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Forelle1958

Faszinierendes Erlebnis am Walensee - Begegnung der dritten Art

Empfohlene Beiträge

Forelle1958    396
Zum Beginn meiner Ferien fuhr ich am Sonntagabend bei recht angenehmen Wetterverhältnissen spontan an den Walensee und versuchte dort mein Glück auf Trüschen.

Von 18 bis knapp 21 Uhr lief einfach gar nichts auf meinen beiden Ruten mit der üblichen Grundmontage.
https://haken.ch/archuploads/img54722_15736.jpg
So beschloss ich die Trüschen etwas aktiver zu befischen, das heisst möglichst weit auswerfen und nach dem Absinken den Wurm alle zwanzig bis dreissig Sekunden leicht am Grund heranziehen. Es vergingen keine 2 Minuten und schon verspürte ich einen Widerstand auf der Rute und wenige Sekunden später war die erste durchschnittliche Trüsche (33cm) an Land.
https://haken.ch/archuploads/img54722_15737.jpg
Nur wenige Minuten später beim nächsten Wurf schon der nächste Widerstand, aber dieses Mal ein Hänger der sich nicht mehr lösen liess (diese Methode ist nun mal sehr hängerträchtig). Nach der Neumontage folgte gleich die nächste Trüsche, leider eine sehr kleine von etwa 25cm.

Dann der nächste Wurf und schon beim zweiten kurzen Einholen, sass der Köder schon wieder fest, also lockerte ich zuerst die Schnur, sah aber in diesem Moment, dass sich diese ganz langsam wieder straffte. Also nahm ich Kontakt auf in diesem Moment bog sich die Rute langsam, aber immer bedrohlicher und die Bremse begann zu surren. Jetzt begriff ich gar nichts mehr und versuchte zuerst die vermeintliche Monstertrüsche vom Boden in etwa 50 Meter Tiefe anzuheben. Das Teil liess sich aber keinen Zentimeter anheben und zog im Zeitlupentempo seeaufwärts. Immer wieder versuchte ich in den folgenden Minuten durch das Senken, danach einer schnellen Kurbelumdrehung und wieder Anheben der Rute dieses U-Boot zu stoppen, beziehungsweise anzuheben. Ich hatte etwa 250 Meter 0.30er Mono auf der Rolle und die Schnur wurde immer knapper. So hatte ich keine Wahl als die Bremse etwas härter einzustellen. Gleichzeitig verfolgte ich den Fisch am felsigen Ufer noch etwa dreissig Meter.

Tatsächlich brachte ich so das Ding etwas zum Stillstand und konnte gar die ersten zehn Meter wieder gutmachen. Quittiert wurde die meist durch heftige Schläge und so verlor ich gleich wieder ein paar Meter. Dieses Spiel wiederholte sich x-fach, aber ich brachte den Fisch mit unterdessen schmerzenden Armen doch Meter um Meter näher ans Ufer und hatte ihn unterdessen auch vom Grund weg. Zwischendurch stütze ich die Rute am Becken ab und hielt sie in die Höhe. So konnte mich etwas erholen und die Stösse abfedern. Glücklicherweise hatte ich diesen Biss auf meiner robusten Sänger MP1 Heavy Feeder-Rute.

Nach einer gefühlten Ewigkeit (dabei handelte es sich um ziemlich genau 45 Minuten), brachte ich den Fisch immer näher ans Ufer und konnte ihn auch immer wieder leicht anheben und plötzlich sah ich etwa 5 bis 7 Meter vom Ufer entfernt in einer Tiefe von etwa zwei Meter im glasklaren Wasser im Schein meiner guten Stirnlampe ein gewaltigen Schädel und einen riesigen Schatten im Wasser:D.

Ganz offensichtlich ein grosser Wels! Wir begutachteten uns für einige Sekunden praktisch regungslos und ich war in diesem Moment völlig vom Sockel und vor allem auch völlig ratlos. Ich hatte keinen Plan wie ich einen solchen Fisch am steil abfallenden Ufer landen oder lösen könnte.

Diese Entscheidung übernahm dann der Wels für mich. Er tauchte mit all seiner Kraft schlagartig wieder ab, es gab einen kurzen Knall und ich landete rückwärts in den Steinen. Wie ich wenige Sekunden später feststellen konnte war der Karabiner der Schwachpunkt, d.h. aufgebogen;(

Nach diesem Erlebnis musste ich mich zuerst einmal hinsetzen und liess alles noch einmal Revue passieren. An ein Weiterfischen war nicht mehr zu denken. Ich packte also meine Sachen zusammen und werde dieses Erlebnis wohl nie vergessen:D

Was mich aber ganz besonders Wunder nimmt. Seit wann gibt es Welse im Walensee? Davon habe ich nämlich noch NIE etwas gehört und der See ist ja sehr kalt und nährstoffarm und weshalb nimmt ein derart stattliches Tier einen Tauwurm?

