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CrazybutOK

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    Frischfleisch
  1. Show your trouts 2014

    Eines vorweg, ich bitte das doch äußerst bescheidene Foto zum Schluss des Beitrtags zu entschuldigen, dazu später mehr.... Jetzt aber zum eigentlichen Bericht, und ich grinse immer noch, wenn ich an dieses denkwürdige Fischen denke. Seit mittlerweile 20 Jahren befische ich einen Baggersee, mit seinen überschaubaren 3 Hektar Wasserfläche nicht groß, auch nicht besonders tief mit maximal 4,5 Metern, aber sehr iddyllisch direkt an der Grenze zu Holland gelegen. Dort tummelt sich so ziemlich alles, was die Fischwelt in Deutschland so zu bieten hat. Und da am ersten Mai das Wetter schön war, im Gegensatz zu dem was gemeldet war, entschloss ich mich, dann doch noch ein paar Stunden angeln zu gehen an besagtem kleinen See, dem Görsee in Anholt. Ich packte also das Angelzeug kurzentschlossen in das Auto und fuhr die paar Kilometer bis an den See. Abgesehen hatte ich es eigentlich auf Schleien, doch es sollte ganz anders kommen. Aber der Reihe nach: Ich montierte meine 17" Daiwa Harrier Match Rute, noch aus der guten alten Zeit und schraubte liebevoll die kleine Daiwa Tournament Z daran fest. Dazu eine kleine, schlanke Pose, eine Kombo aus Made und Mistwurm daran und ab ging es in die tiefen Bereiche des Sees. Wobei tief hier ja wirklich relativ ist. Ein paar Hände Grundfutter ausgebracht und ich nahm in meinem Stuhl platz. Es passierte erst mal gar nichts. Dann passierte überhaupt nichts und in der Folge noch etwas weniger, falls das möglich war. Jedenfalls genoss ich die Frühjahrssonne auch ohne einen Biss zu haben und freute mich auf die Abenddämmerung. Die verspricht dort eigentlich immer den ein oder anderen Biss. Bis dahin war noch Zeit und die Fische ließen mich weiterhin schmählich im Stich. Mittlerweile waren reichlich Brutfische über dem Futterplatz versammelt und machten sich recht deutlich an der Wasseroberfläche bemerkbar. Die Wassertemperatur betrug bereits fast 16 ° Celsius, was für die Jahreszeit eigentlich viel zu warm ist. Naja, die lieben Kleinen wollte ich eh nicht fangen, daher genoss ich weiterhin die reichlich vorhandene Natur. Plötzlich spritzten die Kleinfische mehrmals kurz hintereinander aus dem Wasser. Allerdings ohne die erwartete Begleitung von raubenden Barschen oder Hechten. Hmmm, dachte ich noch so, das ist komisch, irgendwas muss sie doch erschreckt haben. Jetzt ist es so, das in diesem See, der über recht gutes Wasser verfügt, ein Mal im Jahr Satzforellen ausgesetzt werden, zur allgemeinen Belustigung der älteren Vereinsmitglieder. Stichwort: Rentnerangeln! Von diesen ausgesetzten Dummerchen bleiben naturgemäß immer einige übrig, die nicht heraus gefangen werden. Ich dachte so bei mir, bevor ich so ganz ohne Biss nach Hause gehe, versuche ich dann doch lieber, eine dieser Forellen zu fangen, denn diese vermutete ich hinter den unsichtbaren Kleinfischerschreckern. Ich holte also schnell die Matchrute ein und montierte die Rolle an eine leichte Zexxer Spinnrute von Gamakatsu, die ich glücklicher Weise auch noch im Rutenrohr hatte. Den kleinen Twitchbait von Yamashita Maria knotete ich direkt an die 016er Hauptschnur und ab ging die Reise. Die Forellen, die ich erwarten konnte, waren halt die üblichen Portionsforellen, aber was solls. Und gleich der zweite Wurf brachte mir einen Biss und kurz darauf die Landung einer solchen. Ich versorgte den Fisch und beschloss, noch einige weitere Würfe zu machen, vielleicht ist ja noch ein Bruder oder eine Schwester