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  1. Auf Schleie am Türlersee

    17.5.2017 Bei der Fahrt durch die Nacht über den Alibis ist mir etwas mulmig. Hoffentlich springt mir nichts vor die Räder. Aber alles geht gut. Es ist noch dunkel als ich beim Spot bin und meine Rute auspacke. Es ist der zweite Versuch auf Schleie am Türlersee im Freiangelrecht mit einer Rute. Letzte Woch mit Nöggi hatte es nicht sein wollen. Da hatte ich mich verzettelt und von springenden Fischen ablenken lassen. Das passiert heute nicht. Heute bleib ich bei der Schleie. Es wäre mein erster Fisch von diesem Gewässer. Hätte ich bei meinen Versuchen als Kind hier am Türlersee nicht nur Köder in die Bäume geschossen, dann hätte ich vielleicht einen allerersten Fisch gefangen. Einen ersten Fisch und das Fischervirus hätte mich bereits damals gepackt… Aber nein, das passierte erst sehr viel später, weit weg von hier. Ich hänge das fertige Vorfach in den Karabinerwirbel, beködere mit einem Stück Dendrobena und ein paar Mistwürmern und werfe ein erstes Mal aus. Mit der Rute habe ich nicht so Übung. Ist eigentlich eine überlange und recht straffe Äschenrute, aber sie ist meine einzige Posenrute. Und mit Pose angle ich heute. Die Montage die ich verwende wird Liftmontage genannt. Ein Gummistopper auf die Hauptschnur, ein vorbebleiten Waggler, 2 plus 2g mit langer Antenne, noch einen Stopper um den Knoten zu schonen, Karabinerwirbel, Vorfach mit Bleischrott und etwa 20cm vor dem Haken noch ein Hebeblei-Schrot. Nimmt eine Schleie kopfüber vom Grund den Köder und richtet sich anschliessend wieder in die Horizontale aus, so steigt die Antenne weiter aus dem Wasser. Nach allem was ich gelesen habe, sollte dies das Non plus Ultra in Sachen Montagen auf Schleien sein. Nachher mache ich etwas Futtermischung bereit. Mehl von altem, dunklem Brot, etwas Komposterde, ein paar Mistwürmer und ein paar Dendrobena Stücke. Alles zu einer Kugel kneten und neben den Waggler werfen. Es geht nicht lange und schon hat es regen Betrieb um meine Pose und dann bewegt sie sich sehr deutlich. Ich schlage an, Fisch gehakt. Aber nicht sehr grosse Gegenwehr. Was ich da habe ist ein grosses Rotauge. Ich mache die Hände nass, hake die Schwale ab und lasse sie wieder schwimmen. Ich will kein Rotauge, ich will eine Schleie. Ich beködere neu, werfe aus… Ach nein, die Montage hängt im Schilf. Der Haken bleibt hängen und muss abreissen. Zum Glück kommt noch der Waggler in Reichweite des Keschers. Also alles neu montieren, noch ein Wurf. Der war auch nicht gut, zu weit im See draussen. Ich sehe eine Schleie am Steg vorbei schwimmen. Hole wieder ein, Werfe aus. Jetzt ist er wo er sein muss. Warte ab, aber nichts geht an den Haken. Manchmal bewegt sich der Zapfen etwas, aber nicht wirklich fest. Die Schleie ist wohl weiter. Zu viel Betrieb vor Ort. Hätte doch nicht anfüttern sollen. Ich ziehe die Montage ein, während wieder mal eine Schleie am Steg vorbei schwimmt. Jetzt werfe ich auf die andere Seite des Stegs, dort hat es auch Schilf. Aber wieder falsch gesetzt, wieder Hänger, wieder Abriss, diesmal mit Verlust des Wagglers. Langsam nervt mich die Sache. Ich montiere einen kleinen Schlitzzapfen und bleie das Vorfach aus. Nichts mehr mit Hebeblei und so Sachen. Einfach stink normal knapp auf oder über Grund. Jetzt als Köder nur noch mit Mistwürmern am Haken. Ich werfe aus und es passt. Zehn Sekunden später bewegt sich das Schilf in unmittelbarer Nähe zum Zapfen. Ja, darauf habe ich gehofft. Der Zapfen taucht ab, ich schlage an und der Fisch hängt. Erste kurze Flucht, geht gut. Ich bugsiere ihn aus dem Schilf. Zweite kurze Flucht und eine dritte unter den Steg. Aber jetzt ist Schluss. Die Schleie mag nicht mehr. Ich keschere das schöne Tier. Der Fisch wird versorgt und anschliessend fotografiert. Dann nehme ich ihn aus und pack ihn in die Kühltasche. Nochmals beködern und auswerfen. Aber bis die Sonne aufgeht passiert nichts mehr. Dann ist es Zeit für mich zusammen