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Jack the Knife

Früher war es einfacher!!

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Hi Leute,

gestern hatten wir unter Anglern und Freunden eine Unterhaltung, es ging, wie nicht anders zu erwarten ums Angeln.

Wie wir durchgehend feststellen mußten, nahm das Gerät und das Zubehör stets mit dem Alter zu, ein sehr kurioses Phänomen.

So berichteten eigentlich alle, daß man früher, also als Jungangler mit bestandener Prüfung(ich machte sie bereits mit 14Jahren) wesentlich einfacher ausgestattet war , als die Jugend heute, gefangen haben wir vor einem knappen Vierteljahrhundert trotzdem mehr als genug.

Dabei hatte man seinem kompletten Rutenbestand, der aus einer Spinnrute und zwei Allroundruten bestand, jeweils mit Stationärrollen und 0,30-0,35mm Schnur bestückt, dazu ein kleiner Gerätekasten(40x25x35cm), in dem komischerweise alles Platz fand, was man brauchte und hatte.
Auch durfte der Kescher nicht fehlen, desweiteren kam bei mir immer ein blauer Farbeimer (Inhalt um die 50l) mit , der den blauen Tonnen mit schwarzen Deckeln sehr ähnlich sah, so sah meine Sitzgelegenheit aus, auch konnte man da drin seine Getränke, die Brotzeit und den eventuellen Fang transportieren, ebenso den Setzkescher, wenn man einen hatte.
Wenn ich Glück hatte, wurde ich damals von meinen Eltern ans Wasser gefahren, wenn nicht, dann gings mit dem Fahrrad inklusive Anhänger ans Wasser.

Mit 16 kam dann der 1b- Führerschein(80cm² Kleinkraftrad), auch wurde dabei wieder wie früher mit dem Rad ein Anhänger benutzt, da man jetzt nicht mehr selber treten mußte, wurde die Ausrüstung komischerweise mehr, der Anhänger gut beladen und man kaufte stetig an Material und so weiter dazu, es kam der erste Stuhl, damals noch ein Campingklappstuhl, ein Anglerschirm mit Seitenschutz, ein größerer Angelkoffer, eine Rutentasche und so weiter, was sich Kumpels eben auch gekauft oder geschenkt bekommen haben.
Irgendwie stiegen dann aber auch die Ansprüche in mehreren Hinsichten, und das Warten auf den Autoführerschein wurde zur Tortur.

Als dann endlich der 18.Geburtstag ins Haus stand, das Auto vorhanden war, stellte man fest, daß die "Mühle" irgendwie zu klein war, ich hatte damals einen Ford Escort XR3i, also eigentlich genügend Stauraum vorhanden.
Aber wie es so ist, je mobiler man wird, desto mehr hat man die Möglichkeit auf Austellungen, in Angelgeschäfte und so weiter zu fahren bzw zu gehen.
Der Verdienst war damals wesentlich besser, zumindest war das Geld mehr wert, als heutzutage, also konnte man sich es leisten , wenn man gelegentlich mal ein wenig ungeplant Geld ausgab.
Das hieß, daß natürlich die Ausrüstung Jahr für Jahr stetig wuchs, da kam das erste Anglerzelt, die Ruten- und Rollenanzahl stieg, die Kunstköderauswahl nahm bereits einen eigenen Kasten in Anspruch, es gab einen größeren und stabileren Unterfangkescher, der Setzkescher nahm auch eine andere Größe an, man hatte dann schon zwei Rutentaschen uns so weiter uns so fort.
Der Ford wurde irgendwann verkauft, da er zu klein wurde, also suchte man einen Kombi oder ähnliches, gefunden habe ich dann schließlich einen Opel Omega Caravan, der zum Glück von der Opelkrankheit( Rost ohne Ende) verschont blieb, so weit , so gut.

Irgenwie wurde allerdings der Platz in dem Auto auch immer weniger, keine Ahnung ob er bei jedem Waschen ein wenig schrumpfte , oder ob es an der Angelausrüstung und den Wochenendproviant lag, es kam ja auch mal ein Grill dazu, gerade dort, wo Lagerfeuer verboten waren.
Das Auto war bei zwei Anglern vollgestopft bis oben hin, wenn es am Freitag raus ans Wasser ging und man am Sonntag erst wieder heimfuhr, man fühlte sich geradezu wie eine Ölsardine, nicht so ölig, aber doch so reingequetscht.
Gerade als die Karpfenanglerwelle auf dem Höhepunkt war, war es ganz schlimm mit dem Platzmangel.

