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romawe

Valenica

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romawe    0
Was macht man im Wallis an einem Feiertag.....?
Man versucht, irgendwie die Zeit tot zu schlagen...... für mehr reichts nicht. Und da weder Internet noch TV funktioniert, schreibt man halt eine kleine Geschichte.

OFF TOPIC ------------ Hat nichts mit Angeln zu tun!

Wenn sich aber auch nur einer die kleine von mir erdachte Geschichte rein zieht, dann hat es sich schon gelohnt, sie hier zu posten....

Der romawe halt.......:unsure:

Gruss

Valenica

Um die dreissig Zentimeter tief steht der Schnee auf den Weiden des kleinen Dorfes Valenica. Die alte Kirche mit ihren gotischen Fenstern steht in der Mitte des kleinen Nestes. Um die hundert Leute hätten darin Platz, doch wie jeden Sonntag steht der Pfarrer vergebens an den Pforten des Gotteshauses. Die wenigen Bewohner des vergessenen Ortes mitten in den Karpaten haben längst aufgehört, an die Hilfe von oben zu glauben. Lediglich ein paar alte Witwen versammeln sich, eingehüllt in schwarzen Mänteln und dunklen Kopftüchern, um den Gottesdiener und klagen ihre Not. Drinnen ist es kalt und die Orgel wartet vergebens auf jemanden, der es versteht, sie zum Klingen zu bringen.
Die Männer versammeln sich lieber im einzigen Dorfladen, der zugleich auch als Bar dient. Ein paar alte Holzlatten, mit verrosteten Winkeln an die eine Wand des Ladens angeschraubt, dienen sie als Tresen. Die Flaschen Bier werden aufgeteilt in die milchigen Gläser... keines ähnelt dem anderen. Es ist viele Jahre her, dass der Bergbau eingestellt wurde. Zu wenig rentabel soll er gewesen sein. Doch er hat viele Familien ernährt. Familien, die jetzt nur noch abhängig sind vom Geld, das wenige von Ihnen im Ausland verdienen. Die jungen Männer sind allesamt ausgewandert in den Westen. Auf der Suche nach schlecht bezahlten Gelegenheitsjobs. Die jungen Frauen verkaufen sich auf der Strasse der Grosstädte in Deutschland oder sonst wo im goldenen Westen. Zurück geblieben sind die Alten, die Mütter und Väter, die sowieso keine Chance mehr haben, auf dem Arbeitsmarkt noch irgend etwas zu finden. Sie betreiben Kleinstbetriebe mit ein paar Hühnern, einer Sau und wenns rosig geht, mit einer Milchkuh. Rund ums Dorf liegen kleine Äcker mit Kartoffeln im Sommer, mit Süssmais und Rüben. Die Menschen sind wortkarg und ziehen sich zurück, wenn man als Fremder durchs Dorf geht.
Abseits des Dorfes liegt ein kleiner Hof. Dumitru lebt dort. Ein alter Mann und seit vielen Jahren alleine. Nie hatte er Besuch von seinen Kindern oder Verwandten. Niemand weiss, wie es dem Mann wirklich geht. Ab und zu erscheint er mit seinem alten Fahrrad im Dorfladen und tauscht Eier gegen Salz und Speiseöl. Sein Bart bedeckt die Hälfte seines durchfurchten Gesichtes. Seine blau grauen Augen stechen tiefliegend aus seinen Augenhöhlen. Die Wangenknochen scheinen durch die blasse, dünne Haut. Dumitru spricht mit niemandem im Dorf. Seit dem mysteriösen Tod seiner lieben Frau hat sich der alte Mann zurückgezogen. Man hat nie heraus gefunden, weshalb die Frau gestorben ist. Auf den Armen hat sie Dumitru leblos ins Dorf getragen. Vor der Kirche hat er sie damals niedergelegt und hat fast ein Tag daneben gesessen, bis sich jemand um ihn und um die Leiche seiner Verflossenen gekümmert hat. Er war immer ein Aussenseiter und hat nie jemanden in die Nähe seines Hauses gelassen. Im Dorf hatte man Angst vor ihm. Die Kinder rannten davon wenn er erschien, die Haustüren schlossen sich, wenn er vorbei ging. Einzig die Besitzerin des kleinen Ladens wechselte ab und zu ein Wort mit ihm. Doch er blieb stehts verschwiegen und erzählte nie, wie es um ihn steht.
Seit Wochen wird im Dorf über einen Investor gemunkelt, der möglicherweise die alten Goldminen wieder in Betrieb nehmen wolle. Und so wird auch an diesem Sonntag wieder heftig diskutiert im Dorfladen. Ein Landsmann, welcher in Canada im Goldgeschäft Millionen machte, wolle sich hier niederlassen und die Minen mit modernem Gerät aus Übersee wieder Gewinn bringend betreiben. Gold ist da, das weiss man. Doch die alten Geräte und fehlende Investitionen liessen das Edelmetall im Berg schlummern, wie schon Millionen Jahre zuvor. Misstrauen, Hoffnung, Angst und Euphorie kreuzen die Klingen in den lauten Diskussionen. Doch eines sind sich alle einig. Es kann schlimmer nicht werden und was immer passiert, man könne ja vielleicht doch das Dorf retten.