zu räumen. Muss heute auch noch ins Geschäft kommen. Ich fahre nach Hause und werde von meiner Jüngsten mit der obligaten Frage an der Türe empfangen. «Papi, häsch än Fisch gfangä?» - «Ja, han än Fisch gfangä.» - «Was für einä?» - «Ä Schläiä» «Mami, Mami, dä Papi hät ä Schläinä gfangä». Wie ich das liebe. Und jedes Mal denke ich, bald ist dieser Zauber vorbei und sie ist gross geworden. Meine Frau reagiert weniger euphorisch auf meinen Fang. «Isch dä guet? Hat dä vill Gröt? Dä git’s nöd im Ladä, oder?» «Mol, mol, dä Migros hät au scho gha» Einige Zeit später stelle ich ein paar Bilder vom Fang und von der Morgenstimmung in einen What’s Up Gruppen-Chat, welcher für eine Zusammenkunft meiner Ehemaligen Kollegen aus der Gewerbeschule eingerichtet wurde. Einer antwortet «Schöns Läbä häsch». Dem kann ich nicht wiedersprechen. Das haben doch alle Fischer. Am Abend wird der Grill angeworfen. Den Fisch habe ich mit Käutern gestopft und will ihn direkt ohne Alufolie, dafür mit knuspriger Haut haben. Aber hier mache ich einen Fehler. Damit nicht alle Holzkohle zwischen das Gitter fällt misch ich mit Bricklets. Die ganze Sache ist viel zu heiss und weil sich die Höhe des Rosts nicht verstellen lässt wird die haut nicht knusprig, sondern schwarz und in der Mitte ist er noch nicht ganz gar. Die Haut lässt sich zumindest gut ablösen, aber so wie ich mir es vorgestellt habe ist’s nicht geworden. Schade, muss ich nächstes Mal besser machen. Das Fleisch ist fest, der Geschmack ist mild. Ich war etwas unsicher, ob das mit einer Schleie aus dem Türlersee ohne tagelanges wässern ohne zu mööseln geht. Zumindest im Mai scheint’s zu gehen. Aber nächstes Mal paniert in der Pfanne, oder im Wald als Stockfisch über dem Feuer? Und die Montage, nächstes Mal mit Feederrute und kleinem Birnenblei auf Grund? Mal schauen. Verwendetes Tackle: Sportex unbekanntes Modell, überlang (mehr als fünf Meter) Äschenrute Daiwa Theory ’16 in Grösse 3012 mit 0.25mm Stroft GTM Stucki Schlitzzapfen Stucki Karabinerwirbel Owner Karpfenvorfach 0.20mm mit Schonhaken Grösse 4 / RL-238 Schrotblei Gruss Mötti
  2. Vollständigkeitshalber füge ich hier Informationen über die Freiangelfischerei im Kanton Zürich ein. Gerätschaften Das Freiangelrecht im Zürichsee, Greifensee, Pfäffikersee und Türlersee berechtigt zur Ausübung der Angelfischerei ohne Patent vom trockenen Ufer aus mit einer Angelrute oder Schnur mit einem einzigen Köder mit einem Einfachhaken ohne Widerhaken. Erlaubt sind natürliche Köder, Lebensmittel und künstliche Fliegen. Ausgenommen sind Köderfische. Fliegen dürfen maximal Hakengrösse 8 aufweisen. Zeitliche Beschränkung Im Zürichsee darf die Freiangelfischerei nur von 04.00 - 23.00 Uhr während der Sommerzeit und von 05.00 - 22.00 Uhr während der Winterzeit ausgeübt werden. In den übrigen Gewässern gilt keine zeitliche Beschränkung (vorbehalten bleibt der nächste Abschnitt). Weitere Gewässerabschnitte für Jugendliche Jugendlichen unter 18 Jahren ist ferner das Fischen mit den hier genannten Gerätschaften von 7.00 - 19.00 Uhr ohne Bewilligung gestattet: in der Limmat am linken Ufer am Stadthausquai vom Steg zum Bauschänzli an abwärts bis zur Münsterbrücke (Helmhausbrücke). in der Limmat am rechten Ufer des Neumühlequais vom Kino Walche an abwärts bis zur Garageneinfahrt des Hotels Marriott. Im Rhein in der oberen Hilfsstauhaltung unmittelbar unterhalb des Känzelis beim Kraftwerk Rheinau bis zur etwa 150 Meter flussabwärts gelegenen Grenztafel. Fischereivorschriften Die allgemeinen Fischereivorschriften (insbesondere Schonzeiten, Fangmindestmasse und Fangzahlbeschränkungen) gelten auch für die Freiangelfischerei! Ebenso sind die Tierschutzvorschriften einzuhalten: Betäuben des Fisches mittels Schlag auf das Genick und anschliessendes Ausbluten mittels Kiemenschnitt oder sofortigem Ausnehmen. Das sachgerechte lebende Hältern von Fischen ist nur Personen mit einem Sachkundeausweis erlaubt.
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