Mein letztes Auto, welches ich vor einigen Jahren hatte, war ein Ford Transit, den ich selbst nach meinen Vorstellungen und Wünschen ausgebaut habe, ein echtes Anglerauto eben.
Verkauft habe ich ihn schließlich, da ich arbeitsbedingt kaum zum Angeln kam, er deshalb selten bewegt wurde und ich mir so auch Steuer und Versicherung sparen konnte, als fahrbaren Untersatz konnte ich KFz's von meinem damaligen Chef benutzen, was ich gerne angenommen hatte.

Wie sah es bei euch aus, stieg bei euch auch das Angelzeug sprunghaft an, je älter man wurde und je größer die Transportmöglichkeiten wurden?

Plaudert doch mal aus dem Nähkästchen!

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Forelle1958    381
Hallo Andreas
Da zeigst Du wunderbar eine Entwicklung auf die wohl viele von uns durchgemacht haben. Vermutlich sieht es bei einigen Junganglern heute anders aus, d.h. die führen schon heute Material mit sich, was ich früher als mobiles Fischereiartikelgeschäft betrachtet und bewundert hätte.

Meine Anfangszeiten waren noch viel bescheidener. Da in meinem Wohnkanton und dem Voralpenkanton wo meine Eltern eine Ferien-Bauernhaus besassen (und wir uns rund 12 Wochen pro Jahr aufhielten) ein Pachtsystem ohne Aussicht auf eine Tages-- Wochen-oder Monatskarte bestand, erlernete ich von meinem Vater, selbst ein passionierter Fischer halt andere Methoden.

Etwa im Alter von 8 Jahren war ich mit meinem Vater an abgelegenen Bächen unterwegs und er zeigte mir wie man auf einfachste Weise sehr effizient, d.h. manchmal mit einem beherzten Griff unter Steine, das andere Mal nur mir einer Rolle Schnur und einem Mepps (für tiefere Pools) zu ganz anständigen "Fangerfolgen" kommen konnte. Dabei wurde mir aber eingetrichtert, dass man NIE eine untermassige Forelle behändigt, oder in der Schonzeit den Fischen nachstellt. Fast gleichzeitig kauften mir meine Eltern eine Rute mit Rolle, Zapfen, Blei und ein paar Haken in einem Discount-Warenhaus (kostete damals so um die zwanzig bis fünfundzwanzig Fränkli, d.h. so um die 20 Euro). Mit dieser super Ausrüstung durfte ich schon bald alleine und völlig legal den Fischen im Zürichsee nachstellen. Meine Zielfische waren damals der Läugel (heisst wohl u.a. Laube, bin mir aber nicht ganz sicher) und Schwalen (Rotaugen), sehr zum Missfallen meiner Mutter. Es ging soweit, dass ich schon vor der Schule, d.h im Sommer ab 06.00 h mit dem Fahrrad zum See fuhr, etwa bis 07.30h fischte, danach zurück raste die Fische meiner Mutter übergab und versuchte noch rechtzeitig in die Schule zu kommen.

Danach änderte sich während vielen Jahren nicht viel, d.h. mein Vater schenkte mir eine seiner alten Forellenruten und eine gebrauchte Abu-Rolle. Dazu kam der Barsch als weiterer Zielfisch.

Die Erfolge, vor allem an Pachtgewässern waren jedenfalls mehr als nur gut und ich konnte damals auch einige Schulkollegen von der nicht ganz legalen Fischerei begeistern.

Daneben gab es auch Fischerferien mit meinem Vater einem seiner Kolllegen mit seinen Jungs und mir. Wir machten dabei vorzugsweise mehrere Male die Bäche und Bergseen im Kanton Waadt unsicher (wo es ein Kantonspatent gab).

Als junger Erwachsener hatte ich aber plötzlich andere Interessen:P Etwa im Alter zwischen 22 und 35 Jahren fand ich plötzlich kaum mehr Zeit für einen Gang ans Wasser. Allerdings konnte ich nie an einem Bach oder Fluss vorbegehen ohne diesen genaustens zu "studieren" und auch ein paar Griffe unter die Steine zu wagen. Beim wilden Campieren gab es nicht selten Forellen als Mahlzeit.

Danach entdeckte ich dank dem "schlechten Einfluss" von fischenden Kollegen sehr schnell meine alte Liebe zur Fischerei wieder. Innert kaum einem Jahr war ich stolzer Besitzer von drei neuen Ruten und wohl etwa gleich vielen Rollen. Auch in Kleinmaterial habe ich ordentlich investiert. In dieser Zeit kombinierten wir Partys und Fischen, d.h. hielten uns oft saufend, Musik hörend und fischend am See auf. Meist auf Hechte und Barsche, dazwischen (in der Nacht auf Trüschen) oder halt auch Schleien und vereinzelt Karpfen.

