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romawe

Stammtisch: hier wird diskutiert

Empfohlene Beiträge

romawe    0
Hallo User

wir sind schon wieder in der dunklen und kalten Saison. Die Angeltage, wenn überhaupt, werden kurz und meist sehr erfrischend. Trophäenbilder werden selten, Neuanschaffungen rar....
Ich bin begeisterter Angler, verbringe soviel Zeit wie möglich am Wasser. Doch genau so tausche ich mich gerne aus und diskutiere gerne über unser Hobby, über das was dazu gehört und über das, was nur ganz entfernt was mit unserer Passion zu tun hat...

Ich hoffe hier eine neue Ecke für Interessierte zu schaffen: Den Stammtisch!
Ziel soll sein, hier seriöse Diskussionen zu starten. Meinungen, Ansichten, Überzeugungen... sie sollen hier gepostet werden.
Und wie es so ist am Stammtisch; oft löst eine kleine Bemerkung eine hitzige Diskussion aus....
Sei es eine persönliche Ansicht, ein aufgeschnappter Zeitungsartikel oder ein Gerücht....


Ich behaupte jetzt mal, dass wir in den nächsten zwanzig Jahren eine enorme Veränderung in unserem Hobby feststellen werden. Der Klimawandel wird viele Flüsse verändern, die Gebirgsbäche werden weniger Wasser führen, zum Teil austrocknen. Die grossen Seen werden wärmer und so wird auch der Fischbestand anders sein... Vielleicht können die jüngsten Angler hier im Forum, wenn sie mal so alt sind wie die ältesten User, ihren Enkeln von Tagen erzählen, wo es noch Forellen in der Aare gab und man ab und zu auch eine fangen konnte....

Ich nehme jetzt einen kräftigen Schluck, wie sich das am Stammtisch gehört, und warte auf die nächste Meinung....

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Diablo    25
Ich habe das Gefühl, dass unsere Fischregionen (Forellenregion, Äschenregion) durch die Erwärmung nach oben verschoben werden. Zumindest habe ich das hier in der Schweiz das Gefühl. Wo einst nur die Bachforelle war, sind heute schon Äschen anzutreffen. Ich denke die Bafo wird eine Zeit lang in Bedrängnis geraten, glaube aber auch, dass sie sich an die Klimabedingungen anpassen wird. Die Frage bleibt für mich nur, ob ich das noch erleben werde.
Ich bin sicher, es gab früher mehr Fische, so wie die alten Cracks immer erzählen, doch kann man auch heute noch eine schöne Fischerei erleben, wie ich finde. Dass man mit dem Fisch und dem Fischbestand schonend umgeht, sollte wohl klar sein. Und wieder einmal ist der "gesunde" Menschenverstand gefragt...

Diablo

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esko    0
ich denke auch dass der ganze klimawandel einen einf^luss haben wird. ich denke aber dass es noch recht lange gehen wird und glaube, dass sogar ich das nicht mehr miterleben werde. zumindest nicht ganz!
wie diablo bereits gesagt hat kann man ja bereits heute leichte veränderungen erkennen.
ich denke aber auch dass viele der veränderungen von früher zu heute, dass man mehr fische gefangen hat und was die alten alles erzählen, mit den unglaublichen verbauungen zu tun haben. diese machen es den fischen natürlich extrem schwer.
wenn wir schon von verbauungen reden: wer weiss vieleicht können wir irgerndeinmal die rückkehr des lachses in der schweiz noch miterleben!
stellt euch vor wi rkönnten zum beispiel von der kanderbrücke aus lachse bewundern! es wäre wunderbar :)

gruss joshua

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romawe    0
Verbauungen mögen auch ein Aspekt sein, der die Zukunft der Fische prägt. Obschon wir ja heute bereits auf dem richtigen Weg sind und viel mehr Bäche und Flüsse renaturiert werden als umgekehrt...
Trotzdem denke ich, dass die Veränderung der Gewässer unaufhaltsam und schnell sein wird! Dass sich da gewisse Fischarten neue Lebensräume erobern bezweifle ich... gerade eben die Äschen sind doch so heikel was Laichgebiete angeht... ob sich da eine Verschiebung der Lebensräume abzeichnet... ich weiss nicht recht...
Der Traum vom Lachs wird wohl einer bleiben... wenn selbst die Seeforellen Mühe haben sich im Thunersee zu behaupten...

