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barsch horst

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Über barsch horst

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  1. Grischa-Bern-Connection 2018

    Mist, so war das nicht gemeint... dachte, ich könne Bild & Text wählen, ohne zuviel Preis zu geben. Sind aber auch nicht wirklich Secret-Spots. Wünsche dir jedenfalls viel "Schlutz".
  2. Fangberichte Fliegenfischen 2016

    War gerade auf Klausur mit der Fliegenrute. Mehr dazu unter Grischa-Bern-Connection 2018
  3. Grischa-Bern-Connection 2018

    Mit der Fliege in Klausur Freitagnachmittag, die Arbeit ist aus. Der Berg ruft. Ich habe was vor, nämlich Fliegenfischen auf Forelle, alleine. Nach rund einem Jahr Wurfpraxis, rumbasteln an der Ausrüstung und Erfahrungen in verschiedenen Gewässern, will ich in die sprudelnden Bäche unserer Highlands. Ich habe grossen Respekt davor, diese Gewässer mit der Fliege zu beangeln. Wenig Raum, viel Strömung, steiles Gelände, fragile Ökosysteme und scheue Fische sind Stichworte. Entsprechend erachte ich die Möglichkeit enttäuscht zu werden gross. So schraube ich im Vorfeld meines Vorhabens die Erwartungen runter und hole bei passionierten Forellenjägern Tipps ein, damit ich zumindest technisch vorbereitet bin. Was folgen sollte, entsprach dann nicht den skizzierten Erwartungen... Gegen vier Uhr abends fahre ich mit dem Auto über den Hauptfluss im Tal. Das Wasser ist stark angetrübt von den gewittrigen Niederschlägen der letzten 24h. Einzig die kleineren Seitengewässer bringen klares Wasser ein. Somit beschliesse ich eine Mischwasserzone aufzusuchen. Am Wasser orientiere ich mich und verschaffe mir ein Bild über Wassertiefe, Lage der grossen Steine in den tieferen Zügen, Wind, Strömung usw. Anschliessend setze ich mich ans Ufer und beginne zu knoten. Das gezogene Vorfach wird auf der dicken Seite eingekürzt, eine Nymphe an eine Vorfachspitze geknotet und als «Bissanzeiger» kommt, einen guten halben Meter oberhalb, eine buschige Trockene an einen kurzen Seitenarm. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis ich die Montage mit Springer sauber geknotet habe und ready bin für den ersten Wurf. Ich erhebe mich von den Steinen, positioniere mich so, dass ich mit meinen Wurfskills die ausgemachten Unterstände überwerfen kann und wedle erstmal etwas leer. Dann lege ich die Line zu stark in die Hauptströmung, die Köder treiben an den grossen Steinen vorbei. Bereits der zweite Wurf gelingt besser, die Nymphe sinkt ab, treibt über ein paar Steine am Grund des Zuges und Zack, ein Ruck geht durch die Schnur, ich hebe die Rute, der Fisch hängt. Mir geht alles zu schnell, mein Herz klopft aber der #4-Schwabelstock macht seine Arbeit gut, puffert die Fluchtversuche souverän und gemeinsam ziehen wir den Fisch über den Kescher. Die Forelle wird irgendwo an der Grenze zum Schonmass gewesen sein, ich habe sie nicht gemessen, sie schwimmt wieder. Noch schreibe ich diesen Fisch dem Zufall zu... Die «scheuen» Forellen sind heute arg ausgelassen. In der nächsten Stunde werde ich zwei Bisse nicht verwerten können, eine im Drill verlieren und zwei weitere Fische in den Kescher führen. Der Bock des Tages bringt mich, durch eine vehemente Attacke der Trockenfliege, fast an den Rande eines Herzstillstandes (Sorry das verwackelte Handybild). Nach einer guten Stunde höre ich auf, setze mich hin, denke über das Erlebte nach, grinse, danke, rauche. Abends dann, vor dem Hüttchen auf ca. 1000müM, trinke ich Bier und schaue den Schwalben beim Tanzen zu. Gedanklich arbeite ich daran, die Erwartungen an den nächsten Tag runter zu brechen. Mein Plan ist die Begehung eines steilen Montag-Mittwoch-Samstag-Gewässers. Ich kann kaum einschlafen, denn schliesse ich die Augen, sehe ich eine orange Fliegenschnur vor meinem inneren Auge enge Schleifen ziehen... Wer