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Michael

Anglerlatein Wettbewerb

Empfohlene Beiträge

Michael    391
Ich starte den Thread und gleichzeitig einen kleinen Wettbewerb. Hier könnt ihr ganz offiziell euer Anglerlatein loslassen und die unglaublichsten Geschichten erzählen. Unser Team wählt dann den lustigsten und spannendsten Thread aus und der Autor erhält als Belohnung ein schönes, brauchbares Geschenk in Form von Angelzubehör. Ich kann nur sagen, es lohnt sich :)

Hier noch ein paar Bedingungen:

  • Ihr müsst die Geschichte selbst schreiben

  • Stimmungsbilder könnt ihr auch hinzufügen

  • Der Schlusstag ist der 31. März. 2011. Am 1. April 2011 wird die beste Geschichte ganz gross auf der Frontseite erscheinen


Dann bin ich mal gespannt auf eure Geschichten und wünsche allen viel Spass beim Schreiben, cool oder? :cool:

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Forelle1958    418
Ciao Michael
Wirklich gute Idee dieser Thread! Habe da auch eine, bzw. zwei für mich eher peinliche Geschichten (wahre Begebenheiten) im Hinterkopf (leider ohne Fotos), werde mir allerdings noch überlegen, ob ich diese (oder vielleicht einen anderen) Beitrag hier posten soll. Möchte also einfach nicht den Anfang machen und bin gespannt was andere Boardies hier zum Besten geben.

Also los!!!! Martin

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romawe    1
Einer muss ja den Anfang machen.

Ich erzähl euch gerne die Geschichte meines Lebens in Sachen Angelei...

Es war früh am morgen, so um 5, als wir uns auf den Weg machten. Unsere ganze Ausrüstung verstauten wir im Auto und hatten kaum noch Platz. Einen wunderschönen Tag hatten wir geplant, draussen, am Wasser, bei schönstem Wetter. Noch war es finster und die ersten hellen Streifen am Horizont kündigten den baldigen Sonnenaufgang an. Wir hatten nicht einen allzu langen Weg… so um die 50 Minuten und schon standen wir an unserem Lieblingssee. Links und rechts von uns dichte Schilfhaine, vor uns, nur 50 Meter entfernt eine kleine Schilfinsel… unser Hotspot für die grossen Karpfen im See. Die ersten Sonnenstrahlen, vermischt mit den letzten Nebelschwaden dicht über dem Wasser, verzauberten unseren Angelplatz in einen mystischen, ja fast unwirklichen Ort.
Schnell haben wir unsere ganze Ausrüstung auf den Platz gebracht und noch bevor wir mit Aufbauen begannen, wurde erst mal angefüttert. Schnell war eine Rocket nach der anderen vor der gegenüber liegenden Insel platziert und nun hiess es Rodpod etc. installieren. Es war gegen halb 7, als wir uns genüsslich die ersten Sonnenstrahlen ins Gesicht fallen liessen. Voller Hoffnung auf den ersten Biss wurde Kaffe geschlürft, Brote gestrichen und über die Grösse des ersten Kandidaten philosophiert. Homemade Boilies wurden in regelmässigen Abständen nachgeworfen… Ein wunderschöner Tag, doch als es gegen 16 Uhr ging, waren wir doch ein bisschen resigniert. Kein einziger Biss, kein Zusammenfallen der Schnur, kein kurzer Rupfer… einfach gar nichts.
Wir begannen uns zu hinterfragen und suchten nach Gründen für diesen sich anbahnenden Schneidertag. Alles war wie sonst, nur unsere Kollegen im Wasser wollten einfach nicht mitmachen. Ob's am Köder liegt? Zum Glück hatte ich einen Militärspaten im Auto und so machte ich mich auf die Suche nach ein paar Würmern. Vielleicht ist ein lebendiger Köder unsere letzte Hoffnung… Nur ein paar Meter neben unserem Platz begann ich nach Würmern zu graben. Ein einziger Spatenstich reichte, und im lockeren Erdreich lag eine verschmutze, kleine Schachtel… man ist sich ja gewohnt, in der Nähe von Angelplätzen immer wieder auf Überreste von Schmutzfinken zu stossen. Doch diese kleine Schachtel, kaum grösser als Zigarettenpaket machte mich neugierig. Als ich sie öffnete, glänzte mir ein neuer, wunderschöner Wobbler entgegen… Da wird sich jemand geärgert haben, der diese Schachtel zu Hause vermisste. Würmer gab's keine, und so haben wir die Angelei kurz vor Sonnenuntergang aufgegeben. Nachdem wir unser ganzes Tackel feinsäuberlich in Taschen verstaut hatten, ging es daran, die Ruten zu putzen und die Rollen zu verstauen. Aus reiner Neugier über den gefundenen Wobbler, montierte ich diesen vorher noch schnell auf eine Schnur, um dessen Verhalten im Wasser zu testen… Ein kleiner Wurf, nur wenige Meter weit. Der Wurf meines Lebens!
Kaum im Wasser, nach nur ein paar Kurbelumdrehungen, ruckte mir die Rute fast aus der Hand. Bestimmt gegen 30 Meter Schnur zogen in nur wenigen Sekunden ab meiner Rolle… Ein langer und zäher Drill begann. Nach zwanzig Minuten lag ein Hecht von 128cm und fast 15 Kilo vor unseren Füssen. Mittlerweile schon fast dunkel, genossen wir im letzten Licht des Tages dieses wunderschöne Tier, bevor wir es wieder seinem Element zurück gaben. Dieser Wobbler ziert seit diesem Tag einen ganz speziellen Platz bei mir zu Hause und wird wohl nie mehr zum Einsatz kommen. Denn eine solche Geschichte ist kein zweites Mal mehr möglich. Oder hat sie am Ende gar nie stattgefunden und ist nur Anglerlatein…? Ich weiss es und denke immer wieder gerne an diesen Tag zurück!