Vielmehr könnte ich mir vorstellen, dass neue Fischarten heimisch werden. Besonders Barsche aus Nordamerika sind extrem anpassungsfähig und würden unsere Gewässer schnell erobern...

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esko    0
hast schon recht das mit dem lachs ist noch weit weg( wenns wie gesagt überhaupt soweit kommt...)!
aber trotzdem träumen und hoffen kann man immer ;)

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romawe    0
Ganz unmöglih ist es ja nicht..... es wird viel dafür getan....

Ich habe mal in einem restaurant in Belp ein Bild gesehen, auf dem der letzte Lachs gefangen im Belpmoos abgelichtet wurde. Ein prächtiges Tier, bestimmt einen Meter lang... natürlich schwarz-weiss, vergilbt und datiert um die vorletzte Jahrhundertwende... so um 1890 glaub ich....

Wann wurden eigentlich im Rhein die letzten Lachse gefangen? Auf Schweizer Gebiet?

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Forelle1958    381
Hallo Tinu
Der letzte ausgewachsene Lachs auf Schweizer Gebiet im Rhein wurde meines Wissens im September oder Oktober 2008 mitten in Basel gefangen@. Es handelt sich aber wohl bis heute um einen absoluten Ausnahmefall. Grundsätzlich gibt es vor Basel noch einige als fast unüberwindlich geltende Verbauungen. Allerdings hat sich der Lachs im Rhein und den Nebenflüssen schon weit heraufgearbeitet.

Die Veränderung von vielen Gewässer im Mittelland ist nach meiner Ansicht im Vergleich zu meinen Jugendjahren markant. Das führe ich aber nicht nur auf den Klimawandel und und Gewässerverbauungen zurück. Wenn man die Zunahme der Siedlungs- und Bevölkerungsdichte anschaut und die damit verbundende Zubetonierung wundert mich das nicht. Das Wasser kann nicht mehr normal versickern sondern fliesst rasant ab. Die Kläranlagen sind zwar grundsätzlich immer "besser" geworden, lassen aber teilweise massiv chemische Verbindungen ins Wasser ab (Medikamente, Waschmittelrückstände, Weichmacher usw.).

Es gibt aber auch im Mittelland Fischarten, die mit den veränderten Bedingungen sehr gut zurecht kommen, wie die Welse, die Alet (Döbel) oder zum Teil auch Barben. Für die Bachforelle wird es aber in vielen Gewässern wirklich knapp.

Was am wunderschönen Doubs und auch einigen anderen Gewässern vor sich geht, gibt mir wirklich auch stark zu denken. Aber da sprechen wir ja bereits vom nächsten Dilemma, nämlich der Energiepolitik. Grundsätzlich halte ich die Atomenergie allein schon aufgrund der Endlagerproblematik für absolut verantwortungslos. Wir hinterlassen da den nächsten Generationen eine Erbschaft die nicht ausgeschlagen werden kann. Wenn als Konsequenz aber der letzte Tropfen Wasser für die Erzeugung von ein paar Kilowatt Strom verwendet wird, Schwall- und Sunkbetrieb praktisch in allen Gewässern zum Alltag werden, zerstören wir schlussendlich ein ganzes Ökosystem.

Wirklich gute Lösungen habe ich auch keine (sonst ginge ich sofort in die Politik:)), hoffe aber, dass sich mittelfristig der Respekt vor der Natur, gegen die Profitgier durchsetzt.
Freue mich auf die weitere Diskussion mit euch
Martin

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Zitat:
Vielmehr könnte ich mir vorstellen, dass neue Fischarten heimisch werden. Besonders Barsche aus Nordamerika sind extrem anpassungsfähig und würden unsere Gewässer schnell erobern...