braucht schon einen Wecker, wenn man fischen geht? Kaffee, Zähneputzen, raus. Es ist noch fast dunkel. Während ich das Tal hinauffahre, sehe ich am Strassenrand einzelne Fischer ihre Ausrüstungen vorbereiten. Hoffentlich bin ich an dem heute gewählten Teilstück alleine unterwegs. Ab in die Watkleidung und los... Da geht’s hoch: ...und das treffe ich dann an: Das fischen hier ist ein Herumgetänzle und -geklettere. Oft kann der Standort für die Würfe kaum gewählt werden. Ich wedle auf engem Raum den Köder irgendwie halbwegs brauchbar und aus grösstmöglicher Deckung in die Pools. Dabei mache ich drei wichtige Erkenntnisse und leite daraus folgendes Mantra ab. «Vertrau deinen Skills, Fische mit Achtung und gründlich» 1. Stil ist sekundär. Vergiss den Wurfkurs, wirf intuitiv. Wedle den Köder irgendwie an der Botanik und dem Gelände vorbei. Er muss einfach so ins Wasser, dass die Schnur nicht gleich von der Strömung weggetragen wird. 2. Sei bereit. Bisse auf die Trockene kommen oft unmittelbar nach dem Aufsetzen. 3. Fische gründlich und mit Ruhe. Bisse auf die Nymphe lassen zT. auf sich warten. Man darf die Pools ausgiebig befischen. Auch der fünfte Wurf kann noch einen Biss bringen. Mache jeden Wurf mehrmals, verbessere ihn Versuch für Versuch. Schenke bei jedem Versuch einem einzelnen Faktor extra Beachtung. Alles wird eins, Ruhe kehrt ein und die Fische beissen. Viel zu schnell erreiche ich eine Hochebene, wo der Bach durch grosse Schwellen verbaut ist. Das mag ich nicht und steige ab. Beim Wagen angekommen tausche ich mich dann mit andern Anglern aus. Sie sind auch der Meinung, dass die Forellen die Tage ein aussergewöhnliches Beissverhalten an den Tag legen. Wahrscheinlich sind die gestiegenen Wassermengen und der Kälteeinbruch Trigger für die Fische, welche zum Fressen animieren. Dann gibt’s erstmal Kaffee und Scheisshaus im Dorfspunten. Was für ein Millieuwechsel. Sozusagen vom Gumpen zum Stumpen... Kurz vor Mittag steige ich knapp oberhalb des Dorfes erneut in den Bach. Motiviert aber ohne grossen Ehrgeiz. Ich habe gestern und heute bereits soviele Fische gehakt, wie ich mir nie erträumt hätte. Und genau hier setzen die Fische heute noch einen drauf, indem sie vermehrt auf die Trockene knallen. Alles, was ich über das Abhängigkeitspotenzial einzelner Drogen weiss, wird postwendend an die Wand gefahren. Dieser Kick hier ist unbeschreiblich. Selbst im grossen Lärm eines Gebirgsbaches hört man den «Schlutz» raus, wenn sich eine Forelle die Trockene reinschlürft. Gepaart mit den optischen Reizen eines aufsteigenden Fisches und einer sich anschliessend streckenden Line hat das echt Potenzial. Wie getrieben fische ich mich in den Zuckersturz, immer weiter, von Stelle zu Stelle. Dass ich vielleicht mal etwas essen sollte, merke ich daran, dass ich vermehrt Probleme mit der Botanik kriege und mit zittrigen Fingern neu Knoten müsste. Ich steige aus dem Bach und esse was. Nach dem Essen fahre ich das Tal raus und setze spontan nochmal den Blinker. Nur noch ein paar Würfe... Wieder vergesse ich mich. Fische mich Bergwärts von Pool zu Pool. Die Fische beissen. Der frisch angejunkte an der Gerte, vergisst abermals alles um sich herum, zB. dass er zuhause Familie hat und noch die Wochenendeinkäufe tätigen sollte. Das Telefon holt mich zurück in die Realität. Zum Glück, denn ich sah es schon Nacht werden... und wie ich langsam verfilze, sich mein Blick nach innen zu richten beginnt, ich meinen Namen vergesse, wie ich bärtig und asozial werden könnte mit dieser blöden Gerte in den Fingern. Nach dieser Session hat meine Schnur etwas Dressing verdient. Mit breitem Grinsen reinige ich meine Ausrüstung, verstaue sie im Wagen, stecke mir eine Zigarette zwischen die Lippen, drehe das Zündschloss und rolle los. Bonne Lecture an alle und tight lines. P.S: Sorry für die Bildqualität
  4. Youtubeschätze

