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Jack the Knife

Zielfisch Barsch

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Der Barsch
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Allgemeines
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Der Barsch(Perca fluviatilis), im Bodenseeraum auch als Kretzer und in der Schweiz als Egli bekannt, kommt als Süßwasserfisch in ganz Europa und da in fast jedem Gewässer vor.
Die nähere Verwandschaft der zu den echten Barschen(Percidae) gehörenden Verwandten in Europa sind neben dem Zander (Stizostedion lucioperca),der Kaulbarsch (Gymnocephalus cernuus),der Schrätzer (G. schraetzer), der Streber (Zingel streber)und der Zingel (Zingel zingel) .

Der Barsch hat einen seitlich leicht abgeflachten hochrückigen Körper, welcher dunkel- oder olivgrün gefärbt und von bis zu 7 Querbändern durchzogen ist, seine Brust- und Bauchflossen sind rötlich gefärbt, selbst die Schwanzflosse.

Sein Maul hat eine stumpfe endstellige Form und kann sehr weit geöffnet werden, die Kiemendeckel laufen spitz zu und sind bedornt.

Die zweigeteilte Rückenflosse besitzt in der ersten und größten Rückenflosse auch Stachelstrahlen, die ebenso wie die Kiemendornen zu Verletzungen führen können, wenn man nicht aufpaßt.

Der Flußbarsch, so die offizielle Übersetzung seines lateinischen Namens, obwohl er sowohl in stehenden wie in fließenden Gewässern angetroffen wird, ist meiner Meinung nach einer der schönsten Fische die wir haben.

Die Barsche in unseren Breitengraden laichen zwischen März und Juni, was abhängig von der Wassertemperatur ist, welche zwischen 7-8°Grad liegen sollte.
Barsche zählen mit einer Anzahl von 200000 Eiern pro Kilogramm Körpergewicht zu den produktivsten Fischen im Süßwasser.
Die laichreifen Weibchen(Rogner) legen die Eier in sogenannten klebrigen Laichbändern an Wasserpflanzen, Totholz und Steinen ab, aus denen dann innerhalb zwei bis drei Wochen die Junglarven schlüpfen.

In der Regel erreichen Barsche eine Durchschnittsgröße von 20-30cm, ab 40cm sind sie als kapital zu bezeichnen und bis um die 60cm Länge sind Fänge bekannt, welche aber sehr selten sind.

Wirtschaftlich hat dieser Fisch nur eine Bedeutung in Gewässern, an denen er regelmäßig in respektablen Größen von Berufsfischern erbeutet werden kann, wie zum Beispiel an größeren Seen, unter anderem dem Bodensee, Starnberger See und so weiter.


Lebensraum/Vorkommen und Nahrung

Der Barsch lebt eigentlich in jedem Gewässer, vom Bach, über den Fluß, bis zum Teich oder See, kommt er auch im Brackwasser vor, in dem er genügend Deckung, Nahrung und Unterstände findet.

Das Beuteschema dieses Raubfisches ist sehr groß und beschränkt sich nicht nur auf allerlei Fische, als Kannibale schreckt er auch vor eigenen Artgenossen nicht zurück.
Neben diversen Wasserbewohnern, frißt er alles was in sein Beutespektrum auf Grund der Größe paßt.
Dies können auch Würmer, Maden, Schnecken und diverse Anflugnahrung sein.

Köder und Gerät

Dem Barsch stelle ich neben dem Spinnfischen auch gerne mit der Fliegenrute nach, auch ist die Anglerei mit dem Sbirolino, der Tremarelle oder der Bombarde interessant.
An bestimmten Gewässern kann auch der Ansitz mit Köderfischen, Fischfetzen oder auch die Feedermethode sehr erfolgreich sein.
An Gewässern mit hohem Hecht- und Zanderbestand fische ich deshalb meist mit leichten bis mittleren Spinnruten welche maximal 25g-40g Wurfgewicht haben .
Eine kleine 1000 oder 2500er Rolle mit geflochtener oder monofiler Leine komplettieren das Tackle.