unterwegs. Einige Würfe später gab es dann einen völlig unerwarteten, ziemlich heftigen um nicht zu sagen brutalen Einschlag auf den Wobbler. Der Fisch riss die Mono wie ein gehaktes U-Boot von der Rolle und mir war sofort klar: DAS ist keine Satzforelle! Ich vermutete zunächst einen mittelprächtigen Hecht als den Übeltäter, aber dafür war die Flucht zu konstant und auch deutlich zu lang. Sollte denn echt ein Karpfen auf den Wobbler geknallt sein? Da ich in diesem See schon die verrücktesten Dinge beim Angeln erlebt habe, wollte ich das nicht ausschließen, so unglaubwürdig es auch erscheinen mag. Wie auch immer, mein unbekannter Gegner stoppte irgendwann nach 60 oder 70 Metern die erste Flucht und ich gewann ein paar Meter zurück, ohne ihn jedoch zu Gesicht zu bekommen. Es folgten noch etliche weitere Fluchten, und ich hatte echt in den ersten Minuten keine Chance, die Kontrolle über den Fisch zu gewinnen. Vor allen Dingen machte mich nervös, dass ich immer noch nicht wusste, was ich da überhaupt am Haken hängen hatte. Der Fisch kämpfte jedenfalls wie ein Berserker. Und doch wurden seine Kreise langsam kleiner und als ich meinen Gegner das erste Mal sah, traute ich meinen Augen kaum. Es war DOCH eine Forelle und schließlich schlossen sich die Maschen meines Keschers um sie und ich hob sie an Land. Es ist für mich immer noch unfassbar, über welche Kräfte diese Portionsforellen verfügen. Vorausgesetzt, sie werden eben nicht sofort gefangen und bleiben einige Jahre im See.... Dieser hier war genau das gelungen und sie war zu einem echten Brocken herangewachsen. Das Maßband zeigte genau 60cm und die Waage blieb bei 2850 Gramm stehen. In ihrem Magen fand ich drei kleine Rotaugen.... Wie zu sehen ist, befindet sich der Fisch in ausgezeichnetem Zustand und das, obwohl ihm ein wohl schon vor längerer Zeit abgerissenes Schnurende aus dem Maul hing. Ich denke, dass es wohl ein 025er "Tau" war, aber der Angler, der sie wohl mal gehakt hatte, wusste wohl nicht, dass seine Rolle eine einstellbare Bremse hat... Leider hatte ich mein Handy zu Hause gelassen und auch keinen anderen Fotoapparat dabei, sodaß nur dieses bescheidene Bild herhalten muss, dass ich dann im Garten zu Hause gemacht habe. Ich bitte das zu entschuldigen, wollte euch aber die Geschichte trotzdem nicht vorenthalten. Gemeinsam mit Vereinskollegen hatte ich schon öfter darüber gesprochen, dass bestimmt die ein oder andere Forelle nicht gefangen oder von den Hechten gefressen wird und im See bleibt und einfach wachsen kann. Diese Theorie ist hiermit wohl eindeutig bewiesen, denn es wurden immer nur kleinere Forellen ausgesetzt. Wie auch immer, das ist für mich aus stehenden Gewässern ein neuer PB Regenbogenforelle und ich denke, sie wird es auch noch lange bleiben. Vielleicht für immer, aber wer weiß das schon. Das Feuerzeug ist ein BIC in der Standardgröße, dass ich für Größenvergleiche dazu gelegt habe. Ich hoffe, dass euch die Geschichte das miserable Foto verzeihen lässt. mfg Peter p.s. Hier das Gerät, mit dem der Fang glückte: Rute: Gamakatsu Zexxer s63ml Rolle: Daiwa Tournament-z 2500c Schnur: Gamakatsu G-Line uv-cut 016er Köder: Maria Yamashita MJ-1 S50SP, Farbe: WSG
  2. Welches Rig und wieso genau dieses Rig

