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romawe

Frühlingskarpfen

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romawe    0
Ja , der romawe schreibt mal wieder was ins Forum.......... und HALLOOO...... es hat was mit Fischen zu tun!

Seit Mitte Januar ziehe ich nun schon durch die Schweiz mit unserer Show. Die Wochen ziehen sich und ich zähle die Tage, um diese Höchstpreisinsel Schweiz endlich wieder verlassen zu können. Jeder Franken brennt auf den Fingern, wenn er den Besitzer wechselt... Und so versuche ich, mich über die Wochen so günstig wie möglich durch zu bringen.... mal zwei Wochen im Auto schlafen, dann bei einem Freund das Sofa beehren oder wie eben jetzt, im Wallis auf einem Camping Platz einen Wohnwagen eines bekannten benutzen. Das ist übrigens gar nicht so übel. Besonders heute war es im Wallis extrem Frühling.... Gegen 18° und fast Windstill.... kurze Hose montiert, Liegestuhl ausgeklappt und sich nach Wochen , ja Monaten endlich wieder überlebenswichtige Dosis UV reingezogen....... Herrlich........... mein Kopf glüht jetzt noch und der Rücken fühlt sich an, als hätte ich ein A3 grosses Pflaster aufgeklebt.... zum Glück gibts hier im Wohnwagen keinen Spiegel........ ich würde wohl erblassen, wenn ich meine Kehrseite sehen könnte.... noch roter werden kann ich nämlich nicht mehr im Gesicht.

Aber stundenlang in der Liege vor sich hin schmelzen wird irgend wann auch langweilig. So habe ich mich auf den Weg gemacht und bin quer durchs Tal in Richtung Rotte (Rhone) marschiert... durch Sträucher, über Felsen und durch den wunderschönen Pfynwald... es sind 27 Jahre her, als ich hier als Rekrut die Schule absolviert habe und den Pfynwald nur als Übungsplatz für dumme Militärspielchen und Leerlauftheatralik gekannt habe. Heute hat er sich mir von einer ganz anderen Seite gezeigt. Die ersten Eidechsen huschten durch die Baumnadeln, die knöcheltief den Waldboden in ein weiches Flies verwandelten. Wilde Krokusse lugten mit einem stechenden Gelb hinter Felsen hervor und die Vögel übten die ersten Strofen ihrer Balzgesänge. Eigentlich habe ich nach Vipern gesucht, die jetzt bereits unterwegs sind. Die kleinen Giftwürmer snd sehr schön zu beobachten im Pfynwald. Doch leider fand ich keine einzige Schlange. Dafür wurde ich auf das Geschnatter von Enten aufmerksam, die in einem der unzähligen Baggerseen in der Region für heftige Diskussionen sorgetn. Wer gehört zu wem und wer hat hier nichts verloren.... in etwa so interpretierte ich die Erpel, die mit Flügelschlagen und Beissatacken ihre Balz begannen. Die Seen sind eiskalt. Selbst im Sommer erreichen sie kaum die 20° Marke... unterirdische Zuflüsse und das ewig eisige Grundwasser der Rotte lassen höhere Temperaturen nicht zu.... nach dem mich die Enten langsam aber sicher langweilten (sie schienen sich nicht einige zu werden) suchte ich das Wasser nach möglichen Amhibien ab... Molche sollten eigentlich längst da sein.... doch plötzlich huschte mir ein zufriedenes Lächeln über das Gesicht..... eine Gruppe von richtig fetten Karpfen näherte sich dem Ufer, die Rückenflossen oft aus dem Wasser stehend. Sie profitierten von der leichten Erwärmung der obersten Wasserschicht.... welch atemberaubendes Bild! Jetzt nur nicht bewegen dachte ich mir... doch ich wollte das unbedingt fotografisch festhalten. Also machte ich in Zeitlupentempo einen Schritt zur Seite und versteckte mich hinter einer mächtigen Weide, die ganz am Ufer stehend genügend Sichtschutz bietete.... ich machte etwa zehn Fotos, bis ich endlich den Schnappschuss hatte den ich wollte.... lediglich den Arm streckte ich langsam hinter der Weide hervor und drückte jeweils nach gut dünken ab..... als ich mich dann zeigte, war der Spuck innert Sekunden vorbei.... die Gruppe tauchte ab und verschwand........

Die Karpfen hatten gut und gerne 3-5 Kilo auf den Rippen.... und richtig fett. Das auch nach einem langen Winter. Was mich aber am meisten freute war, dass ich nicht sofort an meine Angelausrüstung dachte, sondern ganz einfach enorm Freude hatte, diese Brumis so früh im Jahr sehen zu dürfen. Eine Freude und Ehre zu gleich, welche mit einer Angel im Hintergedanken schändlich verdorben würde! Auch wenn sich diese Gesellen nie vermehren können, so wünsche ich ihnen noch ein langes und hoffentlich Boilie freies Leben!

Gruss Tinu

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