  • Daumen hoch 1

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Gast   
Gast
Mein damaliger Freund war nicht nur begeisterter Angler sondern auch fanatischer Fotograf. Zu Weihnachten hatte ich ihm eine Hasselblad-Kamera geschenkt, welche ich im Brockenhaus günstig erstehen konnte. Nun waren wir für eine Woche zum Skifahren nach Amden oberhalb des Walensee gefahren. Bloss - mein Freund wollte nicht auf die Bretter, er hatte seine Hasselblad und auch seine Angelausrüstung mitgenommen.
https://haken.ch/archuploads/img6514_2032.jpg
"Was willst du Mitten im Winter denn angeln, hier oben im Schnee?" fragte ich ihn erstaunt.
"Da unten im Walensee sollen auch im Winter Hechte beissen," war seine Antwort. Er meinte dann noch, dass er lieber angeln gehen würde, da er mir als Ski-Anfänger ja ohnehin nur eine Last sei. Ich könnte ja abends ein schönes Fischmenü zubereiten aus dem Tagesfang.
"Das mit dem Kochen kannst du vergessen. Bring deinen toten Fisch zur Fischerstube in Weesen und wir gehen dann dort abends schön essen."
https://haken.ch/archuploads/img6514_2030.jpg

1. Tag: "Ich habe einen grossen Hecht gefangen, mit meiner Hasselblad fotografiert und wieder reingeworfen, da die Fischerstube am Montag Ruhetag hat."
2. Tag: "Ich habe einen grossen Hecht gefangen, mit meiner Hasselblad fotografiert und dann in der Fischerstube abgeliefert. Aber die haben das Restaurant ausgebucht, wir gehen dann morgen dort essen."
https://haken.ch/archuploads/img6514_2031.jpg
3. Tag: "Ich habe keinen Fisch gefangen heute, aber die schöne Winterlandschaft fotografiert mit meiner Hasselblad.
4. Tag: "Ich habe einen kleinen Hecht gefangen, mit meiner Hasselblad fotografiert und wieder reingeworfen, da zu klein."
5. Tag: "Ich habe einen grossen Hecht gefangen, mit meiner Hasselblad fotografiert und in der Fischerstube abgeliefert. Der Tisch ist auf 19.00 Uhr reserviert."
Nur aus dem Fischessen wurde nichts, da mein Freund plötzlich dermassen Kopfschmerzen bekam, dass wir nicht ausgehen konnten.

