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Gast

Herbstferien im Eringerkanton

Empfohlene Beiträge

Gast   
Gast
Hallo zusammen

Melde mich dann mal mit einem Bericht nach fast drei Wochen offline Abwesenheit zurück. Leider vergass ich ob der grossen Konzentration beim Fliegenwedeln oftmals zwischendurch die Kamera zu zücken. Einige schöne Bilder gelangen trotzdem.

Wie der Threadtitel schon vermuten lässt, war ich die letzten zwei Wochen im Wallis in den Ferien, wobei Forellenjagen ein grosser Teil der Beschäftigungen ausmachte. Ausser einem kleinen etwa 10-minütigen Wobblereinsatz kamen dabei nur die Fliegenruten zum Einsatz. Bereits am ersten Tag probierten wir die Farios am ca. 50m vom Haus entfernten Traumbergbach zu ärgern. Nebst ein paar kleinen und einigen die noch wachsen sollen, gelang es mir jedoch nur ein einziger anständiger Fariobock mit einer schweren Nymphe aus den tiefen Gumpen zu locken. Tage später fiel die Bilanz am Schluss etwa gleich aus. Nicht ausgesprochen schlecht, jedoch deutlich schlechter als noch letztes Jahr. Ein heimischer Fischer bestätigte, dass durch Sparmassnahmen die Besatzahlen deutlich und spürbar reduziert wurden. Zudem fielen uns viel mehr Spuren und Fussabdrücke von anderen Fischern auf, als in den letzten Jahren. Atemberaubend schön ist der Bach jedoch allemal.
https://haken.ch/archuploads/img72314_20317.jpg

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Schon am zweiten Tag gings an einen Bergsee. Oben angekommen, waren den ersten Blick fast keine Fische auszumachen. Fast ausnahmsweise lag der See mal wunderbar ruhig da. Also mal einen geeigneten Angelplatz aussuchen und die schwere Packung deponieren (nichtwissend welche Methode erfolgreich sein wird, nahm ich alles Mögliche mit inkl. Watstiefel). Nach wenigen Minuten in unserer Anwesenheit begannen die Fische nahe am Ufer wie verrückt zu steigen. Schon fast fiebernd packte ich die Fliegenrute aus eine 18er Midge ans Vorfach und raus damit. Schon nach kurzer Zeit konnten die ersten Fische gelandet werden, wobei am Morgen eine Cinnamon Sedge Imitation am meisten Beachtung fand. Um den Mittag konnten wir mit schwarzen Midges die Fische auf die Schuppen legen und als Wind aufkam, bissen die Regenbögler auf braune Wooly Buggers wie verrückt.
Einziger grosser Wermutstropfen des sonst fast perfekten Fliegenfischertages: Die meisten Fische stammten wohl direkt aus der Zucht und waren deshalb kein Foto wert, die Aussicht und das Gewässer jedoch schon. Schade, denn letztes Jahr waren noch schönere Fische drin. Durch das kalte und klare Wasser brachten die Forellen aber dennoch eine beachtliche Kampfkraft und Ausdauer auf und schmeckten auf dem Teller wunderbar.
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Einige Tage später gings an einen See welcher einen guten Fariobestand aufweist und uns schon seit längerem reizte. Zudem ist die Fangzahl auf 4 Stk. Beschränkt und das Schonmass liegt bei 30cm. Nach dem satteln der Polbrille konnten schnell einige "grössere" ausgemacht werden. Das umschauen nach Insekten ergab, dass nebst ein paar Cinammon Sedges und wenigen Eintagsfliegen fast ausschliesslich kleine graue Midges durch die Gegend kurvten. Wie ich es mir bereits zuvor gedacht hatte, waren die Farios äusserst schlau und wählerisch, da fast nur mit der Trockenen gefischt wird. Umso grösser war aber dann die Freude als einige grössere Gepunktete gelandet werden konnten.
Es kann sich wohl jeder vorstellen wie viel Nerven und Geduld es braucht, wenn Fische bis knapp unter die Fliege aufsteigen, kurz davor aber wieder abdrehen, manche bereits mit geöffneter Schnauze.
Für Begeisterungsschübe zwischendurch sorgten auch die richtig grossen (geschätzte 60+) , welche sich im See tummeln und wohl fast unfangbar sind. Diese nehmen nämlich schon beim Auftreffen einer Fliegenschnur in 5-10m Entfernung schleunigst Reissaus.