    Auf dem Bielersee schon öfters beobachtet. Scheint auch auf Kleinfisch Spass zu machen, erhöht aber die "Gefährtsdichte" in der Uferzone noch zusätzlich. Aber wo soll die Grenze gezogen werden? Ich bin grundsätzlich gegen Verbote, weil Gesetze nur Sinn machen, wenn sie auch vollzogen werden. Das wäre schlicht unmöglich (gestern über 40 sups gezählt in rund einer Stunde am Wohlensee um die Wohleibrücke). Bei einem solchen Sommer wird jede hinterste Ecke der Schweiz zum urbanen Naherholungsgebiet, damit müssen wir wohl leben bei dieser "Bestandsdichte" von Menschen... Da hilft meiner Meinung nach nur Sensibilisieren (oder freiwilliger Verzicht). Oder dann "Bestandsmanagement" bei unserer Art, aber da bin ich auch dagegen!
  5. Bergsee Saison 2018

    Vorausgesetzt, man kann schön sehr gut Fische fangen... Tolle Bildstrecke. Merci für's Zeigen. B. H.
  6. Fliegenfischen Kurzberichte 2018

    Einmal mehr eine schöne Mittelgrosse ;-) Die Gewässer deiner Region scheinen noch eine ganze Menge Überraschungen parat zu haben. Verwundert mich aber eigentlich nicht, wenn ich sehe wie schonend ihr mit den Beständen umgeht. thumps up!
  7. Hecht zubereiten

    Thai-Curry. Einfach Pouletgeschnetzeltes durch Hechtgeschnetzeltes ersetzen... Funktioniert prima, einer meiner Favoriten.
  8. Chancen auf Bachforelle

    @carpigirl Nimm einen Mepps-Spinner in Grösse 2-3. Diese sind für Einsteiger gut zu führen, günstig bei allfälligem Verlust und ziemlich fängig. Montiere Einzelhaken und ab die Post (damit fängst du evtl. auch die anderen mittelgrossen Fische falls Alet oder Barben). Wünsche nice try Horst
  9. Wundersame Zänderfänge

    Aber Wasabi, was soll die Aufregung wegen ein paar Schreibfehlern? Ich habe noch selten einen pädagogisch so wertvollen Zeitungsbericht über einen Fang gesehen. Posen mit einem Zander im Laichkleid, eine Menge Blut, Ort super erkennbar und dann erst noch die Schreiberei... Zitat: "Einen solchen grossen Zandern zu angeln, gilt unter Fischern als besondere Herausforderung. Die Raubfische gelten als ziemlich argewöhnisch und lichtscheu - dementsprechend schwierig ist es, sie mit der Angel zu fangen. " (Stimmt, da muss man schon hartnäckig penggelen und zielen können...). Eine bessere Zielscheibe für Tierschützer kann ein Fischer gar nicht abgeben! Ich werde mich hüten, solche Berichte meinen Jungfischern vorzuenthalten. Danke Züriost, das ist ein 1A Lehrmittel zum Thema "die vier Fälle der deutschen Sprache", "Nachhaltigkeit", "Biodiversität" & "Neozoten". Und das erst noch for free! Lehrmeisterliche Grüsse & Petri Heil euer Horst aka "Schreibtischtäter" P. S: Die Redaktion habe ich angeschrieben, mit der Bitte auf solche Beiträge doch in Zukunft zu verzichten, da Deutsch eher schlecht & fachlich fragwürdig. Bin gespannt auf die Reaktion... Tbc.
  10. Fliegenfischen Kurzberichte 2018