Das Telefon klingelt im Büro des Bürgermeisters. Herr über 74 Seelen, 34 noch bewohnten Häusern und vielen Ruinen, die das Dorfbild zu einer Kulisse für einen billigen Horror Movie machen. Die wenigen tausend Euro Budegt pro Jahr reichen, um die Löcher der Strasse mit Teer zu füllen, die Strassenbeleuchtung Abends für 3 Stunden in Betrieb zu nehmen und um die wichtigsten Arbeiten im Dorf zu bewerkstelligen. „Spreche ich mit Herrn Vlad?“ tönte es aus dem Hörer des Telefons, welches bestimmt schon kurz nach dem Krieg seinen Dienst aufnahm. „Da....“ war die kurze Antwort. Vlad erwartete keinen Anruf und war erstaunt, als er erfuhr dass der Anruf aus dem fernen Bukarest kam. „Ich bin eben in Bukarest gelandet und werde morgen gegen Mittag bei ihnen sein“ erklärte eine freundliche, aber bestimmte Stimme. „Mein Name ist Collins, ich werde mit Ihnen über eine mögliche Investition in ihrer Gemeinde sprechen“. Vlad zitterten die Hände und er versicherte, er werde auf den Besuch warten. Kaum den Hörer aufgelegt, rannte er die Treppe hinunter und raus auf die Strasse. Verloren stand er vor dem einzigen zweistöckigen Gebäude im ganzen Dorf und wusste gar nicht, wem er die Nachricht als erstes erzählen sollte. Quer über den Dorfplatz, an der Kirche vorbei, wo er sich demütigend drei mal bekreuzte und sich rennend, eher stoplernd auch noch vor dem Gotteshaus verbeugen wollte, stürzte er in den Dorfladen. „Mica, Mica....... wir bekommen Besuch aus Canada“.
Die Frau hinter dem Ladentisch verstand erst nicht, was die Aufregung sollte. „Die Goldmine, Canada, Investor.... verstehst du jetzt?“ Der Bürgermeister war ausser sich vor Aufregung. So wie er in den Laden preschte, verschwand er auch gleich wieder... draussen auf der Strasse bleibt er stehen und rauft sich die Haare. „ So darf das morgen hier nicht aussehen!“ rief er in die Kälte hinaus... In grossen Schritten geht er zur Kirche und drückt die schwere Türe ein. Es ist lange her, dass er sich hier blicken liess. Noch einmal bekreuzt er sich vor dem Bild der Mutter Maria und rennt dann zur kleinen Tür neben der Kanzel. Ein paar Treppenstufen später greift er nach dem Seil, welches dort hing und begann mit verzerrtem Gesicht zu ziehen.... es war kurz vor elf morgens als im Dorf Valenica die Glocken läuteten. Das zeigte seine Wirkung und schon bald stand eine Schar von Menschen vor dem Torbogen zur Kirche. „ Morgen wird eine neue Zeit für Valenica beginnen! Wir bekommen Besuch aus Canada.“ Die Leute schauten sich fragend an und wollten wissen, wer denn kommen würde. „Ein Herr Collins hat sich telefonisch bei mir angekündigt. Er will über eine mögliche Investition reden! Herrschaften, so können wir keinen Besuch aus Canada empfangen“ und Vlad zeigte gleichzeitig auf die umliegende Strasse... tiefe Furchen aus Eis und Schneematsch liegen auf der Strasse. Dreck und Unrat im Strassengraben. „Wollen wir so einen so wichtigen Besuch empfangen?“ Die Leute schauten sich um und erst jetzt fiel es einigen auf, wie ungepflegt ihre Strasse aussah. Nur eine Stunde später standen 11 Männer da mit Schaufeln und Hacken. Die Frauen mit Jurtesäcken und zusammen begannen sie, das Dorfbild so gut wie es ging zu verbessern.
Es war schon gegen Abend, die Sonne stand tief über dem Horizont, als sich das halbe Dorf erschöpft, aber zufrieden in ihre Häuser zurück zog. Ein einziger Anruf genügte, um in wenigen Stunden aus dem verschlafenen und ungepflegten Nest ein kleines schmuckes Dörfchen zu machen. Zumindest was die Hauptstrasse anging, denn wohin all der Dreck aus dem Strassengraben gebracht wurde wollte niemand wissen.