    Nur mal so zum Nachdenken über die unterschiedlichen Rigs und ihre Rechtfertigung und Einsatzmöglichkeiten: Es gibt, wie hier im Thread ja hinlänglich beschrieben, mittlerweile ganze Legionen von unterschiedlichen Rigs für eigentlich jede mögliche Rahmenbedingung. Manche von ihnen erfüllen ihren Sinn, manche vielleicht auch nicht. Ich bin davon überzeugt, dass die meisten Karpfenangler oft gar nicht wissen, für welche spezielle Situation das Rig, dass sie gerade fischen, eigentlich mal erdacht worden ist... Meiner bescheidenen Meinung nach ist jedes Rig ein gutes Rig, das nicht zu Vertüdelungen beim Wurf neigt ( es sei denn, man kann die Montagen rausrudern oder ablegen ) und das den Fisch sicher hakt. In den allermeisten Fällen ist es viel wichtiger, ein Gewässer richtig lesen zu können und den gesunden Menschenverstand einzusetzen, als ein ganz bestimmtes Rig zu verwenden. Wer kann den heute noch wirklich mit einer Lotrute den Gewässerboden abklopfen? Wer macht sich noch Gedanken darüber, wo die natürlichen Fress-Straßen und -Plätze der Karpfen liegen? Wie viele der "modernen" Karpfenangler verlassen sich auf ihre hochkomplizierten Rigs und den unschlagbaren Superboilie und lassen dabei die Grundlagen außer Acht? Hierzu mal eine kleine Anekdote von meinem Vereins-See. Szenario: Kleiner See mit 2,7 ha, hervorragender Karpfenbestand, eigentlich viel zu viele und auch große Fische für das Gewässer ( Ich schätze um die 150 Karpfen plus ein paar Graser ). Der Verein hat etwa 15 reine Karpfenangler, die sehr intensiv fischen. Ich denke, dass alle Karpfen schon etliche Male gefangen wurden... Nachdem ich selber früher für einige Jahre ein reiner Karpfenangler war, fische ich heute nur noch sehr selten darauf, sondern eher auf die Hechte und Aale in dem See. Immer öfter hörte ich von den Karpfenanglern, dass sie kaum noch Fische an die Haken bekamen, egal welche Köder und welches Rig zum Einsatz gekommen waren. Übereinstimmend berichteten mir die Kollegen weiterhin, dass die Futterplätze fast immer sauber leer gefressen waren, die Hakenköder jedoch unberührt geblieben waren. ( Der See ist in weiten Teilen sehr flach, sodass man das echt gut kontrollieren kann. ) Ich habe mir die Montagen/Rigs/Köder der Kollegen angeschaut und darüber nachgedacht. Als ich glaubte, die Lösung gefunden zu haben, habe ich mich im letzten Jahr für einen dreitägigen Ansitz mit drei meiner Vereinskollegen verabredet. Wir haben alle mit den gleichen Ködern gefischt, eine Rute mit Frolic, eine mit einem Ananas-Boilie. Die Plätze wurden ein Mal am Tag getauscht, um Chancengleichheit zu gewährleisten. Das Resultat war eindeutig, hier die Ergebnisse insgesamt: - Meine drei Mitangler fingen in den drei Tagen zusammen 8 Karpfen bis 22 Pfund. - Mein eigenens Ergebnis waren 31 Fische, darunter der größte Spiegler des Sees mit 36 Pfund und ein Schuppi von 33 Pfund. Was habe ich anders gemacht und warum? Ich habe darüber nachgedacht, warum die Futterplätze leer gefressen, die Hakenköder jedoch ignoriert wurden. Aus langjähriger Erfahrung weiß ich, dass Karpfen in Gewässern mit sehr starkem Befischungsdruck extrem vorsichtig werden. Sie schwimmen auf den Futterplatz und wedeln ein paar Mal kräftig mit der Schwanzflosse. Alles, was dabei fortgespült wird, wird gefressen. Alles, was aufgrund der kurzen und oft steifen Rigs liegen bleibt, wird nicht gefressen. Meine Lösung: Ich verwendete Haarmontagen an extrem langen Vorfächern mit ca. 80cm Länge aus einem extrem weichen Geflechtmaterial. Da bei einer solchen Länge die Selbshak-Montage nicht mehr funktioniert, verwendete ich eine Durchlaufmontage. Dabei bekam ich nicht die sonst typischen Fluchtbisse, sondern die Karpfen namen die Köder auf und schwammen einfach seelenruhig fressend weiter. Solche Bisse hören sich dann auf den Piepern etwas ungewohnt an, fast wie die Anfasser von Brassen oder großen Rotaugen. :-) Natürlich muss bei dieser Art zu fischen ein Anschlag erfolgen, weil sich der