Nach unserer Rückkehr: "Jetzt hast du die ganze Woche geangelt und ich habe keinen Fisch zu Gesicht bekommen. Da freue ich mich jetzt aber wenigstens auf die Fotos, welche du mit der Hasselblad gemacht hast."
"Tja, meine liebe Lix," so nannte er mich immer, wenn etwas schief ging, "ich wollte heute den Film zum Entwickeln geben, aber ob du es glaubst oder nicht, ich hatte ganz vergessen eine Filmrolle einzulegen..."

Ich bin mir heute noch nicht sicher, ob der Junge überhaupt angeln war, denn bei einem späteren Besuch in der Fischerstube in Weesen konnte sich die Wirtin auf meine Nachfrage überhaupt nicht erinnern, dass ihr ein junger Mann mitten im Winter einen grossen Hecht vorbei brachte.

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Michael    391
Martin, habakuk und pascal ihr könnt jetzt mal loslegen :D

Wir brauchen ja noch etwas Zeit, um den coolsten Bericht auszusuchen ... Der Preis wartet auf den Gewinner :P

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Forelle1958    418
Hallo Michael
Habe das nicht vergessen. Die Vorlagen sind ja echt herausfordernd! Aber ich werde mir alle Mühe geben, meinen Beitrag auch noch zu leisten!
Bis bald..Martin

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pascal1999    0
Das hier ist meine Geschichte:

Anglerlatein

Also als ich vor etwa 2 Monaten meine kalte Karbonrute Auspackte sah ich dass sich mehrere Alets und weitere Weissfische
(die ich nicht ausmachen konnte) sich im Wasser tummelten.Da starrte ich gedankenlos in meine Zubehörkiste
und betrachtete einen gewaltigen Drilling.
Er sah matt aus, das lag wohl daran dass der Nebel
die Sonne daran hinderte hinduchzuscheinen. Meine Finger zitterten zwar nicht, aber es war trotzdem eiskalt.
Die alte Äschenenrute - die mir schon so manchen Drill geliefert hat-
hängt über den Bootsrand, und sieht sehr unnütz aus.
Denn heute will und will nichts beissen, trotzdem versuche ich mein Glück damit, denn es ist die beste Zeit dafür.
Ich schaue mich um und betrachte die Landschaft.
Die Laubbäume haben kein Laub mehr, und das einzige grün das ich entdecken kann sind ein paar Tannen und Fichten.
Von fern kann ich das Rauschen des Rheinfalls hören,
okay, ich bin nur etwa 1200 Meter unter ihm aber es ist ein tolles Gefühl den Klang der Natur zu hören.
Plötzlich zuckt die Äschenrute,
aber ich bin viel zu langsam und so in Gedanken vertieft
das die Äsche gleich wieder loslässt.
Ich bin stocksauer deswegen, und fluche leise vor mich her. Doch ,mitten im schönsten Schimpfrausch, reisst es
Schon wieder an der Rute, diesmal bin ich schnell genug
Packe die Laufrolle und reisse die Rutenspitze hoch. Der Anhieb sitzt und schon kämpfe ich mit einer
riesigen Äsche. Dieses Vieh ist so gross das es mich etwa 20cm
vom Ankerplatz flussaufwärts zieht.
Ich habe Angst das die Schnur reisst,
und dieser kapitale Fang mir durch die Lappen geht. Die Durchblutung meiner Finger hört auf, und meine Finger sind stocksteif und zittern. Die Rolle ist bald fertig, doch das Biest zieht immer noch.
Ich glaube das tut der Rolle, geschweigedenn der Schnur, sehr gut.
Vorsichtig aber mit gewalt ziehe ich die Rute hoch und kurble die Schnur ein.
Es funktioniert, die Äsche gibt nach und ich kann sehr viel Schnur einholen,
als die Äsche endlich auftaucht bin ich sprachlos.
Eine riesige Fahne erhebt sich aus dem Wasser,
es spritzt mir fast ins Gesicht. Das der Rhein solche Schätze birgt war mir bisher nicht bewusst,
doch ich will mich auf keinen Fall zu früh freuen
denn ich habe die Äsche noch nicht an Bord.
Doch es steht gut für mich die Äsche ist erschöpft und
Kämpft kaum noch. Ich kann sie leicht einholen und sie zielgenau töten.
Den ganzen Tag biss nichts mehr doch diese Äsche war genau so viel wert
wie ein ganzer Tagesfang. Und in der Küche war sie genauso lecker.


