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Michael

Zielfisch Barbe

Empfohlene Beiträge

Michael    376

Die Barbe
Ein rüsselartiges Maul und vier Bartfäden, dazu ein fast drehrunder Körper: so sieht die Barbe aus. Die Fischbiologen haben nach ihr eine ganze Flussregion benannt, die Barbenregion. Barbus barbus bevorzugt nämlich als typischer Grundfisch die abwechslungsreichen mittleren Regionen grosser und kleinerer Flüsse, wo das Wasser noch strömt und der Untergrund steinig bis sandig ist. Gern hält sie sich auch stromab von Brückenpfeilern, Wehren oder Turbinen auf, welche die Strömung teilen. Gelegentlich wandert sie auch stromaufwärts bis in die Forellenregion herein.

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Die Barben sind „Sommerlaicher“ und laichen zwischen Mai und Juli auf flachen, kiesigen Stellen. Diese finden sich vor allem in den Oberläufen der Flüsse. Im Winter beziehen sie ein Winterquartier und halten eine Winterruhe. Als Speisefisch sind Barben zwar sehr wohlschmeckend, aber auch sehr grätenreich. Unsere Barben werden normalerweise bis zu 90cm lang und bis zu 7kg schwer. Es gibt auch andere Barbenarten, die nicht so gross werden und auch solche, die noch viel grösser werden aber das wäre ein anderes Thema.

Das richtige Gerät
Die Barbe ist ein sehr kampfstarker Fisch, der beim Drill hohe Geschwindigkeiten erreicht. Deswegen richten wir beim Fischen auf diesen Cypriniden ein besonderes Augenmerk auf das Gerät.
Grundsätzlich verwende ich hier Ruten mit einer Testkurve von 1,25 lbs bis zu 2,0 lbs je nach Strömung, Bodenbeschaffenheit oder Entfernung. Dabei gehe ich immer nach der Faustregel „so stark und straff wie nötig“, so hat man meiner Meinung nach den meisten Spass beim Drill.

Rollen der Grösse 4000-6000 mit einer starken Bremse, die man wirklich zu machen kann, sind hier von Vorteil. Beim Feedern sollte die Rute immer gut verankert sein und die Bremse bzw. der Freilauf offen, da es sonst passieren kann, dass sich die Rute verabschiedet.

Als Schnur verwende ich beim Feedern oder Spinnfischen eine 0,15-0,17er geflochtene (wegen der geringen Dehnung). Beim Posenangeln kommt eine 0.28 - 0.30er monofile zum Einsatz. Das Vorfach wird dabei immer ca. 0,02-0,04mm dünner gewählt. Wichtig ist auch, dass man beim Vorfach ein abriebfestes Material nimmt. Die Barben bohren während dem Drill gerne mal mit der Nase am steinigen Untergrund und es kann vorkommen dass es knallt wenn man nicht die richtige Schnur hatte. Bewährt hat sich die Stroft ABR „mono“, die ich schon seit Jahren erfolgreich einsetze.

Beim Feedern sind je nach Strömung Grundbleie zwischen 20 und 200g und Futterkörbe (mit oder ohne Krallen) von der Grösse einer Coladose im Einsatz.

Unbedingt sollte man auf stabile Haken achten, denn durchgebogene Haken sind keine Seltenheit (Haken an den kleinen Wobblern sind meist zu schwach). Hakengrösse wird sonst wie immer dem Köder angepasst, je nach dem verwende ich Haken der Grösse 6, 5 oder grösser. Man sollte ausserdem gut darauf achten, dass die Hakenspitze aus dem Köder herausschaut und der Haken scharf ist. Ab und zu nachschärfen oder Haken wechseln.

Köder
Meine Lieblingsköder auf Barbe: Käse (härtere Sorten wie Emmentaler), Brot, Maden und vor der Laichzeit kleine Köderfische oder Wobbler. Tipp bei Käse als Köder: Man nimmt ein Metallrohr, welches einen Innendurchmesser von ca. 1cm hat. Damit sticht man Käsestücke aus, welche man im Anschluss mit einer Ködernadel auf das Vorfach auffädelt. So hält der Käse auch in sehr starker Strömung ganz gut.

Methoden
Barben kann man mit ziemlich jeder Angelmethode überlisten. Ich bevorzuge hier das Posenangeln mit der Centrepin, das Feedern mit oder ohne Futterkorb und die Spinnfischerei mit kleinen Wobblern oder kleinen toten Fischen. Bei jeder Methode muss der Köder bodennah angeboten werden da sich die Barben hauptsächlich am Grund befinden und dort auch auf das Futter lauern.