Fisch ja nicht selbst hakt. Man sollte auch stets direkt bei den Ruten sitzen, damit der Fisch bei fehlendem Selbsthakeffekt nicht tief schlucken kann! Damit die Kollegen meinen Trick nicht gleich bemerkt haben, habe ich meine Rigs mit einer PVA-Schnur durch zusammen legen auf eine "normale" Länge verkürzt. Die dummen Gesichter meiner Kollegen, als ich einen Fisch nach dem anderen landen konnte, werde ich wohl nie wieder vergessen. *gg* Natürlich habe ich ihnen zum Schluss meine Methode gezeigt und das Erstaunen war groß. Was ich mit dieser Geschichte eigentlich sagen möchte: Es gibt nicht DAS beste Rig oder DEN unschlabbaren Köder. Erfahrung und Menschenverstand sind jedoch ein großer Vorteil. Meiner Meinung nach gibt es nur ein Rezept, das eigentlich überall funktioniert: Wenn du fangen willst, denke über das nach, was du tust und angle anders als alle Anderen es tun! In diesem Sinne..... Peter
  3. Bevor ich meinen Senf dazu gebe, möchte ich nur kurz sagen, dass mir die Art, wie hier im Forum Diskussionen geführt werden, ausgesprochen gut gefällt. Jetzt zum Thema: Naturköder waren für mich der Beginn der Angelei, und sie haben mich auch nie ganz losgelassen. Ob auf Friedfisch mit Maden, Mais, Würmern und Brot, oder auf Raubfisch mit Köderfischen oder Fischfetzen, ich habe erfolgreich damit gefischt und fische teilweise auch heute noch mit diesen Ködern, allerdings meistens mit deutlich ausgeklügelteren Montagen, von wenigen Ausnahmen abgesehen, dazu später mehr.... In meiner Jugend befischte ich die Bocholter Aa, einen kleinen Fluss mit damals exzellentem Barschbestand und auch vielen mittelgroßen Hechten. Gerade die Barsche haben Meppsspinner geliebt und auch die kleinen Rappala Wobbler, die es damals schon in unseren Angelgeschäften zu kaufen gab. Aber: die wirklich großen Egli und Hechte fing ich und auch die meisten anderen auf Naturköder. Mein größter Hecht an diesem Fluss und den umliegenden Seen mit Kunstköder war ein 83er auf einen Effzett-Blinker im See. Auf Köderfische ( in den ersten Jahren waren noch lebende Köderfische erlaubt, später dann natürlich tote Köderfische ) habe ich schon reihenweise Meterhechte gefangen. Ähnlich geht es mir bei den Zandern, viele kleine und mittlere auf Kunstköder ( Gufis, Wobbler und Spinnfliegen ), die wirklich dicken auf tote Köderfische aufliegend auf Grund. Völliig auf Naturköder verzichte ich generell, wenn ich in Salmonidengewässern fische. Da muss dann die UL-Spinne oder die Fliegenpeitsche ran, immer ohne Widerhaken und bei Wobblern und Spinnern/Blinkern mit Einzelhaken. Hier sehe auch ich die Gefahr, mit Naturködern zu viele der ohnehin knappen Edelfische zu verangeln. Ich entnehme hier auch sehr selten mal einen Fisch, meistens dann, wenn er trotz der Vorsichtsmaßnahmen verangelt ist. Meiner Meinung nach haben sowohl Kunstköder als auch Naturköder nach wie vor beide ihre Berechtigung. Eines nehme ich mir aber immer sehr zu Herzen: Behandle deinen Fang so schonend wie möglich, egal mit was du angelst. Viele Fische lassen sich schon im Wasser enthaken und ich muss nicht mal meine kapitalen Fänge unbedingt fotografieren. Ich weiß ja, was ich gefangen habe, und was nicht. Ohnehin zeige ich nicht unbedingt gerne meine ( releasten ) Fänge vor, damit ein anderer anhand des Fotos erkennt, wo sie gefangen wurden und sie anschließend "verkochtopfangelt". ACHTUNG: Ich habe nichts gegen eine maßvolle und sinnvolle Verwertung eines gefangenen Fischs, ich selber nehme auch den ein oder anderen für die Pfanne oder den Räucherofen mit. Ich glaube, dass mehr Fische an verletzten Schleimhäuten