Von diesem Zeitpunkt an habe ich materialmässig eigentlich dauernd aufgerüstet (das mit dem vollen Fahrzeug war auch bei mir schon bald ein Problem). Gleichzeitig dehnten wir die Ausflüge auf weiter gelegene Gewässer im Kanton Tessin und Graubünden aus, dazwischen an Forellen-Puffs erinnernde Bergseen.

Danach so um die vierzig herum ging's dann Schlag auf Schlag. Der Freund meines Vaters mit dem wir früher im Kanton Waadt fischten war schon einige Jahre Besitzer einer Lodge in Alaska. Das Angebot für Gratisferien (bis auf den Flug) konnte ich nicht ablehnen, was ich nie bereuen werde. Nur kurz darauf traf ich bei einem traurigen Anlass einen Jugendfreund wieder, der ein absoluter Kapitalenjäger ist und sich schon damals stolzer Besitzer eines Bootes auf dem Zürichsee war. Nach ein zwei Jahren gemeinsamer Schlepperei beteiligte ich mich bei der Anschaffung eines Bootes welches wir mit grossem finanziellen Aufwand restaurierten.

Eigentlich ein Fehler. Ich wurde, trotz kapitalen Fängen von Seeforellen und Hechten NIE ein begeisterter Schleppfischer. Das Boot haben wir noch heute, unterdessen nicht nur mit den üblichen Vorrichtungen wie Echolot usw. sondern auch Radar, da wir dieses Boot auch auf der Ostsee auf Lachse eingesetzt haben. Aber wenn ich so sehe, wie ein angefressener Schleppfischer zehntausende von Franken in sein Hobby investiert, stellen sich bei mir schon Fragen.

Unterdessen kann ich mich dem Fischer-Konsum-Wahn aber selbst kaum mehr entziehen, fische in Alaska in diversen Kantonen und in einem Forellen-Pachtrevier. Dazu leiste ich mir alle möglichen und unmöglichen Fischereiartikel (beim Händler und online). Eigentlich alles ziemlich unvernünftig da ich eigentlich überzeugt bin, dass eine meiner alten Ruten und Rollen in vielen Fällen denselben Fangerfolg bringen würden. Aber es ist halt schon geil mit mit einer ultraleichten Rolle, einer actionreichen feinen Rute, ein paar völlig überteuerten Wobblern, einer neuen nicht kringelnden weit fliegenden Schnur, nicht ganz günstigen Wathosen usw. ans Wasser zu gehen.

Wenn ich heute gewisse meiner Kellerräume oder in der Saison den Innenraum meines Autos betrachte, nimmt das irgendwann Messie-hafte Züge an. Nicht ganz selten kaufe ich Artikel (vor allem Kleinmaterial) doppelt, da ich es nicht auf Anhieb finde. Seit etwa drei Wochen ist eine kleine Kiste mit Blei unauffindbar;(. Vielleicht wurde sie von einem Bastler für das Giessen von Jig-Köpfen entwendet:D.

Vermutlich sind Andreas und ich die Einzigen, die bei diesem Aufrüstungs-Wahn dabei sind (habe zwar im Forum auch schon andere Sachen gelesen liebe Welsfischer:D).

Petri und Gruss
Martin











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Hi Martin,

ja, die Erinnerungen an früher sind manchmal sehr interessant, finde ich zumindest.

Fische, meist Forellen, mit der Hand haben wir als Kinder auch gefangen, später dann auch mit der Drachenschnurspule, als Bleiersatz diente dabei meist was man an Angelplätzen fand oder auch mal eine große Mutter, selbst zum Spinnangeln nahmen wir die Spue her, auch beliebt war die Haselnußrute mit Weinkorken als Stopsel.

Ich denke mal, daß bei vielen Anglern so die Karriere begann, meist als Kind beim Schwarzangeln, jeder wußte es,erwischt oder bestraft wurden wir nie, auch sah man die geltenden Gesetze nicht so eng,heißt es wurde von Wissenden ein Auge zugedrückt.

Gewußt haben es aber viele Erwachsene, wie wir unsere Freizeit verbringen, daran gehindert wurden wir aber trotzdem nicht, im Gegenteil, in einem stillgelegten Steinbruch bekamen wir sogar die Erlaubnis, auf einem Privatgrundstück sah es damals gesetzestechnisch anders aus, da durfte man sogar ohne Schein angeln, gilt aber heute auch nicht mehr, wurde vor etwa 30 Jahren geändert, jetzt ist auch dort ein Angelschein nötig. .