Am nächsten Morgen stand Vlad bereits um sieben im Büro. Sein einziger Anzug war viel zu eng und die Kravatte wollte es einfach nicht verhindern, dass man den obersten Knopf des Hemdes offen sah. So aufgeräumt und abgestaubt hat es bei ihm im Büro seit dem letzten Besuch des Präfekten vor vielen Jahren nicht mehr ausgesehen. Die Uhr an der Wand tickt und Vlad geht auf und ab... es kann noch Stunden dauern, doch er übt immer und immer wieder die Art und Weise wie er den unbekannten Geschäftsmann aus Canada begrüssen sollte. Wenigstens war es ein Landsmann der des Rumänischen, wenn auch mit englischem Akzent, mächtig war. Vlad sprach ausser ein paar Fetzen Französisch keine andere Sprache, als die mit welcher er von seiner Mutter erzogen wurde. Draussen standen die Leute in der Kälte vor ihren Häusern. Jeder wollte das Auto sehen, mit welchem der mysteriöse Mann aus Nordamerika auftauchen würde. Gegen halb elf war es soweit. Langsam kurfte ein schwarzer Range Rover um die Ecken der Häuser. Mal fast im Schrittempo, dann wieder zügig traf Collins vor dem Rathaus ein. Der Platz war schwarz geräumt vom Schnee und so sollte sich der Herr auf keinen Fall die Schuhe schmutzig machen. Vlad ging ein paar Schritte auf das Auto zu und noch bevor er etwas tun konnte sprang die Türe auf und ein junger Mann in Jeans, Daunenjacke und cooler Sonnenbrille stand vor ihm. Vlad verschlug es die Sprache. Seit Stunden hatt er versucht sich vorzustellen, mit wem er es in Kürze zu tun haben wird. Aber auf so eine Person hat er sich nicht eingestellt.
Collins stellte sich kurz vor und ging gleich hinter Vlad durch die Türe ins Rathaus. Draussen standen die Menschen zusammen und begannen ihr Gesehenes zu diskutieren. Drinnen stand Collins am Fenster und blickte durch die alten Vorhänge auf die Strasse. Vlad suchte das Gespräch doch der junge Mann liess nicht vom Fenster ab. „Darf ich Ihnen einen Kaffee anbieten“ fragte Vlad verunsichert. „Oh yeah.... coffe is great!“ antwortete Collins. Vlad deutete dies als ein Ja und verschwand im Nebenzimmer... wieder stand Collins am Fenster und ein Schmunzeln ging über sein Gesicht.
Die Stunden vergingen und Collins liess sich über die Lage im Dorf, über seine Bewohner und über die Lage im Gesammten informieren. Danach fuhren er und Vlad zu den Minen. Keine zehn Minuten vom Dorf entfernt lagen die Plätze wo einst die Geleise in den Berg verschwanden. Zerfallene Hütten, umgekippte Förderwagen und Konstruktionen von mit Dampf betriebenen Steinbrechern darbten vor sich hin. Collins war schnell klar, dass von all dem nichts mehr zu gebrauchen war. Ein kompletter Neuanfang war hier nötig. Und so wie er gekommen war, ging er auch wieder. Mit einem lässigen Lächeln und einem kurzen Hupen veranschiedete er sich von Vlad. Der Bürgermeister war komplett überfordert. Den ganzen Tag hat er informiert und erklärt und selbst kaum etwas über Collins erfahren. Er hätte es auch kaum gewagt, ihn danach zu fragen. Er wollte unter keinen Umständen mit einer Frage diesen so wichtigen Besuch verärgern oder als zu neugierig erscheinen. Und so wurde am Abend im Dorfladen Vlad mit Fragen durchbohrt, die er nicht beantworten konnte.