    Hei Hannes, ich mag deine Angelei. Sie ist bis ins Detail ausgeklügelt auf "Nachhaltigkeit". Ich glaube schonender für den Fisch, als du unser Hobby betreibst, kann man es fast nur noch ohne haken betreiben... Daumen nach oben! R. aka B. H.
  11. Grischa-Bern-Connection 2018

    Grischa-Bern-Connection goes Germany- ein kleiner feiner Albtraum Der Zahn der Zeit nagt und unsere Zähler haben 40 und 50 erreicht. Gemeinsam feiern Cousin D. und ich (Cousin R. aka Barsch Horst) die runden Zahlen mit der Fliegenrute in der Hand und begeben uns für ein paar Tage in die Schwäbische Alb. Wir folgen dem Ruf eines gewissen H… aka Gk. und lassen uns von der Begeisterung für seine „Homewaters“ anstecken. Vielleicht muss hier noch angefügt werden, dass meine Erfahrung im Wedeln knappe zehn Tage ausmacht. Cousin D. hatte da doch immerhin schon 2-3 Tage Vorsprung. Die Spinruten liessen wir im Keller liegen, obwohl einzelne Gewässer auch mit der Spinne befischt hätten werden dürfen. Eine Entscheidung, welche ich zuerst mal bereuen werde, sich dann aber im Rückblick als die einzig Richtige herausstellen wird… Das ganze beginnt mit einem Reisetag. Bern ab, Autobahn Richtung Zürich, Stau, Fluchen, Verspätung, Kaffee, Sargans an, Cousin D. aufladen und weiter Richtung Norden. Wir haben noch keine Angelkarten für den Tag und fahren zuerst mal das Angelcenter Förg in Ulm an. Schöner Laden, kompetente Bedienung. Ich erzähle dem Verkäufer von meinen Schwierigkeiten, beim Wedeln auf kürzere Distanz, meine Rute zu laden. Keine zehn Minuten später stehen wir vor dem Laden und werfen die Schnüre, welche er seinen Kunden zu meinem Rutenmodell empfiehlt. Natürlich immer im Vergleich zu meiner Originalschnur. Es ist wie Tag und Nacht. Eine Handvoll Euros später ist meine Combo stimmig. Ich habe schon viel von Fliegenfischern gehört, dass die Schnur eigentlich der wichtigste Bestandteil einer Combo sein soll. Natürlich habe ich sie für verwöhnte Tussen gehalten. Tja, jetzt bin ich wohl selbst eine. Irgendwann begannen wir uns gegenseitig auf die Finger zu klopfen und so konnten wir es verhindern, unser Ferienbudget bereits hier auszutrocknen. Abends dann Besichtigung eines kleinen Wiesenbaches, Bier, Wein und Zwiebelrostbraten „schlanke Linie“ im Wirtshaus. Deftig diese Küche. Dienstags fuhren wir durch das obere Donautal und befischten die Donau. H. besorgte uns die Karten für dieses schöne Gewässer, beriet uns bezüglich Köderwahl und zeigte uns natürlich wer der König am Gumpen ist. Das Gewässer überforderte mich komplett. Ich vermisste die Spinne! Nirgends kam ich mit genügend Präzision auf die nötige Distanz um die Hotspots anzuwerfen. Hier fehlte mir der Rückraum, da Stand die Botanik im Weg und wenn dann mal genug Raum für meine Würfe war, sah das Bachbett etwa so attraktiv aus wie Brigitte Bardot heute. Dieser Tag war mein Einstand. Noch nie hatte ich einen ganzen Tag mit der Fliege (bzw. mit dem Streamer) gewedelt. Es war schwierig die Motivation aufrecht zu erhalten, die „schweren“ Streamer warfen sich einfach nicht schön und immer war da dieser Gedanke, zum Wobbler zu greifen… Fisch sahen wir an diesem Tag nicht viel. H. drillte einen dicken Döbel, mir knallte einer auf Sicht auf den Streamer und liess mein Herz kurz durchsacken. Ansonsten beobachteten wir eine Schule Barben und eine Ü50 Regenbogenforelle stand keinen Meter vor einem Wurzelstock auf unserer Seite. Die Versuche diese Anzuwerfen waren reif fürs Kino. Ich warf meinen Streamer aus