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fisherofmen    0
Meine Erinnerungen

Ich mag mich an Spaziergänge mit den Eltern erinnnern, damals als kleiner Junge am Ende der 60er-, anfangs der 70er Jahre, schlenderten wir oft am Basler Rheinufer entlang. Von jedem Steg aus, schaute ich ins Wasser und damals standen oft Fische dort. Ich wusste damals noch nicht, was für Fische dies waren. Ich habe mir erzählen lassen, es waren oftmals 'Nasen'. Dann Mitte der 70er Jahre entstand an unserer Schule ein Angler-Hype. Fast jeder Schüler kaufte sich eine billige Warenhausangel und ging an den Rhein. Da wir noch nicht 16 Jahre alt waren, durften wir in Basel nur mit Zapfen fischen. Obwohl wir keine Erfahrung und keine hochtechnische Ausrüstung hatten, fingen wir unsere Fische. Ich mag mich an eine Forelleneröffnung erinnern. Mein Vater kaufte sich auch ein Patent und er durfte Setzangeln. Eine grosse Menge Fischer fand sich am Rhein ein. Mein Vater hatte eine simple Grundmontage mit Sargblei und Wurm ausgeworfen. Kaum drin, schon war der erste Biss da. War ich neidisch, weil ich nicht Setzangeln durfte. Aus mir nicht mehr bekannten Gründen, liess ich dann in der Pubertät das Angeln sein.

Irgendwann mal nach dem Millenium. Ich war mit meinen Jungs in Österreich an einem See im Urlaub. Wir sahen ein paar Angler und meine Jungs wollten dies auch tun. So kam es, dass wir in einem Geschäft zwei bescheidene Ruten und ein bisschen Grundmaterial kauften. In diesem Ferien hat mich dann der Virus wieder gepackt.

In der Zwischenzeit ist eine grosse Ecke im Keller durch meine Angelausrüstung besetzt. Zwei Angelkajaks belagern die Garage. Die Ausrüstung wächst mit den Jungs mit. Wenn wir nach Schweden fahren, so ist mein Kombi bis unters Dach gefüllt und die Dachbox ist auch zum Bersten voll.

Und manchmal denke ich wieder mit Wehmut an die Kindheit zurück und frage mich, warum sehen wir heutzutage keine Fische mehr im Rhein? Das Wasser ist viel sauberer als damals! Meine Mutter und all unsere Nachbarn haben in der Kindheit, ohne schlechtes Gewissen, ihre Küchenabfälle das WC runtergespült und da war noch nichts von Kläranlagen. Alles ging ungefiltert in den Rhein. Hatte es mehr Fische, weil es mehr Futter im Wasser gegeben hat? Brauchen wir immer filigranere Angeltechniken, um die wenigen Fische zu finden und zu fangen? Als Kinder fischten wir gegen heute so ziemlich mit 'grobem Material' und trotzdem klappte es. Warum beherbergt der Rhein in Holland solche Brummer von Zander, liegt es tatsächlich an der Verschmutzung, die in Holland sicherlich grösser sein dürfte, als bei uns im Basler Rhein? Wer weiss, manchmal scheint es mir einfach so...

fisherofmen

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romawe    0
Ein gelungenes Thema, zu dem ich mich nun doch auch äussern werde...
Gleich einen Seelenstriptease wirds nicht geben und auch die Jahreszahlen will ich nicht näher recherchieren...

Mein Anglerleben begann mit ungefähr 6 Jahren. Ich kann mich noch sehr gut an meinen ersten Anglertag erinnern. Und selbst wenn ich heute an dieser Stelle vorbei fahre, überkommt mich ein Schmunzeln. Längst sind die Bäume derart gewachsen, dass man dort nicht mehr angeln kann... damals, vor fast 40 Jahren war es ein hübsches Plätzchen. Zusammen mit meinem Vater besuchten wir ein paar seiner Kollegen, die dort mehr Party als Angeln im Sinn hatten. Doch war ich fasziniert von den Stachelrittern, die dort gefangen wurden... ich bekam eine kleine Angelrute und "güferte" etwas zwischen den Seerosen rum... auf jeden Fall hatte auch ich mein erstes Egli und von diesem Tag an war es um mich geschehen..

