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Bericht: USA (Texas) Sommer 2012, Fisch satt

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weberei    0
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Hallo liebe Haken.ch-Gemeinde,

lange habe ich nichts mehr von mir hören lassen, aber heute möchte ich mich gerne mit einem ausführlichen (Achtung, wirklich SEHR ausführlich!) Bericht zurück melden.
Wie schon 2011 war ich auch letzten Sommer wieder zu Besuch bei meinem Onkel in Texas. Das Angeln kam dabei nicht zu kurz!

Gleich nach meiner Ankunft ging es zur Familie der Freundin meines Onkels nach Wisconsin, im Norden der USA gelegen.
Die Landschaft dort gleicht der Mitteleuropas und ist dadurch der totale Kontrast zu Texas.
Ich fühlte mich gleich wohl, überall gab es Seen und Flüsse – nicht ohne Grund wird diese Gegen „Fishermen's Paradise“ genannt. Darum wurde auch sofort eine Lizenz gekauft. Zu fangen gibt es in Wisconsin Hechte, Muskies, Walleyes (vergleichbar mit dem Zander), Schwarzbarsche u.v.m. Die Ausrüstung hatte ich diesmal aus Deutschland mitgebracht.

Wir wurden dabei von zwei verschiedenen Verwandten in ihre Ferienhäuser direkt an größeren Seen eingeladen.
Das erste Haus haute mich sofort um. Gleich hinter der Terrasse war das Wasser –Anglerherz was willst du mehr?

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Das erste was ich also gleich nach der Ankunft machte, war Rute du Rolle auspacken und Köder baden.
Der Spot am Bootssteg sah vielversprechend aus: ein dichtes Seerosenfeld säumt das Ufer. Ich warf meinen Senko (Gummiwurm) am Texas-Rig in das Feld, an die Kante ins freie Wasser – Fehlanzeige. Kein Fisch interessierte sich für meine Köder. Aber das war halb so schlimm, bei dieser Kulisse.

Tags darauf fuhr der Gastgeber mit mir früh morgens in den schönen Sonnenaufgang hinein (s. Bild unten) mit dem Boot auf den See zu verschiedenen Spots. Ich blieb dabei leider glücklos, mein Begleiter fing aber immerhin ein Paar Schwarzbarsche.

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Am selben Tag fuhren wir weiter zum zweiten Wochenendhaus weiterer Verwandter.
Hier wollte ich auch mal das Angeln auf Friedfische ausprobieren, so kaufte ich Tauwürmer und eine Pose.
Diese Angelei klappte auch auf Anhieb besser als auf Raubfische. Diverse Arten gingen mir dabei an den Haken, vor Allem „Sunfish“ und „Crappies“.

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Zwischenzeitlich probierte ich auch mal das Spinnfischen aus, aber Hecht und co. ließen sich nicht überreden.
Hier mal noch ein Bild der Landschaft, die mich recht stark an Schweden erinnert.

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Wenige Tage später mussten wir aus dieser paradiesischen Landschaft mit herrlicher Ruhe leider wieder abreisen. Aber auch in Texas ist es schön, nur eben anders. Besonders freute ich mich dabei auf mehrere Angeltrips, die ich bereits im Vorfeld von Deutschland aus über ein lokales Forum mit anderen Anglern abgesprochen hatte. In dem Forum hatte ich bereits 2011 meine Fänge gezeigt und als ich dann ankündigte, auch 2012 wieder vor Ort zu sein, erhielt ich zahlreiche Angebote, ortsansässige Angler auf ihren Booten zu begleiten.

Die Lizenz war deshalb schnell besorgt, ebenso wie Einkäufe zahlreicher Köder, die in Amerika um ein vielfaches günstiger sind.
Einkaufen bei Cabela's ist einfach immer wieder ein Erlebnis, die Auswahl ist riesig und die haben sogar Aquarien in ihren Läden!