Als Kunstköder kommen bei mir neben Gummiködern auch Blinker, Spinner und Wobbler zum Zuge, immer abhängig von der zu erwartenden Barschgröße und den Vorlieben der Fische, die Bilder unten dienen als Beispiel.
Die Twister haben eine Länge von zwischen 3-6cm, Gummifische kommen in einer Länge von 3,5-10cm zum Einsatz, Blinker, Spinner und Spinnerbaits je nach Gewässer verschieden.
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Beim Fliegenfischen diverse Streamer, Nymphen und Fliegen.
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Hier im Bild sind Brutfischnachbildungen, Maden und Bachflöhe zu sehen.
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Silver Butcher in Gold gebunden.
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Ein Zonker mit Kaninchenfellstreifen.
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Phantasiestreamer.
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Und natürlich auch die Alexandra.
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Ein Kumpel von mir, der mir seine Fliegenfotos zur Verfügung gestellt hat, mit seinen Barschfängen

Beim Feedern sind neben Maden natürlich Würmer der Hauptköder, an manchen Gewässern jedoch stelle ich auf Grund der Bisse gerne auf kleine Köderfische oder Fischfetzen um, so fange ich die größeren Exemplare ihrer Gattung, angeboten an der Grund- oder Posenmontage.
Auch beißt er dabei immer wieder auf selbst still am Boden liegende Maiskörner, Teig und andere Köder.
Ich führe dies auf seine Neugier zurück, die man beim aktiven Fischen immer wieder beobachten kann, wo er dann selbst auf ruhig am Boden liegende Twister/Shads, haben sie nicht schon vorher zugepackt, attackieren sie die Köder bei der kleinsten Bewegung.
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Da der Barsch sehr schmackhaft ist, werden auch regelmäßig welche zu mir nachhause zum Essen eingeladen:D.


Fangzeit

Die Fangzeit des Barsches ist ganzjährig, er besitzt in den meisten Bundesländern Deutschlands keine Schonzeit, in einigen wenigen hat er jedoch ein Mindestmaß.
Gelegentlich sind auch die tägliche Fangmenge begrenzt.

Entnahme und C&R

Eine Entnahme zu Speisezwecken verkraftet jedes Gewässer ohne Probleme, jedoch sollte ein Zurücksetzen stes mit Bedacht geschehen, da der Barsch sehr schnell zu Verbuttung neigen kann und dann werden die Barsche meist nicht größer als 10cm.
Viele mir bekannte Gewässer beherbergen einen guten und großwüchsigen Barschbestand( bis über 30cm), allerdings sind es ebensoviele, welche einen verbutteten Bestand haben, dies liegt zum teil am hohen Barschbestand, zum Teil aber auch an dem nahrungsarmen Gewässer und dem hohen Konkurrenzkampf mit anderen Fischen.

Geltende Gesetze und Vorschriften sind ebenfalls zu beachten, diese können auch wieder von Land zu Land, , aber auch von Bundesland zu Bundesland bzw von Kanton zu Kanton unterschiedlich sein.
Ebenso sind die Vorschriften auf den Angelkarten manchmal abweichend von den gesetzlichen Vorschriften, deshalb sollte man diese an unbekannten Gewässer mal durchlesen, bevor man mit der Anglerei beginnt.

Hoffe der Bericht hat euch gefallen und freue mich ebenfalls auf eure Erfahrungen bezüglich der Barsche.

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raketo    3
Geballtes Wissen schön bebildert. Super Bericht JackKnife!

Mit der Fliegenrute vom Boot aus Barschangeln. Das werde ich auch mal. Mir fehlen nur noch zwei Sachen. Die Fliegenrute und das Boot ;)

Gruss
Reto

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Hi Leute,

danke für das Lob!

@ Michael

Ja, der Winter ist im Anmarsch, da hat man wieder mehr Zeit für das Forum.

@ Reto

Ein Boot ist nicht zwingend an jedem Gewässer nötig, wenn doch, leihe ich mir eben mal eins, denn ich brauche nicht oft eins.

Fliegengerät gibt es auch schon als Sets sehr günstig zu haben, gute Anfängerstes namhafter Hersteller liegen zwischen 120-250€, ich habe mit einer Ruten-/Rollen-Kombination der AFTMA-Klasse 6/7 angefangen und bin auch größtenteils dabei geblieben, bzw fische diese als Allroundrute sehr gerne, sowohl auf Salmoniden, wie auch auf Friedfische und Barsche.

Vorallem ist die Barschfischerei mit der Fliegerute an Spannung kaum zu überbieten.
Egal ob man mit der Nymphe,einen Streamer, einer Naß-oder Trockenfliege angelt.

Während der Mai- und Junifliegenzeit sind letztere wahre Barschmagneten, die pflücken sich die Dinger von der Wasseroberfläche, das hört man richtig schnalzen!

@ Henry

Danke!
Die Köder sind nur ein kleiner Ausschnitt, von dem was man wirklich hat.
Ja, die Barsche waren nicht nur schön, sondern auch sehr lecker.