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romawe    1
Der Donau Poker

Es war mein erster Trip ins Donau Delta. Ich folgte der Einladung eines Kollegen, der hier bei uns in Brasov ein Anglergeschäft hat. Da ich nicht genau wusste, was mich dort erwarten wird, habe ich einfach mal meine ganze Ausrüstung gepackt. Und natürlich noch massig Ersatzkleidung, schliesslich werden wir ein Camp machen und da kann man nie wissen was alles passiert. Fünf Stunden Autofahrt, erst durch die Karpaten, dann durch die Donauebenen der Walachei hin Richtung Ukraine. Unterwegs gesellten sich noch zwei weitere Autos voller Petrijünger dazu, so dass wir im äussersten Zipfel Rumäniens angekommen schon fast eine kleine Gesellschaft waren. Bevor wir das Boot beluden, hiess es erst noch Proviant kaufen. Drei ganze Einkaufswagen voll mit Proviant für die nächsten Tage… wir waren in der Zwischenzeit eine Gruppe von 8 Mann…
Alles gut verstaut, meldeten sich 80 PS vom Heck des Bootes, das uns in eine wilde Ecke des Deltas brachte. Urwald, Seen, Kanäle… einfach ein Paradies für Angler. Nach 30 Minuten durch ein Labyrinth von Kanälen und Seen liegt plötzlich eine Insel vor uns. Hundertjährige Weiden festigen den Boden. Trotzdem ist die Insel keinen ganzen Meter über dem Wasserspiegel. Bei Hochwasser verschwindet sie ganz in den Fluten. Doch wir haben Glück. Schnell sind unsere Iglus aufgebaut und die ersten Rodpods werden für den Abend vorbereitet. Auf einer Länge von gegen 100 Meter steht alle 15 Meter ein Rodpod. Fast sieht es so aus, als würde hier bald ein Wettfischen stattfinden. Da wir noch den späten Nachmittag vor uns hatten und es noch einige Stunden ging bis Sonnenuntergang, haben wir uns erst mal einen Grill montiert und kräftig Spareribbs grilliert. Abenteuer pur, Männerwelt!

https://haken.ch/archuploads/img6612_2082.jpg

„Let's play Poker…?“ Hä? Ihr wollt Poker spielen? Da sind wir nun endlich im Delta und ihr wollt euch die Zeit mit Poker vertreiben… Enttäuschung machte sich breit bei mir… doch nicht für lange!
Die Regeln: Wels vor Hecht, der vor Zander und Egli, gefolgt von Karpfen, Brachsen und Rotfeder. Two of a kind, two pairs, three of a kind, Full House, street, four of of a kind, five of a kind