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Doch ehe ich auf ein Boot ging, versuchte ich mein Glück vom Ufer unterhalb des Hauses meines Onkels, das mir im Jahr davor so viele schöne Angelausflüge bescherte.
Leider war dieses Jahr der Wasserstand noch immer sehr niedrig, sodass man nur sehr beschwerlich ans Wasser gelangt, hier zur Verdeutlichung mal ein Foto des steilen, steinigen Ufers: (das Wasser stünde normal bis zum Übergang von Gestein zu Gebüsch)

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Gott sei Dank hat mein Onkel Stufen in den Hang bauen lassen.

Da für den Abend des ersten Tages nach unserer Ankunft aus Wisconsin Gewitter angekündigt waren, musste ich mich bei 35°C in der Mittagshitze ans Wasser stellen – ich wollte einfach angeln!
Und es ging weiter, wie es 2011 geendet hatte. Gleich am ersten Angeltag fing ich auf den gleichen roten Crankbait, der mir letztes Jahr den größten Bass bescherte, einen schönen, wenn auch nur durchschnittlich großen Bass.

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Angestachelt von diesem Erfolg ging es am Tag darauf abends wieder ans Wasser und das hätte der bis dahin erfolgreichste Angeltag meines Lebens werden können.
Insgesamt hatte ich innerhalb einer Stunde fünf Attacken bzw. Bisse auf meine Köder, haken konnte ich davon lediglich einen einzigen.
Es fing an mit einem Biss auf Texas-Rig, beim Anhieb brach mein Verbindungsknoten zwischen Geflochtener und Fluoro-Vorfach. Bei dieser Gelegenheit wechselte ich auch gleich auf Topwater, da zusehends die Oberflächenaktivität zunahm.
Wenige Würfe später – ich fischte parallel zum Ufer – gab es eine saftige Attacke. Der hing! Als wäre das Adrenalin nach dem Topwater-Biss nicht schon genug, sah ich nach wenigen Augenblicken den Fisch kurz vor mir unter der Oberfläche. Was ein Monster! Aber kein Bass, eher in Richtung Hecht, denn der Körper war mehr stromlinienförmig als rundlich. Den musste ich einfach haben! Es kam wie es kommen musste: der Fisch war scheinbar nicht gut gehakt und so flog mir der Köder im hohen Bogen entgegen. Was eine Enttäuschung, aber „that's life“...
Es folgte zwei missglückte Attacken auf besagten Stickbait, ehe ich kurz vor Schluss doch noch einen Bass haken konnte. Wenigstens etwas, nur an der Größe muss ich noch arbeiten. Die werden ja immer kleiner.

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Am darauf folgenden Wochenende war meine erste Verabredung. Ein Mann namens Brandon lud mich auf sein Boot ein, Zielfisch war der „Striped Bass“. Zu fünft verbrachten wir einen tollen Tag auf dem Wasser. Unsere Methode war dabei das Schleppfischen in Tiefen von ca. 15-20 Metern Tiefe mit Wobblern und Blinkern.
Der Tag verlief äußerst erfolgreich, auch wenn wir nicht den Zielfisch fingen. Insgesamt gingen uns im Laufe von acht Stunden 12 „White Bass“, 5 „Catfish“ (vergleichbar mit dem Wels) und drei Bass an den Haken. Das tolle war, dass ich dabei den mit 43cm größten Fisch des Tages (s. zweites Foto) drillen durfte und zwei neue Arten auf meiner Fangliste stehen.

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Unter der Woche versuchte ich mein Glück ein Paar Mal vom Ufer aus, doch leider ohne Erfolg.

...
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weberei    0
Fortsetzung:

Doch was dann folgte, suchte seines Gleichen! Das nächste Wochenende nahm ich nämlich das Angebot eines Forum-Users wahr, ihn und seine Frau auf einen See etwas außerhalb Austins zu begleiten. Das besondere dort ist, dass der See für die Kühlwasserzufuhr eines Kraftwerks (nicht Atomkraftwerk!) genutzt wird und darum die Temperatur zu jeder Jahreszeit gleich und das Nährstoffangebot sehr hoch ist, wodurch die Raubfische unzählige kleine Futterfische haben. Oft bietet sich dort ein einmaliges Phänomen, das man auch von Barschen in unseren Breiten oder Thunfischen im Meer kennt: die Raubfische rauben in großen Gruppen und kesseln Futterfisch-Schwärme dabei ein, drücken sie an die Oberfläche und schießen dann in den Futterball hinein. Infolge dessen brodelt die Wasseroberfläche, als würde es kochen! An solchen Tagen kann man unglaubliche Fangzahlen verbuchen.