der Kauerstellung mitten in den Wurzelstock und blieb fluchend hängen. Cousins frisch angeknüpfte Nymphe wollte beim besten Willen nicht sinken, trieb über den Fisch hinweg und vergrämte das Tier wohl. Zumindest tauchte es ab und wurde nie wieder gesehen. Ein Tag lang wedeln, die emotionalen Hochs und Tiefs sowie die pralle Sonne kriegen uns total fertig. Abends wurde dann wieder deftig Hausmannskost genossen mit Bier, Wein & Schweinelendchen mit Kässpätzle. Anschliessend noch ein Bier aus dem Automaten gezogen und einschlafen vor Hebeisens Wurfvideos aus den 80er Jahren….. Mittwochs am kleinen Wiesenbach wehte dann ein anderer Wind… Alle kommen zum Fisch. Ein gesunder Bestand in diesem Kalkbach. Wir fangen wild angewachsene Bach- & Regenbogenforellen in allen Grössen. Also zuerst Fangen nur H. und Cousin D. Ich konnte bis mittags gerade eine Regenbogenforelle um die 20cm aus einem Lauf kratzen, während H. bereits etwa fünf Fische drillen durfte und Cousin D. seine PB für Bafo an die 50er-Grenze erhöhte. Die mangelnde Präzision meiner Würfe erhöht zwar den Umsatz des Detailhandels, Fisch bringen tut sie nicht. Zum Glück hatte H. noch Streamer für mich… Danke! Er zeigte uns zudem, was in diesem Gewässer alles rumschwimmt und lockt eine Bafo jenseits der 55cm aus ihrem Versteck raus. Was für ein Torpedo. Nachmittags kam dann Flow auf und ich konnte kurz abdrücken! Meine Würfe wurden zuerst gewagter, dann präziser und… Bamm schraubte ich mit meinen ersten beiden Bafos auf Streamer die Latte auf 50+! Zitternd hielt ich diesen Fisch in meinen Händen und konnte es nicht glauben. Logischerweise fiel er mir aus den Fingern… Da nach der Entnahme eines Fisches an diesem Gewässer das Angeln einzustellen ist, liessen wir erst alle wieder schwimmen. Gegen Abend, als der Moment für eine Entnahme gekommen war, konnten wir dann alle nicht mehr viel und ich verlor meinen letzten Fisch des Tages, beim Keschern. Danach war finito mit Beissen. Dann halt wieder kein Fisch für den Koch, dafür gabs Bier, Wein & Siedfleisch an Meerretichsauce mit Bratkartoffeln. Eingeschlafen bin ich zur sonoren Stimme Hansruedi Hebeisens in einem alten Lernvideo mit dem Titel „Trickwürfe“ (oder so ähnlich). Für den Donnerstag hatten wir Karten für eine Fly-Only-Strecke an der Blau. Das Internet besagt, dass dort schon die eine oder andere Legende des mitteleuropäischen Flyfischens geschrieben wurde. Mit den wohlklingenden Namen der Flyfi-Heroes konnte ich vorerst genau gleich viel anfangen wie mit dem Gewässer. Nämlich nichts. Im Gegensatz zu unseren Fliessgewässern, konnte ich dort genau gar nichts rauslesen. Einzig die überhängenden Büsche gaben mir ansatzweise eine Vorstellung, wo sich der Fisch befinden könnte oder dann zumindest, wo ich meine Köder loswerden könnte. Wir beobachteten die Strömung und die Botanik und warfen da mal in eine verdammt tiefe Aussenkurve, verhängten Köder beim Versuch unter die Büsche zu kommen und von Fischkontakt keine Spur. Erst nach langer Betrachtung und ganz am Ende des Streckenabschnitts konnte ich dem Gewässer Infos über die Bodenbeschaffenheit abgewinnen. Dort hat’s auch gscheppert. Biss und ab in die Luft. Fitte wilde Regenbogenforellen sind grossartige Gegenüber am anderen Ende der Line. Später vertaten wir uns die Zeit damit, eine Handvoll steigende Forellen, in einem flach laufenden Abschnitt des Baches, mit der Trockenfliege zu reizen. Wie schön wirft sich doch eine Trockene! Nach diesem ganzen Rumgebolze mit den Streamern