OOOOkeeey…. Dachte ich mir, doch, wie soll man sich sowas erangeln? Ha!! Ich war eben noch nie im Donaudelta… Ein System, ähnlich der Hegene oder Gambe wurde montiert. 5 Haken auf 2 Meter verteilt, 20 Gramm Blei… Köder nach Belieben.
4 Mann werfen gleichzeitig aus. Jeder steckt 1 Ron in den Topf. Nach 1 oder 2 Minuten holt der erste ein. Glaubt der nächste, diesen Fang toppen zu können, legt er einen 1 Ron nach. Und so geht's bis zum vierten Angler. Nach jeder Runde verschiebt sich der erste Angler.
Leute, im Donaudelta ist die Dichte der Jungfische zum Teil so extrem, dass tatsächlich in Ufernähe auf einen Wurf innert minutenfrist sich diverse Jungfischarten auf die Köder stürzen. Ein Schneiderwurf ist an diesen Stellen kaum möglich….
Wir haben so innert zwei Stunden genügend Köderfisch gefangen um die nächsten 4 Tage Nacht für Nacht über 20 Ruten im Wasser zu haben. Weit über hundert Kilo Fisch haben wir so alle zusammen gefangen. Vor allem Welse, aber auch Karpfen und Karauschen. Und natürlich viele „lästige“ Eglis…
Ein genialer Trip ins Delta. Und eines weiss ich ganz genau, dieser Poker spielt in keinem Casino der Welt.

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Fabianhook    0
Das erste mal war ich an einem Forellenteich angeln, weil mir der Ladenbesitzer von meinem örtlichen Angelladen mir das empfolen hat. Ich fuhr mit einem Freund und meinem Vater dahin, wir hatten tausend mal die falsche Fangrichtung eingeschlagen, um 7 Uhr Morgens kamen wir an der Bestizer hat mir am Anfang alles wichtige beigebracht. Mein Vater hatte mir vorher eine Rute und die wichtigste Ausrüstung gekauft. Nach ca. 3 Stunden hatte ich vier Forellen. Danach wollte erstmal nichts beiß. Um kurz nach 4 zukte die Kugelpose ein bisschen und wanderte Meter weit. Ich schlug an und etwas schweres lies meine Rute durchbiegen. Nach fünf Minuten lag eine 8 Pfund und 200 Gramm schwere Forelle im Kescher. Ich hatte ziemlich Glück ,denn meine Schnur hatte einen Knoten.
Am Ende des Tages waren wir Angelsüchtig.https://haken.ch/archuploads/img6811_2166.jpg
Alle bissen auf Maden.
Ich hatte meinen Vater überrdet mit mir einmal zum Angelgeschäft zu fahren, hätte ich das nicht gemacht, wär ich nicht Angler geworden. Auch wenn die Geschichte nicht sehr lang ist es war ein unvergeslischer Tag.

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Gut dann bin ich jetzt dran:)



Vor etwa 5 Jahren fuhr ich mit meinen Eltern nach Skjoldastraumen, Süd-Westnorwegen. Es gab dort einen kleinen älteren Campingplatz direkt am Fjord mit einem kleinem Hafen und einer Steganlage mit der Möglichkeit ein Boot zu mieten.

https://haken.ch/archuploads/img6841_2175.jpg

Dort angekommen wurden die Koffer aus dem Auto in die Hütte gebracht und ich ging zum Steg hinunter, von dem ein paar norwegische Angler kleine Dorsche, Makrelen und Köhler fingen. Ich wollte natürlich auch ein paar Fischis fangen und ging deshalb zurück zur Hütte um meine 10-30g Lidlrute mit Stationärrolle und 0.25er Schnur zu holen. Schließlich hatte ich mit mehreren Überhandknoten einen kleinen Blinker an die Rute gemacht und ging zum Steg um mit dem Angeln zu beginnen. Nach jedem Wurf fing ich sofort an den Blinker knapp unter der Oberfläche zu führen, weil ich den sooo teuren Blinker nicht durch einen Hänger verlieren wollte. Nachdem ich nach einiger Zeit immer noch Schneider war und die norwegischen Angler immer wieder Fische mit ihren Makrelenpaternostern aus dem Wasser geholt hatten, ging ich wieder zur Hütte und bat meinen Vater mit mir zum nächsten Supermarkt zu fahren, um mir auch ein paar Paternoster zu kaufen...

Am nächsten Tag stand ich dann wieder am Steg, nachdem im nahe gelegenem "Coop" ein paar Kronen für Angelzubehör ausgegeben wurden. Ich band mir also den frisch gekauften Makrelenpaternoster mit dem kleinen Blinker an die Hauptschnur und begann, wie am Tag zuvor, damit den Köder durch das Oberflächenwasser zu kurbeln.