sterben, als an Verletzungen durch tief geschluckte Haken! Noch ein paar Gedanken zur der Theorie, dass beim Fischen mit Naturködern viele Fische durch zu tiefes Abschlucken verenden: Wenn ich mit Wurm auf Forellen fische und bei einem Biss ewig lange warte mit dem Anschlag, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, den Fisch zu verangeln. Gleiches gilt selbstverständlich, wenn ich mit toten Köderfischen mit mehreren Drillingen bestückt, auf Hecht oder Zander fische. Wenn allerdings ein Fisch einen Wobbler mit 3 Drillingen voll inhaliert hat, oder einen Gummifisch mit ein oder sogar zwei Stingern sind seine Überlebenschancen auch eher gering... Es ist aber meistens gar nicht nötig, mit dem Anschlag zu warten, wenn entsprechend gute Montagen verwendet werden. Ich behaupte mal, dass hier im Forum KEINER mit so großen, toten Köderfischen auf Hecht angelt wie ich. Trotzdem warte ich bei einem Biss nicht, sondern zähle, wenn die Schnur läuft bis drei und schlage dann an. 8 von 10 Bissen kann ich verwerten, ich angle NICHT mit Drillingen, sondern mit drei großen Einzelhaken an einem selbst gebauten System. Von all meinen damit gefangenen Hechten musste ich bis jetzt einen einzigen (!) abschlagen, dem war im Drill ein Kiemenbogen durch einen Haken gebrochen. Alle anderen schwimmen wieder und etliche Wiederfänge belegen mir, dass sie alles gut überstehen. Ich verwende übrigens Haken der Größen 3/0 bis 8/0! Einer im Kopfbereich, einer in der Mitte und einer im Schwanzwurzelbereich. Nur für die, die es interessiert: Wo erlaubt, angle ich mit Forellen zwischen 500 und 1000 Gramm, wo nicht verwende ich am liebsten Brassen nicht unter 40cm. Fast immer gelingt es mir, die Fische im Maulbereich zu haken und so die Fische nicht zu verangeln. Und wenn ich dann doch mal einen schönen Biss versemmle, dann sterbe ich nicht daran ( Der Fisch übrigens auch nicht... ). Diese Art der Fischerei ist übrigens sehr selektiv, schon durch meine Köderwahl. Ich fange wenige Hechte, aber dafür fast immer echte Granaten. :-) Damit beginne ich erst dann, wenn die ersten Bodenfröste die Gewässer deutlich abgekühlt haben und dann bis zum Beginn der Schonzeit. In meinen Gewässern der 15. Januar. Inspiriert zu dieser Angelei hat mich ein englischer Hechtpapst, einziger Unterschied ist der, dass er mit lebenden Brassen gefischt hat. An meinem Angelplatz liegt eine angefeuchtete Abhakmatte und ein entsprechend großer Karpfenkescher mit einem ausgetauschtem, gummierten Netz immer schon bereit, bevor die Köder ausgelegt werden... Naturköder oder Kunstköder sind es meiner Meinung nach nicht, die den Unterschied machen. Der Unterschied entsteht, wenn verantwortungslose Angler und verantwortungsbewusste Angler sich gegenüber stehen. Respekt gegenüber den Fischen, faire Behandlung derselben und eine verantwortbare Entnahme sind es, die unser Hobby ausmachen. Der abgeschlagene oder aufgrund schlechter Behandlung verendete Großfisch vermehrt sich jedenfalls nicht mehr, egal, ob mit Kunst- oder Naturködern gefangen. Wenn das für mich bedeutet, dass ich auf einen fängigen Naturköder verzichten muss, um keine Fische zu verangen, dann mache ich das. Wenn nicht, dann greife ich immer noch gerne auf Naturköder zurück, insbesondere dann, wenn es um kapitale Hechte, Zander und Aale geht. Weiterhin respektiere ich aber auch, wenn andere Fischer nur mit KuKös fischen, oder nur mit der Fliege ans Wasser gehen. Was mich wirklich wahnsinnig macht ist, wenn Fische nicht ordnungsgemäß behandelt werden, sinnlos abgeschlagen werden oder einfach respektlos behandelt werden. In diesem Sinne Peter