Vielleicht gibt es Foris die mehr dazu wissen:unsure:

  • Daumen hoch 1

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Mike    262
Hallo Martin

Petri zu den Trüschen und danke für den geilen, und sehr interessanten Bericht!

Adrenalin pur:D:cool:



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Gast   
Gast
Hoi Martin, Petri zur Trüsche....und fast Wels! ;)
So ähnlich erging es Tom und mir auch schon an unserem Wehr. Nur das wir den Wels nicht zu Gesicht bekommen haben trotz das er vor unseren Füßen saß in knapp 1 Meter Wassertiefe. Das Wasser war trüb und ehe wir uns versahen war der Jig aufgebogen...und der Wels fort. Danach standen wir beide auch am Ufer und haben überlegt wieso weshalb und vor allem warum ....
Nu ja hatte halt nicht sein sollen und wir sind uns sicher es wird mal wieder schnaggeln vielleicht auch ein noch größerer.

Solche Erlebnisse vergisst man nicht und sie geben Hoffnung auf ein erneutes aufeinander treffen.
So nun genieße Deine Ferien, so wie ich auch meinen hart verdienten Urlaub genießen werde und viel Glück beim fischen. :)

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fisherofmen    0
Hallo Martin:cool:
Grosses Petri zur Trüsche :D
Ich muss auch wieder mal an den Walensee...
Dein Erlebnis mit dem Wels überrascht doch etwas... Aber eines ist klar, der Wels breitet sich aus....
Gruss fisherofmen

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Gast   
Gast

Sachen gibts.....;)
Mensch da kriege ich ja nur schon vom Lesen weiche Knie und zittrige Hände:whistling:

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topgun    14
Hi Martin

Danke für den geilen Bericht :D

Schade hast den Wels nicht gekriegt, aber Du weisst ja jetzt wo das Bürschen wohnt :D:D

Gruess
Peter

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Gast   
Gast
Martin,

Deine Geschichte las sich wie ein Horrorroman... war sicher ein tolles Erlebnis!

Petri zur Trüsche

Grüsse Daniela

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Gast   
Gast
das war bestimmt eine dunkel gefärbte 160cm Trüsche! :P Danke für den spannenden Bericht!

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Tobi    195
@haba: das wollte ich auch schreiben^^ aber "de schneller isch de gschwinder":D

@martin: petri zur trüsche und auf ein baldiges wiedersehen mit deinem walensee wels :)

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Gast   
Gast
Hoi Martin

Suuuper Bericht, echt spannend geschrieben. Danke fürs Teilhaben. Und natürlich ein dickes Petri zu den Trüschen :D:D
Hoffe mir bleibt das mit den Welsen erspahrt, ist echt nicht mein Zielfisch :squint::cool:

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Dural    789
Wels im Walensee o_O

Falls das wirklich ein Wels war müsste man das ja fast weiter verfolgen.
Ich finde dies äusserst seltsam da der Walensee ja ein eher kaltes Gewässer ist. Auch in welcher Tiefe finde ich interessant.
Vom Zürichsee eingewandert?

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Gumpenkoenig    1'031
Walensee = Wallersee?

Warum nicht? Im Bodensee hats auch Waller, und nährstoffarm ist der ja ebenso.
@Martin, kannst du schätzen wie groß der war?

Und Petri zur Trüsche natürlich, ein tolles Bild!

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Gast   
Gast

Hammer-Story Martin!!
ich wurde selber schon fast kribbelig beim durchlesen der spannenden Zeilen!!!
Spannend mit den Welsen... das wusste ich auch nicht,... noch nie was gehört in diesem Bereich...

bin gespannt auf weitere Exkursionen Deinerseits am Walensee....

Grussali

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WASABI    842
Hey Martin.

Jetzt wird der Walensee zum Mysterium wie der Wohlensee. Dprt hat es ja auch Welse Zander usw nur das nie jemand was davon weiss oder Fänge gezeigt hat :P

Beim nächsten Trüschentreff werde ich auf jeden fall gleich mal ne Welskombo auslegen :D

Jedenfalls hattest du einen schönen Adrenalin-Kick :-O

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Forelle1958    396
Hallo zusammen

Der Adrenalin-Kick hielt noch ziemlich lange an. Beim Rückmarsch stellte ich (zum Glück schon nach etwa 200 Meter) fest, dass ich die beiden Trüschen vergessen hatte;(.

Eine Monstertrüsche wäre natürlich ein Traum gewesen, aber die gibt es wohl nur in Kanada:unsure:

http://www.fisch-hitparade.de/angeln.php?t=61873

Ich habe noch die halbe Nacht bis in die frühen Morgenstunden das Internet nach Welsvorkommen im Walensee durchforstet, fand aber auch auf den einschlägigen Taucherseiten (der Walensee ist bei Tauchern sehr beliebt) keine Hinweise.