Nach ein paar Minuten erfolglosen Fischens kamen zwei deutschsprechende Polen zum Steg hinunter und hatten wohl Mitleid mit mir, denn sie erklärten mir, dass ich nach dem Einwurf ein bisschen warten muss bis der Köder den Grund erreicht, wo die Fische stehen. Und schon kurz nachdem die beiden Polen ebenfalls mit dem Angeln begonnen hatten, konnte ich die ersten Makrelen fangen, die den Paternoster zu einem riesigem Schnurknäuel verwandelten, weil ich mit der feinen Rute nicht genug Druck auf die Schnur ausüben konnte. Ich war natürlich stolz wie Oskar darüber, dass ich meine ersten Makrelen überhaupt gefangen habe und ging zu meinem Vater, damit er sie filetieren konnte. Die beiden Polen hatten in der Zeit ebenfalls einige Makrelen gefangen und fuhren mit dem Boot auf den Fjord.

Als sie dann nach ein paar Stunden mit mehreren dicken Köhlern und Pollacks zurück kamen, ging ich natürlich wieder zu meinem Vater um ihn darum zu beten, mir ein paar Bleie, Perlen und Haken vom "Coop" zu kaufen:squint:

https://haken.ch/archuploads/img6841_2176.jpg

Den darauf folgenden Morgen stand ich wieder am Wasser und fischte mit einer simplen Grundmontage und einem 0,25er Vorfach mit einem kleinem Haken und einer Perle, dass ich mir aus der Hauptschnur meiner Rolle gebunden hatte direkt unter dem Steg. Schon kurz nach dem Blei und Köder am Grund angekommen waren und ich die Schnur gestrafft hatte gab es den ersten Biss. Ich schlug an, doch nichts blieb hängen. Schließlich legte ich die Rute hin und auf einmal tauchte direkt vor meinen Füßen die kleine gelbe Kugel auf, die noch kurz davor auf meinem "Vorfach" war.:D

Also neues Vorfach mit neuer Perle angebunden, Makrelenfetzen angeködert und die Montage auf den Grund sinken gelassen.
Dann der nächste Biss! Wieder angeschlagen und nochmals blieb nichts hängen. Also Rute wieder abgelegt und die nächste Perle tauchte vor meinen Füßen auf. Ich band mir ein neues Vorfach aus der Hauptschnur meiner Rolle, köderte mir ein neues Makrelenstück an und ließ meinen Köder wieder zum Grund sinken. Nur ein paar Sekunden musste ich warten, bis der nächste Biss folgte und tatsächlich blieb ein Fisch hängen und was für einer! Nach recht langem Drill an meiner 30g-Lidlrute konnte ich den ersten und bisher einzigen Steinbeißer landen.

Sorry für die schlechte Quali der Bilder, aber ich habe leider nur "Fotofotos" und die Fotos sind auch schon 5 Jahre alt. Aber im Hintergrund del letzten Bild kann man die grün-graue Lidl-Rute erkennen :)

Quellen: s-camping.no und flikr.com

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Gast   
Gast
Oh ha war bestimmt nen geiler Drill mit ner 30g Lidl Rute. Schick schick der Seewolf auch wenn die Bilder unscharf sind die Story entschädigt es alle mal.

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Forelle1958    418
In letzter Sekunde greife ich doch noch in die Tasten und das mit einer Geschichte die nicht ein 1. April Scherz ist (zu meinem Leidwesen!). Mein nicht besonders glücklicher aber prägender Fischertag geht auf den Sommer 2002 (vielleicht war es auch 2003) zurück.