Von solchen Fischarten halte ich persönlich nichts, man hat ja gesehen, was passieren kann oder passiert, wenn nicht heimische Tier- und Pflanzenarten ob rechtlich oder widerrechtlich ausgesetzt werden.
So versetzt man der sowieso schon sehr stark angegriffenen europäischen Flora und Fauna den Herzstich.
Die meist invasiven Arten, mit denen wir jetzt schon zu kämpfen haben reichen aus, so meine Meinung, man nehme zum Beispiel diverse Krebse(Signal, Kamber oder galizischer Sumpfkrebs), Wollhandkrabbe, Muscheln, und selbst Fischarten, diese haben den heimischen Arten nur geschadet, gebracht haben sie nichts.

Man bedenke auch den meist illegalen Besatz, welcher zum Beispiel verschiedene Raubfischarten oder allgemein Fischarten in diverse Länder brachte, der Schaden, der dadurch angerichtet wurde ist nicht mehr reparabel, die Sportfischer sehen dies meist aber nicht, sondern haben nur ihre geliebten Zielfische im Blickwinkel, der Tourismus bringt ja Geld, ob es das Wert ist bezweifle ich, aber Geld hat eben eine andere Macht, mit der auch Mäuler verstummen können, wenn die Summe hoch genug ist.

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romawe    0
Ja, die Nutzung der Wasserbewegung zur Energiegewinnung ist sicher auch ein Thema... Was der Speichersee in der Grimsel anrichtet ist ja im Brienzersee zu beobachten... Aber es gibt auch ein weiteres Dilemma. Unsere Gewässer sind zu sauber! Die Ökosysteme kolabieren zum einen wegen chemischen Belastungen, zum anderen auch weil die Nahrungskette nicht mehr funktioniert. Und das fängt ganz weit unten an... die Fischbrut verhungert weil die Kleinstlebewesen keine Nahrung mehr haben. Als vor hundert Jahren der Fischreichtum gross war, war es nicht ratsam, aus der Aare Wasser zu trinken... zuviel "Dreck" floss in den Fluss... Selbst vor noch 50 Jahren war es um die Wasserqualität schlecht bestellt. Man stelle sich nur mal vor... in der Felsenau ist noch heute das Rohr zu sehen, wo früher die Abwasser des Schlachthofes ungefiltert und direkt in die Aare flossen.... Uäää..... aber: Barben, Nasen, Forellen, Äschen, Alet, Hecht, Egli.... alles wurde in Massen gefangen.... weil die eingeschwemmten Schlachtabfälle und das Blutwasser eine geniale Brühe bildeten, um die Nahrungskette zu unterstützen.. heute kann man das Wasser der Aare bedenklos trinken.... Noch vor 30 Jahren, als wir dort unten gefischt haben, erlebten wir Schwärme von Wasserinsekten, die die Ufer schwarz erscheinen liessen... Millionen von Eintagsfliegen und anderem Getier... heute suchst du eine Larve minutenlang....

Übrigens... 2008 war wohl eher der erste Lachs..... nach langer Zeit der Abwesenheit..... bis so um 1955 sollen Lachse in Basel regelmässig gefangen worden sein.... dann war Schluss.... für über 5 Jahrzehnte.... so einige Artikel in Google gefunden...

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romawe    0
@ JackKnife:

Ist es nicht ganz natürlich, dass die Natur sich anpasst. Was wir heute invasive Populationen nennen, ist doch nichts anderes als was die Natur seit Millionen von Jahren macht... Tier- und Pflanzenarten breiten sich aus, verdrängen andere oder mischen sich mischen sich mit ihnen... ist das nicht ein konzept der Natur, um dem stets bestangepassten Tier eine optimale Grundlage zu bieten.. ein Baustein der Evolution.