Früh morgens brachen wir auf, doch auf dem Wasser war noch keine Fisch-Aktivität zu verzeichnen. So suchten wir die Fläche mit allen möglichen Ködern nach Fisch ab. Die erste Stunde verstrich ohne jeden Erfolg. Natürlich spricht sich so ein Ereignis rum, entsprechend voll war es auf dem Wasser:

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Als ob ein Schalter umgelegt wurde, begann dann urplötzlich oben beschriebenes Phänomen. Ich war erstmal perplex, sodass ich vergaß den Köder auszuwerfen, denn so etwas habe ich noch nie gesehen.
Als der Köder dann im Wasser war, blieb er nicht lange unentdeckt. Schlag auf Schlag biss ein Fisch nach dem anderen und einer war größer als der andere.

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So plötzlich das Wasser an einer Stelle zu brodeln begann, hörte es auch wieder auf, ehe das Ganze an einem anderen Ort von jetzt auf gleich wieder losging.
Wir fingen Fisch um Fisch und ich hatte einen Heidenspaß. Eines der Bilder zeigt meinen neuen Bass-PB (45cm), aber leider weiß ich nicht mehr, welches

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Am Ende des Tages fingen wir zu dritt 101 Fische, wovon ich 32 Stück haken konnte, inklusive neuem PB – fantsastisch!
Der größte Fisch des Tages maß 49,5 cm und wurde vom Gastgeber gefangen (folgendes Bild zeigt zwar nicht den größten Fang des Tages, aber ein wohl genährtes Prachtexemplar von 47cm).

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Wenn dein Daumen nach dem Angeln auf Barschartige wie folgt aussieht, weißt du, dass du alles richtig gemacht hast!

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Alles in allem war der Tag wie gesagt unvergesslich und super erfolgreich, rundum eine tolle Erfahrung. Das Ganze hatte zwar mehr das Feeling vom Forellenpuff-Angeln, aber es war doch etwas ganz Besonderes. Jedenfalls war ich nun sehr verwöhnt, sowohl was Größe als auch Fangmenge angeht...

Ein Paar Tage später wollte ich darum mal was anderes probieren und benutzte das Kajak meines Onkels für ein Misch-Masch aus Spinn- und Schleppfischen mit Wobbler und co., sowie Posenfischen mit Tauwurm. Begleitet wurde ich dabei von einem weiteren Forum-User. Abgesehen hatten wir es dabei auf Catfish, waren aber allgemein nicht abgeneigt von Bissen anderer Arten.
Nach drei Stunden voller Spaß musste mein Angel-Partner aufbrechen. Das Resultat des Trips: ich fing zwei kleinere Catfish, einen Sunfish und einen kleinen Bass. Fotos gibt es dazu leider keine, mir war es zu gefährlich, die Kamera mit aufs Kajak zu nehmen.

Die restlichen Tauwürmer wollte ich ein Paar Tage später loswerden und ging darum mit Pose vom Ufer aus zum Angriff auf Catfish über.
Das Bootsdock der Nachbarn, das sich bereits im vorigen Sommer als Hotspot herauskristallisierte, erhielt darum an diesem Tag mein vollstes Vertrauen. Und ich wurde nicht enttäuscht.
Nach diversen bunten und schön anzusehenden Crappies und Sunfish...

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...wurde meine Pose später sehr vehement unter Wasser gezogen. Nachdem Kontakt zum Fisch hergestellt war, spürte ich sofort, dass das kein kleiner Sunfish ist, sondern was größeres. Nach kurzem Drill hielt ich einen Catfish von 40cm in der Hand, der sich wild in meine Schnur eingewickelt hatte und mich böse anfauchte (das klang echt schrecklich, ich wusste nicht, dass Fische solche Töne abgeben können). Nachdem ich den Fisch mühsam im Wasser aus der Schnur befreit hatte, gab es schnell ein Foto und dann durfte er wieder schwimmen.