eine echte Wohltat. Bisse hatte ich auch, verwerten konnte ich keinen. H. ging es da etwas anders. Er kriegte doch den einen oder anderen Fisch ans Band und prägte uns dabei den Begriff „mittelgrosse“ Bachforelle für Bafos über 40cm ein. Gegen Abend erwischten Cousin D. und ich in einem langsam fliessenden Pool dann doch je einen Regenbock für die Pfanne. Diese sahen aber ganz anders aus, als die Jungfische unterhalb des Schonmasses… Die Fische machten etwas den Eindruck von „Besatzmaterial“. Flossen und Farbe i. O. nur diese Köpfe. Aber sie haben uns das Abendessen gerettet. Lecker, die Haut kross gebraten nach Müllerinnenart, dazu Salzkartoffeln & grüner Veltliner. Etwas spiessig, aber wie ich das genossen habe. Danke Koch. An diesem Abend verabschieden wir uns auch vom König. Es war echt toll, soviele Tricks und Tipps (und Streamers) zu erhalten. Freitags dann die Stunde der Wahrheit. Unser Zimmer und der Kofferraum sieht aus wie Chicago nach Kathrina (oder Trump nach Stormy Daniels). Wir stopfen unsere Sachen in die Taschen, bestücken unsere Mägen mit einem Leberkäse- Frühstück und machen uns auf den Weg, um dem schönen Wiesenbach Adieu zu sagen. Natürlich mit Rute. Die untere Grenze unseres Streckenabschnitts bildete ein Brücklein. Ich versuche zu unterwerfen, der dritte Wurf sitzt und Bamm… habe ich eine Bachforelle am Band, wie ich sie bei uns selten zu Gesicht bekomme. H. würde dafür den Begriff „mittelgross“ verwenden. Keine zweihundert Meter weiter oben schepperts gleich nochmal, nachdem ich nahe am gegenüberliegenden Ufer, knapp stromaufwärts einer Weide, den Streamer ablege. Mein Gott, was für ein Start in den Tag. Ich könnte gleich einpacken. Cousin D. gerät durch diesen Start meinerseits etwas unter Zugzwang, was sich darin äussert, dass er heute der Dekorateur der Weiden ist. Mir gelingt es erstmals, den ganzen Morgen mit demselben Vorfach und Streamer durch zu wedeln. Cousin D. hat auch seinen Peak und kommt zu Fisch. In einer imposanten Steigerung von der Bafo um 20 über eine Schönheit um die 35 verliert er dann den Fisch des Tages beim Rumnesteln am Feumer… Irgendwann wird es dann garstig, der Wind dreht auf und es beginnt zu Regnen. Nach einem letzten Fehlbiss (laut Hebeisen soll mit Rollwurf anschlagen, wer den Köder Stromabwärts zu sich fischt) ist die Luft raus. Wir verdrücken uns unter eine Brücke, rauchen Zigaretten und verabschieden uns vom Bach. Bleib wie du bist, lass dich nicht unterkriegen, bleibe Produktiv und lass nicht jeden an dich ran. Dem Pächter legen wir ähnliche Worte in die Ohren. Denn eine solche Perle gehört fast geschützt oder zumindest wohl behütet. Danke Gumpenkönig für alles inkl. Infos, Karten, Material und Mentalcoaching. Danke Cousin D. für die zweistimmigen Schnarchkonzerte, den Sambaschritt und die Tipps (ich gehe beim Rückschwung immer noch etwas tief...). Danke den Trollen, Elfen, Geistern und Göttern aller Schwäbischen Fliessgewässer sowie der Deutschen Brauzunft und natürlich: Danke dem Koch! I’m lovin it deftig. Bis bald, euer Horst
  12. twistern

    zwei inch (ca. 5cm) in braun mit 3-5gr.-Kopf geht prima. einfach gaaaanz schnell reagieren.
  13. Mozzi Löffel in Fliessgewässer

    Spinner waren bei mir top, Blinker flop... Tipp: Probier mal Gummi am Cheburaska. ca. 3inch mit 5-10gr. Viel Spass!
  14. Seeforelle 2017/2018

    Wunderschönes Bild! Merci.
  15. Seeforelle 2017/2018

    @WASABIsehr schöne Fische. E guete!
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