Einzig der Mensch erobert die ganze Welt, breitet sich aus bis in den hintersten Winkel der Erde, um gleichzeitig sich das Recht zunehmen, die Fauna und Flora als Standbild zu definieren, das sich weder verändern, verschlechtern noch verbessern soll...

Die Natur richtets schon.... die hat schon grössere Katastrophen als den Menschen verkraftet und immer wieder für natürliches Gleichgewicht gesorgt.... auch wenns in Zeitdimensionen dauert, die für uns Menschen nicht zu fassen sind.

Eine Menschengeneration, die glaubt, die Natur korrigieren zu können oder in diese eingreiffen zu können ist vermessen. zerstören ja... reparieren nein...

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Wenn es von natur aus passieren würde, wäre es was anderes, aber auf natürlichem Wege, findet kein Fisch aus irgendwelchen nordamerikanischen, asiatischen oder sonstigen Gewässern zu uns, dazu müßte er fliegen können und bräuchte zudem ein Navi.

Sorry, aber die größte Naturkatastrophe ist meiner Meinung nach leider der Mensch selbst, seine Zerstörungen der Natur, seine "Umgestaltung" in der Tier- und Pflanzenwelt beweisen es zudem auch.
An die Zerstörungskraft oder Zerstörungswut des Menschen , ob bewußt, unbewußt, aus Dummheit oder Geldgier kommt keine der uns bekannten Naturgewalten ran.

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romawe    0
Natürlich ist der Mensch fatal für die Natur.... aber so wichtig würde ich mich deshalb nicht nehmen in der Geschichte der Evolution....

Universal gesehen ist vor einem kurzen Augenblick, vor 65 Millionen Jahren, ein Meteorit auf der Erde aufgeschlagen und hat alles was bis dahin sich entwickelt hat, zerstört oder zumindest dermassen gestört, das die gesammte Fauna und Flora umgekremmpelt wurde.... so gewissermassen ein Frühlingsputz....

Alles hat sich verändert, von Grund auf..... und ist zu dem geworden was wir heute als den Status Quo sehen. Das dies auch nur eine Momentaufnahme ist, die schon morgen wieder zerstört werden kann und einer neuen Ära platz machen muss, ist nichts anderes als eine Tatsache, die niemand wahr haben will. Schliesslich ist der Mensch das Höchste und jeder glaubt für sich, die Krönung der Evolution zu sein...

Wir denken in Jahren und Jahrzehnten.... genug Zeit, um zu zerstören was in Millionen von Jahren entstanden ist. Doch hat die Natur wieder Millionen von Jahren Zeit, um den kurzen, zerstörerischen Auftritt des Menschen zu verdauen und um sich weiter zu entwickeln.... dass in dieser Zeit Wollkrabben oder Sonnenbarsche in Europa ihr Unwesen trieben, ist dabei absolut unbedeutend....

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Zitat:
Natürlich ist der Mensch fatal für die Natur.... aber so wichtig würde ich mich deshalb nicht nehmen in der Geschichte der Evolution....


Mache ich auch nicht, läge mir sehr fern.


Zitat:
Universal gesehen ist vor einem kurzen Augenblick, vor 65 Millionen Jahren, ein Meteorit auf der Erde aufgeschlagen und hat alles was bis dahin sich entwickelt hat, zerstört oder zumindest dermassen gestört, das die gesammte Fauna und Flora umgekremmpelt wurde.... so gewissermassen ein Frühlingsputz....


Klar, wenn das passiert sind alle Sünden, die der Mensch jemals begangen hat vergessen, im Moment sieht man sie aber noch, und absichtlich verschlimmern muß man sie auch nicht.

Zitat:
dass in dieser Zeit Wollkrabben oder Sonnenbarsche in Europa ihr Unwesen trieben, ist dabei absolut unbedeutend


Diese Meinung teile ich nicht.

