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Squirrel76

SEHR viel Glück im fast peinlichen und zu großem Unglück

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Squirrel76    0
ACHTUNG!!! folgende Story ist wirklich passiert und ist nicht frei erfunden oder starkes Anglerlatein:
Zuerst muss ich sagen, dass ich lange überlegt habe ob ich die folgende Geschichte überhaupt veröffentliche, da ich nicht wirklich sehr stolz darauf bin aber ich mich entschieden euch daran Teil zu haben. Heute vor einer Woche also am letzten Samstag war ich mit zwei meiner Klassenkameraden noch im totalen Prüfungsstress, die letzte mündliche Abiturprüfung im Fach Geschichte stand bevor. Bei traumhaften Wetter haben wir uns an einem in der Nähe gelegenen Kiessee zum gemeinsamen Lernen verabredet. Nur um den Drang des Angelns zu befriedigen nahm ich zwei Ruten mit, eine Karpfenrute und eine Grundrute. Die Karpfenrute mit Festbleimontage und drei XXL-Maiskörner(25mm Durchmesser)am Haar und die Grundrute miit Wurm als Köder. Also beide Ruten ausgeworfen und auf die Rutenständer gelegt und bei der Karpfenrute natürlich den Freilauf eingeschaltet. In der Hoffnung das es erstmal dauert bis etwas beisst haben wir mit dem Lernen begonnen. Nach drei Stunden legten wir eine Pause ein, da sich an der Wurmrute überhaupt nichts tat, beschloss ich einen Köderfisch zu stippen und ihn dann mit der Pose auf Hecht auslegen. Die Grundrute also erstmal schnell als Stipprute umfunktioniert und ein kleines Maiskorn als Hakenköder genommen.Wir saßen am Badestrand und da war nicht viel mit Köderfisch, ca.25m links von unserem Platz ist allerdings eine kleine Bucht mit Büschen die ins Wasser hängen und dort fängt man eigentlich immer ein paar Köfis. Also gingen wir in die Bucht, die Karpfenrute ließ ich eigentlich ohne schlechtes Gewissen ausgelegt, da ja der Freilauf eingeschaltet war und zu dem der elektrische Bissanzeiger ebenfalls eingeschaltet war ... So ich schätze mal ihr wisst was jetzt kommt
Zu dritt standen wir an der Bucht, unseren Platz hatten wir aufgrund von Bäumen nicht voll im Blick, deswegen sollte mein Kumpel immer mal zum Platz schauen da wir unsere Rucksäcke und alles andere am Platz liegen gelassen hatten (man weiß ja nie).
Nach 5min hatte ich einen Köderfisch aber diese sprang beim Landen vom Haken, also musste ich noch eine Versuch starten. Währendessen vernahmen meine zwei Freund ein lautes Platschen, welches ich aber nicht hörte, sie dachten sich aber nichts dabei da öfters mal ein Hecht in der Bucht raubte und sie vermuteten das es eben dieser war der aus dem Wasser sprang. Nach weiteren 5min schaute wieder einer meiner Kumpels zu unserem Platz und daraufhin fragte er mich ob ich die Karpfenrute aus dem Wasser genommen hatte als wir in Bucht gegangen sind. Leicht ungläubig schaute ich ihn an und sagte "Nein". Er schaute nochmals zum Platz und sagte das die Rute nichtmehr zu sehen ist. Mein Magen drehte sich um, ich dachte er wollte mich veräppeln. Wir sprinteten zu unserem Platz und tatsächlich .... Die Rute war einfach weg :cursing:
Ich weiß nicht wie man dieses Gefühl beschreiben soll, vielleicht hat ja schonmal einer von euch ähnliches durchlebt.
Dazu muss ich sagen das es eine Shimano BeastMaster-Rute und eine Shimano Baitrunner-Rolle war
https://haken.ch/archuploads/img22516_7114.jpg
, die Kombo ist auch erst ein Jahr alt gewesen und war nicht gerade billig.
Natürlich schossen mir alle Gedanken durch den Kopf, jemand hätte die Rute klauen können, wer sich einwenig mit dem Angeln auskennt erkennt auch den Wert dieser Rute-Rollen-Kombi nur es waren eine Menge Badegäste am Strand die etwas mitbekommen hätten es wäre also denke ich aufgefallen. Blieb also nur noch der Gedanke das ein Fisch die Rute reingezogen hatte. Nur ich zweifelte schon an mir selbst denn ich war mir zu 100% sicher das ich den Freilauf eingeschaltet, es war für mich unbegreiflich wie ein Fisch die Rute hätte reinziehen können, einziger Hinweis war der vordere Rutenständer auf dem der Bissanzeiger geschraubt war, denn der Rutenständer steckte schräg und total verdreht am Ufer. Von Minute zu Minute wurde mir immer schlechter. Hinzu kommt noch die Tatsache das mir die Woche zuvor mein Fahrrad geklaut wurde, trotz das es angeschlossen war. Innerhalb einer Woche also ein immenser finazieller Verlust der nich leicht zu verkraften ist.
Gute 5 Minuten liefen wir bis ins hüfttiefe Wasser, ergebnislos. Da das Wasser recht angenehm warm war entschieden wir uns schnell das Badezeug und die Schnorchelausrüstung von zu Hause zu holen und dann weiter zu suchen. Also fuhren wir zu zweit zu mir nach Hause, mein anderer Kumpel blieb am See, und holten alles was wir brauchten. Ich nahm außerdem meine stärkste Rute mit die ich hatte zu dem die Rolle mit der stärksten Schnur, ich durchwühlte sämtliche Gerätekisten auf der Suche nach irgendwetwas schwerem was ich über den Grund ziehen kann um vielleicht so die Rute zu finden. Ich fand dann einen 200g schweren Pilker den ich mitnahm. Wir fuhren also zurück zum See, aber ehrlich gesagt hatte ich schon damit abgeschlossen die Rute wieder zu finden da der See 48ha groß ist, so zu sagen die Nadel im Heuhaufen :pinch:
Mittlerweile sind ca. 25min seit dem verschwinden der Rute vergangen. Mein Kumpel schnappte sich direkt die Schnorchelausrüstung und stürzte sich in die Fluten. In 10m Uferentfernung war allerdings nix ausfindig zu machen. Ich montierte schnell den Pilker und feuerte diesen auf gut Glück einfach nach draußen . Nach Grundkontakt fing ich an zu kurbeln. 10 Umdrehungen später hing er fest, nix ging mehr. Mein Kumpel schnappte sich also die Schnur und schwamm ihr nach. In ca. 20m Uferntfernung tauchte er kurz, kam wieder hoch und rief: "DA IST SIE!!!!" :-O:-O:-O:-O
Ich konnte es eigentlich garnicht glauben. Er tauchte nocheinmal und kam wieder an die Oberfläche und streckte die Rute in die Höhe. Er kam zurück ans Ufer und ich hatte mein Rute wieder in der Hand, wir drei waren alle überglücklich das wir tatsächlich die Rute wiedergefunden haben, so wirklich daran geglaubt haben wir alle nicht mehr. Mir fiel direkt die riesen Perücke an der Rolle auf, so ca.70m Schnur waren total verknotet und haben die Rolle total blockiert.
Nun waren aber noch rund 30m Schnur draußen im See. Ich nahm also die Schnur in die Hand und begann sie an Land zu ziehen. Anfangs lies sie sich ganz leicht einziehen es wurde aber zunehmend schwerer. Ich dachte mir nix dabei da ich vermutete dass das Blei sich irgendwo festgesetzt hat. Der Gedanke das der Fisch noch hängen könnte kam uns garnicht in den Kopf da wir erstmal so froh waren die Rute wieder zu haben. Doch als die Schnur sich dann auf einmal von rechts nach links bewegte war uns klar: Da hängt noch einer dran!
Und prompt wurden mir auch gut 10m Schnur wieder durch die Hand zurück in den See gezogen. Nach vielleicht 3min war er dann kescherbereit, der Übeltäter.
https://haken.ch/archuploads/img22516_7113.jpg
Ein wunderschöner Spiegler mit 12pfund, dazu muss ich sagen dass es auch noch mein Pb Karpfen ist, da ich nicht professionell auf Karpfen angel und nicht so oft große Karpfen fange.
Auf der einen Seite freue ich mich darüber eine tollen Karpfen gefangen zu haben
ABER
andererseits bin ich auf die Art und Weise wie ich den Karpfen gefangen habe nicht stolz, da ich meiner Meinung nach dies alles verhindern hätte können wenn ich die Rute aus dem Wasser genommen hätte oder zumindest nicht den Angelplatz verlassen hätte um einen Köderfisch zufangen.
Trotzalledem bin ich glücklich darüber die Rute und die Rolle wieder zu haben und eins ist mir jetzt bewusst geworden:
Selbst wenn man mal nur schnell den Angelplatz verlässt kann genau soetwas passieren. Das ist eine Erfahrung die ich und meine zwei Kumpesl wohl unser ganzes Leben nicht vergessen werden.
Vielleicht ist euch ja auch schoneinmal das Gleiche passiert oder ihr seid jetzt gewarnt was passieren kann wenn man ja "nur mal kurz" einen Köderfisch stippen möchte. Ich bin mir darüber bewusst das ich an diesem Tag enormes Glück hatte und ein zweites Mal wird mir das bestimmt nicht nocheinmal passieren.