Damals verbrachte ich wie eigentlich in jedem Jahr zwei Wochen Ferien im Tessin. wo ich mein Glück in den verschiedensten Fliessgewässern (meist Bäche) und in Bergseen, vom Sambucco, Naret und im Arbedo- und Vercasca-Tal usw. versuchte (sorry wenn die Namen und Bezeichnungen etwas von den effektiven Bezeichnungen/Schreibweisen abweichen). An einem wunderschönen Spätsommertag versuchten ein Kollege und ich die Forellen in der Maggia zu verführen, allerdings mit mässigem oder genau genommen vor allem mit untermassigem Erfolg. Plötzlich stand ein mehrheitlich in grün gekleideter, freundlich aussehender Mann mit ungehängtem Feldstecher hinter uns und beobachtete aus nächster Nähe unsere intensiven und erfolglosen Bemühungen. Nach einigen Minuten stellte er sich als Aufseher vor und wollte sich gleichzeitig von unserem nicht vorhandenen Fang beeindrucken lassen und natürlich vor allem unsere "permessi" (heisst wohl anders) sehen. Es entwickelte sich ein interessantes an babylonische Verhältnisse erinnernde Konversation und als er uns nach dem Aufenthaltsort im Tessin fragte und wir uns mit Pianezzo outeten, schüttelte er nur noch ungläubig den Kopf und fragte, weshalb wir in der Maggia fischen. Er erklärte uns, dass es im Valle Morobbia (also praktisch vor unserer Haustür) einen kleinen, aber sehr forellenreichen Stausee gibt. Wir hatten diesen noch nie entdeckt und das nach vielen Jahren Aufenthalt in diesem Tal. Freimütig erklärte er uns detailliert den Weg, da man dieses Seelein im waldreichen und sehr steilen Tal von oben nicht erkennen kann.

Am nächsten wunderschönen Tag musste ich zuerst meinen Kollegen zum Bahnhof Bellinzona zurückfahren, da er nur eine Woche Ferien eingeplant hatte. Danach ging es ohne Umschweife auf die Suche nach diesem sagenumwobenen Gewässer. Schnell fand ich aufgrund der Schilderungen die steile Zufahrt der Kraftwerke zu diesem Stausee. Kaum am See ankommen, musste ich feststellen, dass das Gelände um den Stausee verdammt steil war und sich nur sehr wenige Stellen für die Fischerei eigneten. Der Einlauf zum Stausee (kleiner Bach) war ein erster Versuch wert. Zwei, drei grössenwahnsinnige aber zu kleine Forellen packten dort meinen Spinner in einem Anflug von Grössenwahn; also sofort zurück ins Wasser! Die andere Seite war unbefischbar, weshalb ich wieder zurückwanderte, mir aber plötzlich ein kleiner Zufluss, mit einer interessanten steil ins Wasser abfallende Stelle ins Auge sprang. Mein Adrenalin-Spiegel erhöhte sich in ungewohnter Weise. Kaum unten ankommen der erste Wurf, der erste Biss und eine schöne rund 35cm grosse Fario. Nach weitereren gefühlten 10 Minuten schon der nächste Biss und schon konnte ich eine weitere rund 40 cm grosse Bachforelle noch knapp, d.h mit allergrösste Mühe über das steil abfallende Ufer (etwa 4 Meter bis zur Wasseroberfläche) behändigen. Danach lief eineinhalb Stunden einfach nichts mehr (das kannte ich ja). Also beschloss ich, einen Wurm und ein Grundblei zu montieren und das erste Bier zu öffnen. Es sollte nicht beim Ersten bleiben! Auch zwei Stunden später und nach diversen "Wurmkontrollen" kein Rupfer;(. Was bleibt da noch, ausser die wunderschöne Landschaft und das Wetter zu geniessen).