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Gast   
Gast
Danke für den tollen Bericht!

Und Achtung: Fliegenfischen auf Barsch macht süchtig! :D

Grüsse Daniela

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Forelle1958    381
Danke Andreas

Eine tolle und umfangreiche Barsch-Vorstellung hast du da ins Forum gestellt. Ich bin überzeugt, dass solche Vorstellungen auch für bestandene Barschangler von Interesse ist, ganz besonders die Alternative mit der "Fliegenfischerei" auf Barsch:). Für zukünftige Barschjäger ist ein solcher Beitrag natürlich ein MUSS!

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Hi Daniela, hi Martin,

ja, Fliegenfischen an sich hat ja schon Suchtfaktor, aber damit den Barschen nachzustellen ist wirklich der Hammer.

Bin zwar nächstes Jahr die 5.Saison mit der Fliege unterwegs, trotzdem mißglückt mir hin und wieder auch mal ein Wurf, gerade wenn es sehr windig ist, die Barsche verzeihen dies aber, im Gegensatz zu den heikleren Salmoniden.

Vorallem die Ködergrößen, welche sich selbst Barsche mit nur 20-25cm reinpfeifen sind schon gewaltig.
Bedenkt man dann noch auf welch kleine Köder auf Hakengröße 12 und welch große Streamer auf Hakengröße1-4 sie beißen ist das schon ein sehr gewaltiger Unterschied, teilweise attakierten sie auch schon Hechtstreamer.

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Gast   
Gast
Haha ja! Die Streamer sind manchmal gleich gross oder sogar grösser :D
Am meisten Erfolg hatte ich bisher mit diesen Streamern - solltest du auch mal probieren!
https://haken.ch/archuploads/img28289_9459.jpghttps://haken.ch/archuploads/img28289_9458.jpg
Aber am "coolsten" ist es definitiv sie auf Popper an der Oberfläche zu fangen und da kommt meine Frage:

In welchen Tiefen fängst du die Barsche? Ich fische meistens zwischen 2-6 Metern Tiefe.

Gruss
Daniela

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Hi Daniela,

sehen ja schick aus, deine Streamer!

Gefangen habe ich Barsche eigentlich schon in allen Wassserschichten, vom Grund zur zur Oberfläche.

Allerdings die meisten Barsche konnte ich je nach Gewässer, Jahreszeit und unter Berücksichtigung anderer Faktoren in einer Tiefe von 2-4Metern überlisten, in diversen Stauseen oder Baggerseen sogar in einer Tiefe bis über 8m, dies allerdings nur vom Boot aus.
Im Frühjahr und zeitigem Sommer auch schon mal im1m tiefem Flachwasserbereichen, wegen der Brutfische.


Werde meinen Kumpel mal darauf hinweisen, mit dem Streamern, ob er welche binden kann, wenn er Zeit hat.

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Gast   
Gast
Super, ich freue mich schon auf die nächsten Bilder!

Er darf gerne für die Bindeanleitung nachfragen und wenn er keine Zeit hat kannst du "im Notfall" ein paar der Streamer bei mir bestellen :) Sie müssen einfach an eine Sinkschnur, sonst schwimmen sie wie ein Korken. Aber mit seinen klappt es ja auch super!

Gruss Daniela

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Danke für den Link Mic. Die Montage funktioniert bestens zum Jiggen oder zum Diagonal-Dropshoten. Der obere Köder braucht meiner bescheidenen Meinung nach keinen Jighead. Der stört nur, zB. wenn du die Montage aus dem Wasser hebst, oder das Rig überschlägt sich beim Werfen. Ich mache für den Beifänger einen Palomarknoten mit DS Haken. ;)

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Gast   
Gast
Diese Montage ist genial doch leider ist sie bei uns nicht erlaubt, da sie zwei Anbiss-stellen hat. Aber sicher da wo es erlaubt ist für Barsche sicher eine klasse Sache!
Auch ich würde den Palomarknoten mit passenden Haken bevorzugen, um einen Tüddel vorzubeugen.

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Micelodeon    0
Zitat:
Der obere Köder braucht meiner bescheidenen Meinung nach keinen Jighead. Der stört nur, zB. wenn du die Montage aus dem Wasser hebst, oder das Rig überschlägt sich beim Werfen. Ich mache für den Beifänger einen Palomarknoten mit DS Haken.


Hey Jungs Danke, als ich den Bericht gelesen hab dachte ich noch...hmpff, am oberen auch ein Jigkopf??

Na dann überlege ich nicht in die falsche Richtung. Schonmal gut. :D

Gruss

Mic

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