Eine Begründung für die Einfuhr zwecks Besatz von nicht heimischen Arten damit zu verstärken, daß ja andere auch schon da sind, ist nicht gerechtfertigt.
Zum Glück wird dies ja hier in Deutschland gesetzlich geregelt und ein Besatz ohne Genehmigung der Fischereibehörde nicht möglich, bzw zieht Strafen hinter sich her, meiner Meinung sind diese leider zu niedrig angesetzt.
Bei einigen Arten besteht sogar ein Besatzverbot.
Wie dies allerdings in der Schweiz bzw in anderen EU-Ländern geregelt ist mit leider nicht bekannt.
Daß durch die Schiffahrt natürlich einige Tierarten eingeschleppt werden, bzw werden können ist mir auch klar, könnte aber auf Grund von Technik und Forschung vermieden werden, alles ein Kostenfaktor.

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romawe    0
Ich verstehe diese egoistische Verteidigung und territoriale Gedanken nicht....
Es ist in der Natur üblich, dass Tierarten sich neue Gebiete erobern, wenn durch Klimawechsel die Voraussetzungen gegeben sind.... es wird dazu nicht mal den Menschen als "Überträger" brauchen!
Ich habe vorher den Meteoriteneinschlag vor 65 Millionen angeschnitten....
Ich kann es jetzt noch weiter treiben.... und vielmehr in die Gegenwart zurück kommen:

Vor 10'000 Jahren endete in Europa die letzte Eiszeit: dazu eine Textausschnitt:

Das letzte Eiszeitalter begann vor etwa 2,3 Millionen Jahren und endete vor etwa 10.000 Jahren. Es war durch einen ständigen Wechsel von teilweise sehr grimmigen Kaltphasen und milden Warmphasen gekennzeichnet. Die Kaltphasen werden als Kaltzeit bezeichnet, wenn keine Gletschervorstöße bekannt sind; gab es aber Gletschervorstöße spricht man von einer Eiszeit. Die Warmphasen heißen Warmzeit.

In Warmzeiten, Kaltzeiten und Eiszeiten existierte jeweils eine andere Pflanzen- und Tierwelt. In Warmzeiten beispielsweise lebten in Deutschland – wie Fossilfunde beweisen - unter anderem Affen, Flusspferde und Löwen. Reste einer rund 500.000 Jahre alten Tierwelt wie heute in Afrika fand man beispielweise in der Gegend von Wiesbaden. Im letzten Abschnitt des Eiszeitalters (Weichsel-Eiszeit bzw. Würm-Eiszeit) gab es in Deutschland Rentiere, Mammute und Fellnashörner.

Dass Tiere sich um den Globus verteilen können, ist nicht nur vom Menschen abhängig...

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romawe    0
Wer spricht den hier von Aussetzen...?

Die meisten Fischarten aus Nordamerika sind längst in Europa zuhause.... geh nur mal nach Italien und schau dir an, was dort alles in privaten Teichen rumschwimmt.... dort hats mehr Asiaten und Nordamerikaner drin als sonst was....

Sollte sich das Klima tatsächlich erwärmen und zwar so, dass auch die Gewässer wärmer werden, so ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis sich all die Fremdlinge über die Alpen ausbreiten... da kann der Jack Gewehr bei Fuss stehen, das wird überhaupt nichts bringen...

Vögel können Laich verbreiten, über kurze oder lange Strecken... es gibt auch andere Wege... ganz natürliche... das schwarze Meer und die Nordsee sind heute dank Kanälen miteinander verbunden... die Fische aus dem schwarzen Meer haben sogar schon den Weg gefunden in deutsche Gewässer... eine kleine Groppenart, von der angenommen wird, dass sie die 3000 Kilometer bereits überwunden haben....

Es geht also nicht darum, wie sich die Fische hier ausbreiten sollen, sondern nur noch darum, wann dies passieren wird....

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Wir werden es nicht mehr erleben, daß der Klimawandel die Gewässer so erwärmt.