Plötzlich ein Kratzgeräusch auf dem abgelagerten Sand und meine Rute bewegt sich in rasender Geschwindkeit Richtung Stauseekante. Die Beine fast eingeschlafen entwickeln automatisch eine weltrekordverdächtige Sprungkraft und schon halte ich den begehrten Knebel in den Händen:). Es macht sich nun ein unglaublicher Zug bemerkbar. Oh Schreck oh Graus, was soll ich da mit meinem 20er-Faden?? Schnell die Bremse massiv lockern und somit Schnur geben! Es folgt ein interessanter, routinierter Drill wie es sich für einen Oldie gehört. Nach diversen wilden Fluchten und besorgniserregenden Sprüngen, sehe ich unter mir eine langsam ermattete wunderschön gezeichnete Bachforelle von wohl gegen 70cm (aber die Fische sind ja in der Erinnerung ständig am wachsen!), trotzdem die Bachforelle meines Lebens. Also schnell den Feumer (Kescher) behändigen so weit wie möglich ausziehen und den Fisch locker behändigen, aber wo ist dieses Netz mit Stiel? Zu meinem Schrecken mindestens 20 Meter hinter mir, im Schatten und im Rucksack mit den zwei behändigten schönen Forellen.

Ich werde von einer nicht gekannten Panik ergriffen und bewege mich auf die Stauseekante zu. Es kommt wie es kommen muss an der äussersten Kante bricht der Sand ab und ich rutsche in rasantem Tempo meiner Traumforelle entgegen. Unten angekommen kann ich mich halb im Wasser liegend im Sand festkrallen und die Rute zur Sicherheit zwischen dem abfallenden Bord und mir fixieren. Was der folgende Knall bedeutete war mir sofort klar; die Forelle hat den Kampf im wahrsten Sinn des Wortes gewonnen:cool:

Nur schon beim Aufstieg und dem Weg zum Auto schmerzten mir sämtliche Knochen und bescheidenen Muskeln, von denen ich nicht einmal wusste, dass sie existieren! Die nächsten Tage waren geprägt von Gängen zur Apotheke, dem Einreiben von Salben, schlucken von schmerzstillenden und abschwellenden Pillen. Das Fischen konnte ich schon nach zwei Tagen und schlaflosen Nächten nicht lassen, aber musste den Weg zum Wasser in der Regel (es waren dann meist nicht mehr als fünfzig oder hundert Meter) auf allen Vieren zurücklegen.

Etwa fünf Tage später traf ich noch meine im Tessin wohnhafte Schwester, die mich in Anbetracht meiner grün-blau-violett-schwarz gefärbten Oberschenkel sofort ins Spital einliefern wollte (ich Vollidiot musste natürlich Shorts tragen).

Ich bin davon überzeugt, dass auch euch im "Jagdfieber" schon kapitaleund peinliche Fehler unterlaufen sind (was ich euch nicht wünsche). Solche Erlebnisse sind trotzdem ein prägende und unverzichtbare Erfahrung, auch in vorgeschrittenem Alter
Petri und wunderschöne Stunden am Wasser
Martin

P.S. Der Stausee wurde etwa zwei Jahre später entleert und seither ist nichts mehr wie es einmal war. Leider fehlen mir die immer effektvollen Fotos (das damalige Speichermedium, sprich Festplatte hat das Zeitliche gesegnet)
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Michael    391
Hi Leute

Wir haben entschieden, der Gewinner ist: romawe mit seiner ersten Geschichte! Die Entscheidung fiel uns sehr schwer aber wir mussten uns einig werden. Vielen Dank euch allen für eure Geschichten.

Hier die Geschichte:
http://www.haken.ch/berichte/33/die-geschichte-meines-lebens.html

Tinu das ist dein Gewinn: Geflochtene Schnur von GigaFish sowie zahlreiche Perlmuttspinner.

Herzliche Gratulation!!!

P.S.: Bitte teile mir noch deine Adresse per E-Mail mit (mr[ at ]haken.ch), damit wir dir dein Gewinn zuschicken können :D

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Forelle1958    418
Herzliche Gratulation Tinu
Du hast den Anfang mit einer wahrhaft mystischen Geschichte gemacht. Das konnte tatsächlich nicht mehr getoppt werden:D! Gratulation aber auch an die anderen, zum Teil jungen Autoren mit ihren zum Teil schön bebilderten und sehr interessanten Erlebnissen/Geschichten:cool:.

Dieser Thread war wirklich eine super Idee von Michael und ich habe jeden Beitrag mit grossem Vergnügen gelesen.

So, jetzt wieder ab an's Wasser! Petri an alle
Martin

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