Esstisch. Bei Cousin D. (aka. grischafario aka. Bergmann) im Grischaland sind Barsch & Hecht rar. Entsprechend gibt es Frau & Kindern den kulinarischen Horizont zu erweitern.   

Der Start ist harzig, kaum Wind, die Sonne brennt, wir driften flach, der See ist klar. Immer wieder sehen wir kleine Trupps Barsche im Kopfstand über steinigem Grund. Wir versuchen mit Kleinstködern am Carolina Larven zu imitieren. Langsam schleifen wir unsere Montagen über den Grund. Der Bergmann gibt vor, Barsch Horst spürt etwas Kränkung. Weshalb fängt der Typ mit meinem Material, auf meinem See, meine Barsche? Hier gibt´s einen kleinen Barsch, dann wieder lange nichts. Dann wird hier wieder eingeschlürft, aber alles nur so halbherzig. Kinderstube, 6. Stück im Bereich 20cm. Wenn der Köder im Mundwinkel sitzt, dürfen sie wieder schwimmen. Irgendwann kommt etwas Wind auf die Oberfläche. Es wird hechtig...

Wir verschieben auf die Kante, erklären Nina was wir machen und ballern 5inch-Gummis ins Tiefe. Diese faulenzen wir die Kante hoch in Richtung Kraut. Nina probiert´s auch und... Biss. Beginnersluck? Es schlägt schön in der Rutenspitze, die Rute ist krumm, aber der Haken sitzt nicht richtig. Bei Gummi darf man zum Anschlagen halt dann doch etwas durchziehen. Egal, sie weiss jetzt, dass´klappt. Nach dem Biss muss sie nach hause und legt mir dazu ein perfektes Ei... Sie stellt die Rute in den Ständer und löst pflichtbewusst die Bremse, welche ich ihr vorher eingestellt habe. Das wird mich schon bald einen Fisch kosten... Wir bringen die Lady zum Hafen und versuchen nochmals unser Glück beim Barsch auf der Fläche. Abermals ist es der Bergmann, der die Fische fängt... zum Glück nur die kleinen.

Dann nochmals raus an die Kante, Gummis pfeffern. Der Bergmann bekommt mein Geburtstaggeschenk eingehängt (merci Tierry, das Teil funzt tatsächlich bestens). Schon bald höre ich ihn "Fisch" schnauben. Sein Anschlag sitzt, der Tanz ist sauber koordiniert bis auf die Landung. Logisch, hat auch wenig Erfahrung mit stachligen Kiemenbögen. Aber für etwas hat man ja Verwandte... Perfekter Pfannenfisch.

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Der Bergmann, glücklich, mit Bielersee-Durchschnitts-Flöte im Anschlag.

Keine fünf Minuten später scheppert´s bei mir. Anschlag, srrrrr, verdammt, der Anschlag geht ins Leere, der Schnurbogen liegt auf dem Wasser und streckt sich langsam wieder. Merci für die geöffnete Bremse. Ich drehe zu und versuche nachzuschlagen. Den Fisch spür ich noch kurz, reisse ihm wohl aber den Köder aus dem Mund. Den Trick mit der offenen Bremse muss ich mir merken. Guter Scherz.

Dafür werde ich eine handvoll Würfe später mit dem Biss des Jahres entschädigt. Ich faulenze den knallgelben Köder die Kante hoch, in etwa 2m Entfernung erscheint der Köder in meinem Gesichtsfeld und dann ballert ein Hechtlein aus dem Kraut auf meinen Köder. Biss auf Sicht, mir rutscht fast das Herz in die Hose. Der hängt, 50cm, wieder einer für die Pfanne.

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Jetzt aber genug mit Fleischfischen. Wir versetzen uns nochmals auf die Fläche und hoffen auf gute Barsche im Abendlicht. Still sitzen wir im Boot, ziehen an unseren Kippen und gleichzeitig unsere Montagen über den Grund. War das nicht eine Jagd, da, ein paar Meter neben unserem Boot? Kurz vor dem Eindunkeln beginnt das Wasser in regelmässigen Abständen zu kochen und Kleinfisch spritzt auf, dahinter kleine Bugwellen. Yess, das sind die ersten Jagden für mich in dieser Saison. Ich liebe diese Angelei. Wie Cowboys auf dem Boot stehen, Rute im Anschlag, kleine Pintails mit wenig Blei. Dann schnell reagieren, Köder präzise in der Jagd ablegen und zuppeln... Bäng.

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Im Restlicht des Tages werden die schöneren Egli aktiv auf der Fläche und treiben die Butze zusammen. Gute dreiviertel Stunden dauert das Spektakel. Beim Zuppeln kriege ich wieder die Oberhand und kann nach und nach ausgleichen... Dabei wird auch immer wieder ein Fisch releast. Schliesslich müssen wir sie auch noch verarbeiten. Dann verschiebt sich das Treiben ausserhalb unserer Reichweite und beginnt 100m daneben von neuem. Wir versuchen mitzuhalten aber die Luft ist raus.

Ein letztes mal zünden wir uns Zigaretten an, stehen wie Duellierende Rücken an Rücken im Boot, kneifen unsere Augen zusammen und beobachten die Oberfläche. Aber man sieht kaum mehr etwas. Im Westen braut sich ein Gewitter zusammen, die Blitze zucken über den finsteren Horizont und wir entschliessen uns, den Tag zu beenden. Der Entscheid ist richtig, das Gewitter erwischt uns auf der Heimfahrt. Es regnet in Strömen, die Sicht ist massiv eingeschränkt, max. V. auf der Autobahn: 60km/h.

Merci Bergmann für die Lektion in Demut, danke Nina für die geöffnete Bremse, danke an Bielersee, Kanton Bern & Schöpfung für den leckeren Fisch auf unseren Tellern.

I´m lovin it.

Ehrfurchtsvoll.

Cousin R aka. BH

P.S: Grischa-Bern-Connection, tbc

  • Daumen hoch 13

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