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Nun war mein Aufenthalt auch schon wieder fast vorbei, vier Tage blieben mir noch in den USA.
Leider konnte ich trotz großen Bemühens in der verbleibenden Zeit keine Fische mehr überzeugen, lediglich ein Nachläufer war zu verzeichnen.

So endete auch dieser Urlaub wieder viel zu schnell, doch ich war um einige unvergessliche Erinnerungen und Erlebnisse reicher. Der Urlaub 2011 war –nicht nur aus anglerischer Sicht- schon sehr, sehr schön. Doch 2012 war speziell durch die Ausflüge mit einheimischen Anglern noch eine Stufe schöner!
Ich hoffe, auch in 2013 wieder rüber fliegen zu können, wobei mein Onkel inzwischen umgezogen ist nach Seattle. Mal sehen, was sich da ergibt.

Ich hoffe, dass ihr Gefallen an meinem Bericht gefunden habt!

Schöne Grüße,
Patrick

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weberei    0
Danke euch für das Lob!

@Ricci:
Durch's Studium bin ich in letzter Zeit leider kaum zum Angeln, geschweige denn zum Schreiben dieses Berichts gekommen. Darum war ich auch in den letzten Monaten kaum online, weder hier noch in anderen Anglerforen.
Jetzt habe ich erstmal Semesterferien und hoffe, dass da mehr Freizeit bleibt :)

@CatShark:
Ich empfehle es auf jeden Fall! Die Biester beißen wie wild. Die kommen mir aggressiver vor, als unsere heimischen Fische. Kann aber auch sein, dass ich hier in Deutschland nur die falschen Gewässer befische :( :D

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Forelle1958    380
Ganz toller Bericht Patrick, das Warten hat sich gelohnt:D:cool::D

Jetzt ist es mir auch bewusst, weshalb es etwas gedauert hat. Deine Erlebnisse hast du detailliert, packend und bildlich beschrieben und mit ein paar echt schönen Pics untermalt:).

Bei deinem ausführlichen Beitrag ist man einfach mittendrin; DANKE:)

Hoffentlich kannst du 2013 wieder einen USA-Urlaub machen. Ich freue mich schon jetzt auf Part III:D

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raketo    3
Danke Patrick für den exzellenten Bericht. Da ging ja ganz schön was ab. Coole Fische habt Ihr da gedrillt. Und der Shop gefällt mir auch:D Der Trick mit dem Kraftwerk... das funktioniert so wahrscheinlich nur in den USA hm?
Gruss
Reto

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Gast   
Gast
Ganz cooler Bericht, vielen Dank für deinen Aufwand! Immer schön zu lesen, solche Berichte :D

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Gast   
Gast
Hey Weberei, Thx. für Deinen Bericht scheint ja diesmal mehr gegangen zu sein als wie bei Deinem letzten Aufenthalt in den USA.
Ein dickes PETRI !

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weberei    0
Vielen Dank an alle für das überwältigende Feedback!
Freut mich, dass ihr alle Gefallen an dem Bericht gefunden habt. Sollte es 2013 noch mal klappen mit einem Urlaub in den USA inclusive Angeln, bin ich gerne bereit, euch wieder daran teilhaben zu lassen.

@raketo:
Am Rhein in Düsseldorf gibt es ein Kraftwerk ("Lausward"), dass sein Kühlwasser in den Rhein leitet - das ist angeblich auch ein prächtiger Hotspot zum Angeln. Du siehst: auch in Europa kann man solche Stellen finden. Aber in solchen Maßstäben wie der See in den USA war, wird man es hier in Europa vermutlich nie machen dürfen, das stimmt schon ;)

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Ingo    39
Schöner Bericht! Bin diese Jahr noch 2 mal in den Staaten, hoffe wenigstens einmal zum Fischen zukommen

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