Schon ein paar Tage später war ich stolzer Besitzer einer kleinen Teleskoprute und so war mein Vater dazu verdammt, obschon er mit Angeln nichts anfangen konnte, regelmässig mit mir an den Moossee zu fahren... Mit etwa 10 Jahren bekam ich mein erstes Fahrrad... eine Schweizer Schwalbe... und von dann an gings los mit der freien Angelei... wann immer es mir möglich war, radelte ich zum etwa 20 Kilometer entfernten Moossee... Mein Cousin, ein Jahr jünger, wurde ebenfalls vom Virus angesteckt, und so trafen wir uns regelmässig am Wasser. Aus Cousins wurde in dieser Zeit eine Verbindung, die das brüderliche übersteigt... es war eine wunderbare, von Natur und Abenteuer beherrschte Zeit... immer auf der Suche nach neuen Angelplätzen, erkundeten wir zuerst per Fahrrad, dann mit Moped die halbe Schweiz. Patente, Bewilligungen etc kümmerten uns wenig... wo es nach Fisch aussah wurde gefischt... auch wenn es manchmal mit einer Rüge eines Wildhüters oder eines peinlichen Einsitzes auf der Polizeiwache endete... wir hatten immer das Talent, uns durch Wissen und Begeisterung aus den Situationen zu befreien... ohen dass unsere Eltern was davon mitbekamen..

Ich hatte damals das Glück, Eltern zu haben, die ein solches Hobby voll unterstützten, und so war es mir schon in der Jugendzeit möglich, immer das notwendige Material zu besitzen... so gewissermassen off limit... und trotzdem übertrieben wir es nicht sonderlich... Das änderte sich, als der erste Lehrlingslohn auf dem Konto war... plötzlich musste ich selbst für meine Aufwendungen aufkommen... und da ich noch ein zweites Hobby hatte, nämlich Amphibien und Reptilien, entschied ich mich für meine Tiere und so verschwand die Angelerei aus meinem Leben... die ersten Girls tauchten auf und dann war sowieso Schluss mit Fischen... Fisch und Vogel ist eben nicht das selbe.... ;)

Durch meinen Beruf kam ich schon mit 23 Jahren ins Ausland und mit 30 Jahren kam ich zurück in die Schweiz. Und dann gings los... die Anglerei als alte Passion im Kopf begann ich wieder, dem Hobby zu fröhen... und da der Geldsäckel voll war, gabs nur vom Feinsten.... die teuersten Rutenn, Rollen etc... alles Luxus.... gefangen habe ich deshalb nicht besser, aber es war wie eine Sucht. Oft habe ich Rollen gekauft, einfach weil sie mir gefielen... Sie lagen zuhause als Deko rum....

Ein weiterer Einschnitt war meine Scheidung, die mich viel Geld kostete.... die Angeleri war plötzlich nicht mehr wichtig. Und ein drittes Mal begann ich wenige Jahre später mit dem Hobby... und wieder wurde aufgerüstet...

Heute lebe ich in Rumänien, verdiene mein Geld mit meinen Hobby und erlebe das Karpfen Angeln in seiner Vollendung... mit einem Auto voller Material... aber es macht Spass und soll auch so sein....

Jeder erlebt sein Hobby anders... ich liebe die Anglerei, der Kontakt zur Natur und die Erlebnisse, die mit der Anglerei zusammen hängen... Aber auch der Materialkrieg gehört dazu. Ich kann in kein Angelgeschäft, ohne mit vollen Taschen raus zu kommen... es macht einfach Spass, das Neuste und vielleicht hübscheste zu kaufen. Obs dann auch was bringt, ist eigentlich gar nicht so wichtig... man kann auf Karpfen angeln mit minimaler Ausrüstung, oder eben mit Vollpackung.... mir macht beides Spass....

Gruss Tinu

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Micelodeon    0
Hallo Leute

Habe diesen Thread vor einigen Wochen mal durchgelesen.
Ehrlich gesagt habe ich mich doch ein wenig amüsiert und dachte das Ihr vielleicht ein klein wenig übertreibt ;-)
Aber WOW, ist ja krass, was ich nur schon in diesen wenigen Wochen alles angesammelt habe. Mein Material hat sich verdreifacht!!! ;-)
Es kommen immer mehr Boxen für Köder und co, Taschen, Ruten usw. zusammen. Dabei bin ich erst einmal fürs "Nötigste" eingedeckt ;-) Wenn das so weitergeht kann ich ja in 1-2 Jahren meinen eigenen Tackle-Store eröffnen ;-)
Cooler Thread, und krass wie sich alles doch genauso entwickelt wie Ihr es geschildert habt :-)

Grüsse

Mic:cool:

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