Dumitru wunderte sich, als er sein Fahrrad schiebend ins Dorf kam. Der Dorfplatz war sauber von Schnee, die Strasse vom Gerümpel im Graben befreit. Er war ein alter, wortkarger Mann. Aber es entging ihm nichts. Auch wenn er nicht mit den Leuten sprach, so wusste er mehr über sie als die Dörfler glaubten. Dumitru hat gelernt, kleinste Veränderungen wahr zu nehmen und zu deuten. Oft war sein Wissen präzieser als es die Gerüchte im Dorfladen waren. Vor dem Torbogen der Kirche, dort wo er stundenlang alleine mit seiner toten Frau sass, blieb er für einen Moment stehen und schaute sich die Stelle an. Mica, die Frau im Dorfladen beobachtete ihn durch das schmutzige Fenster. Irgendwie hatte sie Mitleid mit dem alten Mann. Trotzdem wollte sie nicht viel mit ihm zu tun haben. Und so tauschte sie auch heute zwei Dutzend Eier gegen eine Flasche Sonnenblumenöl. Dumitru verliess den Laden mit einem leichten Seufzer und seine zittrige Stimme sagte nur „ es wird sich viel verändern hier“. Mica schaute zu Dumitru auf und noch bevor sie ihm antworten konnte, schloss dieser die Tür hinter sich.


Monate später, es war schon fast Sommer, stand Valenica im Mittelpunkt der regionalen Interessen. Die Collins Incorporation hat die Schürfrechte an den Minen Valenica Mare gekauft. Der Bürgermeister stand vor den Kameras und Interviews für Presse und TV standen auf dem Tagesplan. Vlad feierte sich als Helden und hoffte auf den Aufschwung in seinem Dorf. Bereits kamen die ersten Heimkehrer zurück ins Dorf und warteten gespannt auf die Entwicklung. Keiner wollte zu spät sein um sich einen Job in der Heimat zu sichern. Es kam wieder Leben ins Dorf. Vor dem Dorfladen versammelten sich die Männer und Zuversicht brachte wieder ein Lachen auf die seit Jahren finsteren Gesichter der Menschen im Dorf. Bagger und Lastwagen fuhren durch das sonst so verschlafene Nest. Es war als würde eine siegreiche Armee nach Hause kommen. Die Menschen winkten den Chauffeuren zu und freuten sich über den Lärm. Baracken wurden installiert auf dem Minengelände, grosse Maschinen, Ungetüme, die grösser als die meisten Häuser im Dorf waren, reiten sich aneinander. Immer wieder marschierten die Männer vom Dorf zur Baustelle. Geduldig warteten sie auf ihre Jobs. Vlad, der Bürgermeister im Dorf konnte den Leuten keine Informationen bringen. Die Minen wurden kontrolliert vom Staat. Hubschrauber flogen tief über das Dorf und landeten nur einige Kilometer weiter auf dem Minengelände, das schon fast so gross wie das Dorf selbst war.
Und dann endlich war es soweit. Die Behörden und Collins Incorporation luden zu einem Informationsabend. Das ganze Dorf, ja die ganze Umgebung versammelte sich auf dem Dorfplatz von Valenica. Kein Gebäude im Umkreis von 20 Kilometern hätte so viele Menschen aufnehmen können. Wichtige und unwichtige Leute nahmen Platz auf der Bühne die vor dem Rathaus aufgebaut wurde. Schwindeleregende Zahlen und Nummern, Namen und Bezeichnungen hallten durch die Lautsprecher. Die meisten Zuhörer konnten mit all diesen Angaben kaum etwas anfangen. Aber nach jedem Satz wurde kräftig geklatscht. Es herrschte Feststimmung. Dann steht Collins auf und geht zum Mikrofon. Er dankt allen für das zahlreiche Erscheinen. Und beginnt zu erzählen.
„ Vor 50 Jahren ist mein Grossvater ausgewandert aus diesem Dorf. Er hat seine Familie hinter sich gelassen und konnte nie mehr zurück kommen. Er verstarb kurz nach der Geburt meines Vaters und hinterliess eine kleine Firma in Canada. Mein Vater hat die Firma erfolgreich weitergeführt und heute haben wir ein Unternehmen, das es sich leisten kann, hier in Valenica zu investieren. Wir investieren deshalb hier, weil in Valenica unsere Wurzeln sind. Hier ist mein Grossvater zur Welt gekommen“. Noch während dieser Worte begannen die Leute sich zu fragen, wer den Collins sein könnte. Viele Familien sind in den letzten Jahrzehnten abgewandert, haben ihr Zuhause aufgegeben. Plötzlich schreit ein alter Mann aus der Menge.
„Collin, Collin Dumitru..... mit ihm bin ich zur Schule. Und er ist mit 19 Jahren nach Amerika ausgewandert......“ Ein Raunen geht durch die Menge.... „ War dein Grossvater Collin Dumitru?“ Collins schaut auf den Mann und nickt mit einem Lächeln.... „Aber dann, dann ist Dumitru dein Urgrossvater“.... Die Menge kommt in Bewegung und Collins geht runter zum Mann auf dem Platz. „Sie kennen meinen Urgrossvater“ fragte er den alten Mann. „ Aber sicher, wir alle kennen ihn!“ „Dein Urgrossvater lebt dort drüben, auf diesem Hof weg vom Dorf“ und zeigt dabei in Richtung des Hauses, in dem der alte Dumitro wohnte.
Collins liess die Verantstaltung unterbrechen und liess sich zeigen wo das Haus seines vermeintlichen Urgrossvaters stehe. Er nahm sich den Wagen und fuhr die wenigen hundert Meter zu dem Haus. Am Dorfrand versammelten sich die Leute und schauten rüber zu Dumitrus Hof.