Was in Italien in privaten Pfützen, Forellenpuffs und anderen Gewässern rumschwimmt, ist mir zum Teil bekannt, man war dort ja auch schon im Urlaub, dort werden aus Verdienstgründen eben "Sportfische" aus diversen Ländern besetzt.

Selbst an diversen Seen wurden schon viele Aquarien- oder Gartenteichfische "entsorgt", zum Teil vermehren sich diese dort auch schon, siehe Sonnenbarsche, siehe Gardasee.

Daß über die Donau diverse Fische aufwandern ist auch klar, siehe diverse Grundelarten, welche es einstweilen auch in Deutschland sehr zahlreich gibt.

Die Ausbreitung wird wahrscheinlich nicht verhindert werden können, allerdings kann oder könnte der Zeitpunkt wann dies geschieht zeitlich hinausgezögert werden, sofern es nicht zu illegalem Besatz durch den Menschen kommt, daß Wasservögel Laich verbreiten können , ist bekannt, allerdings über welche Entfernung da streiten sich die Forscher.

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Forelle1958    381
Hallo Andreas und Tinu
Ihr liefert euch hier ein kleines, aber höchst interessantes "Duell". Recht haben nach meiner Meinung im Grundsatz beide. Es gibt hier die globale auf einen längeren Zeitraum ausgerichtete Betrachtungsweise von Tinu, wobei es nicht nur darum geht was wir noch selbst erleben werden, oder welche Veränderungen mit eingeschleppten Tieren (und übrigens auch Pflanzen) wir heute schon feststellen.

Andreas vertritt wohl auch zu Recht die Meinung, dass wir die in den vergangenen wenigen Jahrzehnten bereits eingetretenen "unnatürlichen" Veränderungen auf keinen Fall beschleunigen, sondern im Ansatz bekämpfen sollten.

Ich vertrete eher den pragmatischen und vielleicht auch etwas egostischen Standpunkt, dass wir zumindest im Interesse der nachfolgenden Generation (getraue mich nicht Generationen zu schreiben), alles menschenmögliche unternehmen um die vielfältige Flora und Fauna vor unserer Haustür zu retten oder bestmöglich zu schützen. Da kann man, wenigstens punktuell, noch etwas bewirken.

Auf viele globale Veränderungen und negative Einflüsse können wir individuell kaum Einfluss nehmen. In vielen Ländern gibt es heute wohl andere Sorgen als der Umweltschutz.

Solange unsere agressive Gattung diesen Planeten bewohnt, wird wohl kaum eine Besserung eintreten.

Grundsätzlich bin ich trotz vielen grossen düsteren Wolken am Horizont Optimist, d.h. versuche einfach das Beste aus der Situation zu machen und im Kleinen auch etwas zum Guten zu bewegen, ohne die Augen vor den Misständen und Fehlentwicklungen zu verschliessen. Das kann man durchaus auch als naive Haltung bezeichnen, fühle mich aber trotzdem oder vielleicht deswegen relativ wohl in meiner Haut. Ich finde es auch wichtig das hier und jetzt und somit auch die Schönheiten der Natur zu geniessen, ohne allzu grossen Schaden anzurichten (was wir in einer sogenannt zivilisierten Gesellschaft bis zu einem gewissen Grad trotzdem machen).

Finde es aber eine interessante Diskussion, die über die Fischerein hinausgeht und bin gespannt auf weitere Meinungen.
Viele Grüsse aus dem regnerischen (zum Glück) und schon etwas stürmischen Tösstal...Martin