Fangzeit
Man fängt Barben eigentlich über das ganze Jahr hinweg nur während der Laichzeit wird es schwieriger da sie dann vollgefressen und logischerweise mit anderen Dingen beschäftigt sind.

Drill
Ein Barbendrill an richtigem Gerät ist einfach nur geil. Torpedoartige Fluchten begleitet von kräftigen Kopfstössen, Rammen in den Boden, schleifen an Steinen und Kanten. Mal ab und zu komplette Pause und am Boden oder hinter einem Stein stehen bleiben. Es kommt oft vor, dass man denkt, es wäre jetzt ein Hänger. Dann fängt die Flucht wieder an! Bei stark eingestellter Bremse können sie plötzlich über mehrere Sekunden lang meterweise Schnur von der Rolle ziehen die man erst wieder gewinnen muss. Das Spektakel spielt sich dann meist an einer Strömungskante ab. Die Barben versuchen in die Strömung zu fliehen, sind sie mal drin, dann wird's richtig spannend. Das hohe Adrenalin lässt uns keine Schmerzen spüren aber als Barbenfischer weiss man, dass an nächstem Tag Muskelkater auf dem Programm steht und die Arme für nichts zu gebrauchen sind.

Fangbilder

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Release
Nach kleinem Fotoshooting und ein paar Streicheleinheiten wird der Fisch in der Regel released.

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Und jetzt kommt das grosse ABER …
Doch bevor es zu einem Drill kommt, sollte sich jeder vorher darüber im Klaren sein, wo sich diese Fische aufhalten. Man kann sonst Tage ohne Fischkontakt verbringen, dabei suchen die Fische zwei Meter weiter vom Köder in einer Rinne nach Futter.

Hilfreiche Links zum Thema
Weitere Suchergebnisse zum Thema Barbe auf haken.ch
http://www.barbel.co.uk

Videos
Drennan's Fishing Barbel on the Wye - Part 1 - 3

 

 

 

 

Über den Einsatz von PVA Bags

 

Top Tips for Barbel Fishing

 

Ich hoffe ihr habt damit eine Übersicht über die Barbe. Gerne könnt Ihr eure Erfahrungen oder Fragen rund um die Barbe in diesem Thread posten.

Petri Heil!

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thefisher99    66

Du gehst gezielt auf Barben mit der Spinnrute, fressen die bei euch auch Kleinfisch.:D

Also ich fisch ab und zu auch auf Barben in der Gürbe, allerdings mit Wurm und Brot an einer Tip-Montage, da das Grundfischen verboten ist, der Köder muss also immer in Bewegung sein.

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Michael    376

Du gehst gezielt auf Barben mit der Spinnrute, fressen die bei euch auch Kleinfisch.:D

​Ja, kleine Wobbler oder Köderfische so um 5-7 cm.

Also ich fisch ab und zu auch auf Barben in der Gürbe, allerdings mit Wurm und Brot an einer Tip-Montage, da das Grundfischen verboten ist, der Köder muss also immer in Bewegung sein.

Sicher auch sehr fängige Methode, vorausgesetzt der Köder läuft am Gewässergrund.

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thefisher99    66

Ja er muss am Gewässergrund sein und eben nach Reglement nicht auf der Stelle stehen bleiben, nicht ganz leicht aber gut zu schaffen.

Die Fischerei ist übrigens sehr spannend, da man die Barben eigentlich auf Sicht anwirft, man sieht sogar die Bisse und der Drill ist sowieso genial.B|

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Mike    271

Danke für den Interessanten Bericht Michael. 

Ich hatte vor 2 Jahren am PO auch das Vergnügen 2 Barben zu Drillen. Machten ordentlich Dampf am Karpfengrät:D

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Ally370    11

An der Gürbe sind sie aber voralem im unteren Teil so um Belb, oder??

Im Sommer sind übrigens Heuschrecken auch keine schlechten Köder.

Gruss und Petri

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Primus    95

Was habt Ihr den für Barben das die so abgehen oder ist die Strömung bei Euch so stark?

Habe schon etliche Barben früher im Züsi gefangen(bis 85cm) Zwei harte schnelle fluchten und das wars einkurbeln wie ein Sack.

Gruss und Petri 

Manu

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an einer Tip-Montage, da das Grundfischen verboten ist, der Köder muss also immer in Bewegung sein.

Kleiner Tip(p): Gürbe ist doch Kanton Bern, oder? Such im Reglement mal den Passus der - deiner Meinung nach - verbietet, dass der Köder am Grund liegen darf...   