Die einzige Erklärung ist für mich die Einwanderung vom Zürichsee über den Linthkanal. Die Stelle befindet sich knapp 2 Kilometer von Weesen (Abfluss Linthkanal) entfernt.

Eine realistische Schätzung zur Grösse kann ich beim besten Willen nicht abgeben, da ich vor allem den Kopf im Licht der Stirnlampe sah und die hintere Hälfte des Körpers nur als diffusen Schatten. Ich vermute aber, dass ich einen Meter-Wels mit dieser Ausrüstung (massiver 2er Wurmhaken, 30erMono und 30er-FC-Vorfach) schneller gestoppt und unter Kontrolle gebracht hätte.

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Steve    19
Nirgends mehr sicher vor Welsen, nicht beim Trüschenfischen, nicht beim Aeschenfischen. Tolle Story vom kalten Walensee.

Tight-lines
STeve

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Forelle1958    396
Zum Glück habe ich in der Zwischenzeit von einem Wels-Spezi eine eine Nachricht bekommen. Dieser hatte auch schon zwei der offensichtlich sehr seltenen Walensee-Welse am Haken:). Dagegen scheint es im Zürich- und Greifensee von Welsen nur so zu wimmeln;(.

Bei jedem Fischer hätte ich eine Schilderung wie die von mir sehr stark angezweifelt, bzw. den Einfluss von irgendwelchen legalen oder illegalen berauschenden Substanzen vermutet (bei mir war es EIN Bier beim Eindunkeln) und bin deshalb happy über die Bestätigung der Vorkommen im Walensee:D.

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Dural    789
Da scheinen sich die Welse wohl auf Trüschen zu spezialisieren :D

Ich ging bis jetzt immer davon aus das sich die Welse in solchen Gewässertypen nicht ansiedeln, somit könnte es ja auch mal im Thuner und sogar im Brienzersee Welse geben o_O krass!

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raketo    3
Toller Bericht Martin!

Deine Entdeckung finde ich auch überaus überraschend. Ich bin froh, dass ich nun durch Deinen Bericht vorgewarnt bin.

Gruss
Reto

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Gast   
Gast
Es wurde schon ein Wels im Thunersee gefangen... angeblich. Das ist immer DAS Thema in unserem Verein wenn sich die älteren Herren am Stammtisch versammeln... immer wieder die selbe Story :D

Der Fänger erzählt die Geschichte immer wieder gerne, ich weiss aber immer noch nicht, ob ichs glauben soll. Es sei beim Hechtschleppen passiert, vor dem Kanderdelta sei der Biss gekommen. :unsure:

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Forelle1958    396
Vom Thunersee-Wels habe ich auch schon etwas gehört, konnte aber beim googeln nichts finden:unsure: Nach dem Adrenalinkick von gestern Abend bin ich einfach froh, dass ich nicht der Einzige mit einem Welskontakt im Walensee bin. Der Thunersee ist zwar ähnlich kühl, ein bisschen weniger arm an Phosphor, aber grundsätzlich auch kein Lebensraum für Welse ;(.





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Jerk    0
Beim Thunersee hab ich jetzt schon mehrfach von Welsen gehört. Ein Kollege von mir ist überzeugt, dass er beim Schleppen letztes Jahr einen Wels gehakt hat.

Einmal seien Bissspuren an einem Köder gewesen, welche eindeutig nicht zu einem Hecht passen. (Kann ich ehrlich gesagt nicht beurteilen)

Der Biss, bei dem er glaubt, dass es sich um einen Wels gehandelt haben muss, sei das heftigste gewesen was er bis jetzt erlebt hat. (Seine PB Schleppangeln Thunersee: 1 Meter irgendwas und 18kg) Der Fisch sei wohl zuerst praktisch stehen geblieben beim Biss, die Schnur zog es einfach immer schneller ab, trotz zudrehen der Bremse. Schliesslich gab die Rute nach, zerbarst einfach. Dann habe es noch vielleicht ein zwei Sekunden gedauert, bevor auch das Vorfach Material riss.

Wie gesagt, ich war nicht dabei; kenne ihn aber eigentlich überhaupt nicht als Geschichtenerzähler... Spannend finde ich es aber auf alle Fälle und ich kann mir auch gut vorstellen, dass es ein paar Ungetüme in unserem See gibt. :D

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WASABI    842
@Jerk

Das war kein Wels! Sondern die Monsterforelle vom Thunersee :D

Am besten sieht man daran, ob ein Wels gebissen hat oder nicht, das die Schnur voll schleim ist.
Der Wels rollt sich meisten wenn er beim schleppen gefangen wird, so jedenfalls meine Erfahrungen mit Welsen beim schleppen.

Bissspuren sieht man meisten keine, da ja keine Zähne vorhanden.

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