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Gast   
Gast
Ich finde diese Diskussion auch sehr interessant, und verfolge diese sehr mit sozusagen einem weinenden Auge.
Auch bei uns haben wir diese Probleme mit Eingebürgerten Fischen aus dem Nordamerikanischen Raum. Aber auch eher weil der Mensch nach der Wende die Geldgier für wichtiger hielt als wie sich überhaupt Gedanken zu machen was auf Dauer passiert.
Hier haben die Fischer sich mit Catfish dem Katzenwels eine goldene Nase verdienen wollen... viele Fischer so genante Züchter haben Ihre Teiche mit der Art besetzt ... die ersten Generationen waren ja noch alle schön und gut sie wurden gefüttert wuchsen schnell bis zu Ihrer Endgröße heran und landeten dann auf den Tellern... Nun ist es aber so diese Art verbuttet sehr schnell. schon nach wenigen Jahren hat man eine Inzucht im Teich die weitaus kleiner ausfällt als wie sie für Fischer ein Nutzen hat. Die Teiche wurden trockengelegt und entschlammt doch dieses bringt alles nichts die Tiere überleben und erschließen sich durch die kleinen Abflussgräben immer mehr andere Gewässer und vermehren sich dementsprechend auch immer mehr. Mittlerweile fängt man an unserem Fluss in der Nacht mit jedem Wurm jeder Made die man auf Grund anbietet einen von diesen Zwergwelsen.
Was vor einigen Jahren noch nicht der Fall war. Das zeigt doch schon wie schnell so eine Verbreitung vonstatten gehen kann.
Aber auch Sonnenbarsche haben wir schon bei uns im Fluss also diese Art hat sicherlich kein Verein besetzt wenn hat sie wer beim Hochwasser 2002 irgendwo im Gartenteich gehabt, wo diese ausbüxten oder wild besetzt.
Viele Menschen die einen Gartenteich haben denken nicht wirklich drüber nach was sie in den Teich setzen und schon gar nicht denken die Gartenteichbesitzer über so ein Hochwasser nach, was passieren kann wenn.
Hier schwimmen schon so manche andere Arten umher! In einem nicht weit entfernten Steinbruch habe ich mal vor einigen Jahren einen Streifenbarsch gefangen wo der herkam keine Ahnung auf jeden Fall gehörte der da nicht rein und kam auch mit mir nach Hause.
Ob es nun wirklich immer Schuld des Menschen ist wenn eine neue Art die Gewässer erobert mag ich nicht bezweifeln aber es ist halt auch nicht ausgeschlossen das die Arten sich den weg selber suchen. Eines ist richtig, wir Menschen sollten uns da nicht noch zusätzlich aus Profitgier dran beteiligen.

Empfindliche Strafen bringen meiner Meinung nach aber auch nichts, denn während die Strafe verhängt wird, verbreiten sich die Fische schon oder bis so ein Gericht geurteilt hat, haben sie sich schon etliche male weiter vermehrt wenn die Bedingungen stimmen. Da ist es eh zu spät! Wir können sie dann nur noch so gut es geht befischen und entnehmen.


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Forelle1958    381
Hallo meine Stammtischfreunde
Wie es sich für einen Stammtisch gehört, das Bier steht auf dem Tisch https://haken.ch/archuploads/img13563_4438.jpg und ich versuche trotzdem oder erst recht die Diskussion weitertzuführen, wenn auch auf tieferem der Tages-, bzw. Nachtzeit angepasstem Niveau. Regelmässig werde ich von nicht fischenden Bekannten auf die Problematik der fischfressenden Vögel, primär der Kormorane angesprochen. Grundsätzlich vertreten einige meiner Bekannten, wobei es sich nicht um radikale Tierschützer handelt, die These, dass wir Fischer aus reinem "Futterneid" die Bekämpfung dieser nach meiner Ansicht sehr intelligenten Vögel verlangen.

Eigentlich habe ich zahlreiche Argumente, welche aber nur bedingt akzeptiert werden. Es nimmt mich Wunder, ob ihr diese Erfahrungen am Wasser und im Bekanntenkreis auch macht und wie ihr dazu steht. Dieses Thema wurde in diesem und in anderen Foren natürlich schon x-fach diskutiert, aber mich interssiert EURE Meinung und Argumentation:
Wünsche euch einen schönen und erholsamen Sonntag am Wasser oder zu Hause.
Martin

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romawe    0
Wunderbarer Übergang gemäss Stammtischregeln... noch bevor das eine Thema ausdiskutiert wird, kommt schon das nächste auf den Tisch und sorgt für rote Köpfe..... so stell ich mir eine Diskussion vor....