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Stefan    237

Dali: Im Sommer? Du meinst in der Laichzeit? ;)

Und als Ergänzung zum Hinweis von Passionfisher:

Bis 2014 war das entscheidende Detail für Fliessgewässer mit vorwiegendem Edelfischbestand nicht der stationäre Köder oder die Beschwerung beim Verbot der Setzfischerei, sondern lediglich die Tatsache, dass man die Rute nicht aus den Fingern lassen darf. Wenn der Köder bissl am Grund bleibt, man aber die Rute ständig in der Hand hält, geht das in Ordnung. Aber wehe, wenn man seinen Köder im Bach hat die Rute ans Geländer stellt oder auf den Boden legt.

bearbeitet von Stefan
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Dali    82

Und wo liegt dein problem? Verbringe täglich zeit am wasser. Auch ohne angelrute lieber stefan.

Nebenbei war dieses jahr die laichzeit schon vorbei, und die fische schwimmen auch jetzt am gleichen ort;)

 

Aber danke dass du 1 mal mehr den forumspolizisten spielst 9_9

bearbeitet von Dali
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Stefan    237

Wollte eigentlich nur die Laichzeit erwähnen als Hinweis für die, die nicht wissen, dass Barben im Sommer laichen (Mai bis Juli) und dass sie in der übrigen Zeit kaum in einer solchen Konstellation auf einem Haufen am Ufer zu finden sind wie in deinem Video.

Aber ja, man muss in jedem meiner Posts einen persönlichen Angriff oder eine böse Unterstellung suchen 9_9

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Dali    82

Kleiner tip. Mal die angelzeitschriften beiseite legen und ans wasser gehn.

Sehr wohl gibts orte wo barben das ganze jahr in solcher konstellation auf dem haufen liegen. An diesem spot zum teil zu hunderten fast das ganze jahr durch.

Sehe es nicht als angriff, die belehrungen mag ich einfach nicht so, wie auch wohl einige andere.

Gute nacht und eine schöne zeit beim angeln

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Stefan    237

Du siehst Belehrungen, wo keine sind. Du siehst wohl auch Geister, Feen und Einhörner zwischen den Zeilen meiner Posts? :D

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Und als Ergänzung zum Hinweis von Passionfisher: habe im Büchlein kurz gesucht und das nicht mehr gefunden, was ich finden wollte. Aber ich erinnere mich daran, dass das entscheidende Detail für Fliessgewässer mit vorwiegendem Edelfischbestand nicht der stationäre Köder oder die Beschwerung ist, sondern lediglich die Tatsache, dass man die Rute nicht aus den Fingern lassen darf. Wenn der Köder bissl am Grund bleibt, man aber die Rute ständig in der Hand hält, geht das in Ordnung. Aber wehe, wenn man seinen Köder im Bach hat die Rute ans Geländer stellt oder auf den Boden legt. Das geht nicht. Oder es ging nicht. Finde es im Büchlein grad nicht und bin zu müde :D 

Und was sagt uns das?: Wenn man von was keine Ahnung hat einfach mal die Luft anhalten...

Wär wohl angebracht, dass auch du dich erst mal intensiver mit dem Reglement auseinadersetzt bevor du jeden über alles "informieren" möchtest... (um das böse Wort "belehren" zu vermeiden). Zumal wenn dann nicht ganz korrekte Behauptungen in den Raum gestellt werden.

Nicht böse gemeint natürlich, auch keine Kobolde oder sonstige Gestalten der Phantasie und Fiktion involviert :ph34r:

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thefisher99    66

Also zum Thema die Gürbe ist ein Gewässer mit überwiegendem Edelfischbestand, in dem Fall Bachforellen. Im Kanton Bern gibt es, laut dem örtlichen Fischereiaufseher, das Gesetzt, dass der Köder nicht konstant auf einer Stelle liegen darf, sprich man relativ leicht fischen muss. Gewichte bis so 8 Gramm oder je nach Strömung mehr oder weniger sind hierbei aber kein Problem. Das Ganze is aber was anderes in Gewässer mit gemischtem Fischbestand, da ist Grundfischen dann wiederum erlaubt.

Zum Off-Topic: Die Diskussion ist zu alt und bringt eh nix, kein Kommentar.

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Stefan    237

Habe nun das Berner Reglement durchgelesen und meinen letzten Post editiert. Möge der Herr Passionfisher das Zitat in seinem letzten Post löschen oder editieren. Und zum Thema "keine Ahnung haben" möchte ich noch loswerden, dass ich meine Info von einem Fischereiaufseher habe, wie thefisher99 seine Info übrigens auch.

Nach dem erneuten, diesmal aber vollständigerem Studium des Berner Fischereireglements bin ich zur Erkenntnis gelangt:

-Setzfischerei ist in Gewässern mit vorwiegendem Edelfischbestand seit diesem Jahr nicht mehr verboten. Siehe Artikel 24. auf Seite 23.

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