„Hallo....?“ rief Collins und wartete eine Antwort ab. Doch nichts tat sich. „Hallllooooo....“ rief er noch einmal lauter und näherte sich der Türe, die leicht offen stand. Drinnen sah er einen alten Mann, der mit einem vor lauter Bart kaum erkennbaren Lächeln auf einem noch älteren Sofa sitze. Collins näherte sich dem Mann und sprach ihn an. Doch Dumitru liess ihn erst gar nicht zu Wort kommen. „Nimm Platz Sohn.“ sagte er und begann zu erzählen. „Ich weiss genau wer du bist. Dein Grossvater hat uns vor fünfzig Jahren verlassen und ist nach Amerika gereist. Wir haben lange Kontakt gehabt bis eines Tages die Nachricht kam, dass unser Sohn verstorben sei. Dein Vater hat uns die Nachricht senden lassen. Deiner Urgossmutter zerbrach das Herz und sie verstarb noch in der selben Nacht. Es war eine harte Zeit, aber dein Grossvater hat uns damals versprochen, dass eines Tages ein reicher Dumitru zurück kommen werde und ich dies noch erleben werde! Ich bin jetzt 93 Jahre alt und habe fünfizig Jahre darauf gewartet. Auch wenn du nicht mehr Dumitru heisst, so fliesst in deinen Adern mein Blut.“
Collins hatte Tränen in den Augen als er sah, wie Dumitru erlöst von einem langem Warten ruhig zurück lehnte und sich mit einem langen Schnaufen auf die Reise zu seiner geliebten Frau machte.

Valenica erlebte nach dieser Zeit einen grossen Aufschwung. Innerhalb weniger Jahre kletterte die Bevölkerungszahl wieder auf über 250 Bewohner. Der Dorfladen wurde zu einem modernen Laden, die Schule wurde wieder eröffnet und ein kleines Denkmal neben dem Torbogen zur Kirche ziert den Dorfplatz. Eine Bronzefigur auf einem Marmorsockel.... ein alter Mann mit einem alten Fahrrad.


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Tobi    195
Sehr schön Tinu:D der kurze Mittag reichte gerade so knapp um die Storry zu lesen. Super geschrieben:)

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tom66    42
Hoi Tinu

Eine sehr spannende und zugleich berührende Geschichte an der Du uns da teilhaben lässt, vielen Dank.

Gruess

Tom

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Forelle1958    378
Hi Tinu

Deine Geschichte ist für mich das Highlight heute Abend und dafür danke ich dir:).

Wunderschön geschrieben und die grauen Hirnzellen und die Fantasie anregend. DANKE:cool::)

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