....hoffentlich

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Gast   
Gast
Mensch Tom das ist ja ein Hammer, eine ganze Rute mit Rolle zu verlieren ist wohl das schlimmste was einen Angler passieren kann!
Nur gut das Ihr die wieder gefunden habt, hätte an der Kiesi auch anders ausgehen können. aber wie kann das sein das er die Rute bei eingeschaltenen freilauf reingezogen hat? Ich kann mir das nur so vorstellen, du hattest irgendwo einen Knoten drin oder der Freilauf war zu leicht eingestellt, so das der prächtige Karpfen bei seinen Run die schnur zum überschlagen gebracht hat und sich eventuell im Bügel verfangen und sich die Perrücke gebildet hat. So das er mit seiner Kraft alles mit ins Wasser zog.
Den Karpfen kannst Du dafür leider nicht haftbar machen:D:D:D, er kann ja dafür rein garnichts, er wollte ja nur fressen!:D:D:D
Das du nun die Rolle aufschrauben musst um alles zu trocknen und neu zu fetten ist ja klar, aber ich denke bei diesem Missgeschick ist das wohl das kleinste Übel....
...was schließen wir daraus niemal eine Rute unbeaufsichtigt lassen!:whistling:

Kann aber am kleinsten Gewässer passieren.

Nun aber Petri zum PB Karpfen

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Squirrel76    0
Ich vermute das der Freilauf zu leicht eingestellt war, so wie du es auch sagst, die Spule wird sich wahrscheinlich überschlagen haben und dadurch bildete sich die Perücke

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Forelle1958    387
Hallo Tom
Eine wirklich sehr interessante und gut verfasste Geschichte. Es macht einfach Spass solche Beträge zu lesen:D

Vielleicht bis du nicht besonders stolz den PB-Karpfen auf diese doch leicht umständliche Art und Weise "überlistet" zu haben:P, aber du wirst dich allein schon aufgrund der Umstände ein Leben lang an diesen Fang erinnern:D.

Toller Bericht und mit viel Schwein auch noch mit einem Happy-End:)

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