Das Thema Kormoran passt doch trotzdem noch in die vorabgehende Diskussion... wir hatten es von Invasoren... und genauso wird der Kormoran behandelt.. doch er ist ein Einheimischer... was also ist das Problem?
Wenn plötzlich eine Überpopulation (so sehen es die meisten Fischer) an den Gewässern zu finden ist, so kommt das kaum von ungefähr... es kann nicht nur die Jagdeinschränkung sein. Auch früher wurden Kormorane kaum gejagt, da ihr Fleisch nicht geniessbar ist und so wirtschaftlich nicht interessant war...
Damit sich eine solche Population entwickeln kann, muss auch ein Nahrungsangebot vorhanden sein... und das scheint in gewissen Regionen der Fall zu sein. Und wenn ein solch Angebot im Überfluss für Kormorane da ist, wirds doch sicher auch noch ein paar Flossen für die Fischer haben...

Ein Politikum, mit welchem man sich profilieren kann. Die Medien sind einem gewiss, die Öffentlichkeit hört zu... ich habe aber bis heute noch keinen Angler gehört, der wegen den Kormoranen weniger fängt.... und wenn, dann bestimmt nur an ganz lokalen Stellen, wo der Kormoran vielleicht eben Priorität hat gegenüber dem Sportangler...

Der ganze Kormoran-Disput ist in meinen Augen nichts anderes als Geltungsdrang und ein Schrei nach Daseinsberechtigung gewisser Vereine und Gesellschaften. Den Kormoranen und den Fischen gehts am .... vorbei!

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Gast   
Gast
Also ich sehe den Kormoran für mich selbst nicht als Konkurrent an, ich kann auch nicht sagen das ich deswegen schlechter gefangen habe in den letzten Jahren als wie vorher. Eines ist klar der Vogel ist schon immer da auch wenn er sich in den letzten Jahren mehr ausgebreitet hat. Auch an Seen und Teichen auf Futtersuche geht. Auch verstehe ich nicht das die Berufsfischer deswegen so einen Aufschrei machen, klar ist es schade um die Fische. Doch jagen und gejagt werden gehört zum alltäglichen Leben dazu. Ich denke auch mal das die Medien das Thema sehr hoch spielen, damit sie einerseits ein Thema haben was sich verkaufen lässt, es ist ja nun mal so das sich ein negatives Thema besser verkaufen lässt als wie ein positives. Und zum zweiten wollen die Berufsfischer so viel Gewinn aus Ihren Besatz holen als wie nur möglich. Da der Vogel nun mal Fisch frisst und das ja auch nicht wirklich wenig, gerade Besatzfische fallen in das Beuteschema muss der Vogel fort.
Aber ob es nun wirklich so gut wäre wenn der Vogel so sehr bejagt werden würde oder gar ausgerottet wird.. mag ich zu bezweifeln. Zumal er irgendwo doch eine Rolle spielt im Kreislauf der Natur.

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Denke ein Kormoranmanagement wäre schon wünschenswert. Aber von einer total Eleminierung halte ich ebenfalls nichts.
Leider muss der Vogel oft auch den Kopf hinhalten für Vereine oder Kantone die jahrzentelange Fehlbewirtschaftungen gemacht haben. Es ist nicht alles die Schuld vom Kormi, wie man es uns z.B im Tessin weismachen will.

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romawe    0
Hey Ricci, apropos Besatzfischerei....
wie sehen eigentlich deine Projekte aus? Erinnere mich an spannende Bilder aus "deinen" Bächen.... wie siehts diese Saison aus?

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Wir sind bereits dabei Tinu, leider habe ich zuwenig Zeit für eine Dokumentation. ;)

Die Besatstzstrategie bleibt aber bei Viberboxen und Brütlingen. Wir haben seit Jahren die besten Statistiken im Kanton. :squint:

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