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Der erste des Tages, ein 35er Milchner auf eine 18er Midge

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Dieser See hat mich garantiert nicht zum letzten Mal gesehen, denn die schwierigen Bedingungen sind m.M.n. genau das, was interessantes Fischen ausmacht. Da fange ich lieber mal nichts, als an einem Böglerpuff mit Vollpackung heimzugehen.

Wie dem auch sei, an diese Ferien werde ich mich noch lange erinnern, auch wenn ich, wie insgeheim gehofft, meinen Fario PB nicht knacken konnte.

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Forelle1958    396
Stifu ich bin begeistert, da ich solche ausführliche Berichte garniert mit tollen Pics über alles liebe :cool::D

Petri zu den schönen Forellen und danke für diesen tollen Beitrag:)

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Rassler    78
hey Stifu

Toller Bericht, Danke!

Da ich letzte Woche in Deiner Nähe war, erlaube ich noch ein paar Eindrücke zu posten.

Hier noch passend zum Titel eine Eringer.:D
https://haken.ch/archuploads/img72331_20332.jpg

Der genannte Bergbach ist wirklich ein Traum. Kristallklares Wasser in wunderbarer Natur, tiefe Gumpen... wunderbar zum Befischen. Man könnte meinen, dass dort der sonst typische Walliser-Massenbesatz (auch mit Massfischen) nicht nötig wäre.

Anders im Nebental: dort habe ich zwar gefangen. Aber wenn die Kieswerke morgens ihre Pumpen starten wird der teils begradigte Bach trüb wie Kaffebrühe. https://haken.ch/archuploads/img72331_20334.jpg

Den genannten Bergsee oberhalb Visp habe ich mit meinen drei Jungs bewandert. Traumhafte Kulisse.
https://haken.ch/archuploads/img72331_20333.jpg

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FishFinder    3
Hallo BrookTrout

Freut mich, dass es dir bei den Eringern gefallen hat, auch wenn diese ein paar Täler weiter westlich vom Vispertal zuhause sind....;)
In deinem schönen Bericht schreibt du:

Zitat:
Ein heimischer Fischer bestätigte, dass durch Sparmassnahmen die Besatzahlen deutlich und spürbar reduziert wurden.


Es sind keine Sparmassnahmen, durch welche die Besatzzahlen reduziert wurden. Die Besatzzahlen im Kanton Wallis sind seid vielen Jahren in etwa konstant. Mit dem neuen Besatzplan, der 2011 in Kraft trat, hat sich aber der Besatz örtlich verlagert. Jetzt werden Sömmerlinge dort besetzt, wo sie vom Gewässer her gute Überlebenschancen haben. Wären da bloss nicht die Fischer, die auf alles was sich bewegt mit Made und Wurm ihr (Un)-Glück versuchten....;(...hätten wir auch in Bergbächen eine anspruchsvolle Fischerei über das ganze Jahr verteilt.

Grosses PETRI

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Gast   
Gast
Hallo fishfinder

Besten Dank für diese aufschlussreiche Info aus erster Hand :).
Habe diesem Fischer einfach blindlings geglaubt, da ich viel weniger Fische beobachten konnte als noch letztes Jahr. Vor allem die vielen kleinen waren wie verschwunden.
Wie du aber schreibst sind wohl auch viel mehr Fischer unterwegs, jedenfalls waren nicht wenige Fusspuren zu sehen, auch an richtig Alpinen Stellen wo man schon fast Klettern musste. Mancherorts konnte man meinen eine ganze Völkerwanderung habe durch den Bach stattgefunden :unsure:. Des weiteren habe ich an einem Morgen bestimmt 4-5 leere Wurmdosen gefunden, die liegengelassen wurden:angry:

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Rassler    78
Die Wurmdosen sind mir auch aufgefallen. Mein Händler hat Depot eingeführt. Schade, aber so bleiben sicher paar weniger liegen.

Die Besatz und Fang-Statistik im Wallis ist übrigens hier einsehbar:
https://www.vs.ch/Navig/navig.asp?MenuID=32308&Language=de
Besatz Total 1.4 Mio Jungfische, 25t Massfische bei etwa 2800 Patenten
gefangen werden dann rund etwa 80'000 Forellen / Saiblinge

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