  4. Karl Ranseier ist tot!

    Der wohl erfolgloseste Angler aller Zeiten starb gestern bei dem Versuch, einen weißen Hai von 6 Metern Länge zu fangen. Er hatte gehört, dass diese auch Menschen auf ihrem Speisezettel haben, und sich nach Freiwilligen umgesehen, die sich als Köder zur Verfügung stellen. Erwartungsgemäß war niemand bereit, in diesem Pilotversuch als Proband zu dienen. Daher hängte sich Ranseier selbt an eine Montage mit 6(!) Haihaken 14/0. Zuverlässigen Berichten zufolge soll er an der australischen Küste tatsächlich einen Biss gehabt haben, der einzig nachweisbare während seiner 40-jährigen Karriere als Angler, jedenfalls läßt sich das aus seiner jetzigen körperlichen Verfassung schließen. Ranseier verlor beide Beine und einen guten Teil des restlichen Körpers, er verstarb, noch bevor er den anwesenden Zeugen berichten konnte. Ranseier begann seine Karriere als erfolglosester Angler aller Zeiten schon in frühester Jugend. Er hatte "Der alte Mann und das Meer" gelesen und versuchte fortan, in den Gräben und Seen seiner Heimat, Ostfriesland, mit sehr begrenztem Erfolg, einen Marlin zu erbeuten. Ranseier perfektionierte dabei das Schleppfischen mit Thunfischen als Köder vom Ufer aus, ohne jedoch jemals seinen Zielfisch zu Gesicht zu bekommen. Ihn ärgerten zwar die dummen Sprüche, wenn er mal wieder mit stoischer Ruhe mit seiner Rute, IGFA-Klasse 260lbs, kilometerlang die Thunfische durch die Gegend schleppte, aber seiner Hartnäckigkeit tat das bis zu seinem 40sten Lebensjahr keinen Abbruch. An eben diesem 40. Geburtstag bekam Ranseier eine Fliegenrute samt Rolle, Schnur und Trockenfliegen geschenkt. Auch wenn Ranseier es zu einem Meister des Werfens gebracht hat, er hat auch bei dieser Angelart keinen einzigen Fisch gefangen. Sein Hauptproblem lag darin, dass die schönen Trockenfliegen nass wurden, sobald sie auf das Wasser fielen. Jedesmal musste er sie sofort wieder einholen und umständlich trocknen. Extra für diesen Zweck erfand Ranseier den ersten akkubetriebenen Trockenfliegenfön. Stunden um Stunden fönte Ranseier seine Fliegen trocken. Das ärgerte ihn dermaßen, dass er das "Boots-Fliegenfischen" erfand. Fortan servierte er seine Trockenfliegen auf eigens entwickelten kleinen Plastikbooten. Seit diesem Tag benötigte Ranseier seinen Fön nicht mehr, ohne dass der Erfolg dieser revolutionären Angelmethode jemals dokumentiert wurde. Als Karl Ranseier 53 Jahre alt war, musste er diese Art des Fischens leider einstellen. Er verlor seinen rechten Arm bei dem Versuch, in Kanada einen Grizzlybären zu enthaken, den er bei einem missglückten Wurfversuch an den Lachsblinker bekommen hatte. Ranseier zufolge sei der Drill des Kolosses jedoch ein ihm unvergessliches Erlebnis gewesen. Aus der Not heraus erfand Ranseier daraufhin das beidfüßige Brandungsangeln. Diese ungewöhliche Angelmethode sorgte in den Folgejahren für erstaunte Blicke an den Stränden von Weißenhaus und Westermakelsdorf. Leider gelang es Ranseier trotz größter Anstrengungen nicht, seine Ruten vorwärts auszuwerfen, und so landeten seine Köder nicht auf der zweiten Sandbank, sondern hinter der zweiten Sanddüne. Seine einzige Beute war in den letzten Jahren seines Lebens demzufolge nur ein zufällig vorbei streunender Golden Retriever, der sich in Ranseiers Monatage verheddert hatte. Zu Ranseiers größtem Bedauern wurde dieser Fang nicht als IGFA-Weltrekord in der Schnurklasse bis 30lbs anerkannt, da der Hund nach Zeugenaussagen nicht ordnungsgemäß gehakt worden war. Ranseier hat das bis zu seinem plötzlichen und unerwartetem Tod nie verwinden können. Wir verlieren in Karl Ranseier einen geschätzten und unermüdlichen Kollegen, dessen Lücke so schnell niemand schließen können wird. Unsere Zunft hat einen ihrer ganz Großen verloren!
  5. Schluss mit dem China-Schrott...

    So, ich bin zwar noch neu hier, aber hier MUSS ich einfach meinen Senf dazu geben, zumal ich sowohl aus privaten, als auch aus beruflichen Gründen weiß, worüber ich spreche: Es geht ja hier in erster Linie um die Qualität von Stationärrollen. Ganz ohne jeden Zweifel sind nahezu alle wirklich guten und vor allen Dingen dauerhaft belastbaren Rollen "made in Japan". Es gibt ja mit wenigen Ausnahmen kaum noch Rollen, die nicht entweder in China oder eben in Japan gebaut werden. ( Ich schließe hier die Vollmetall-Rollen von Penn ausdrücklich aus, die werden zwar in China gebaut, sind aber trotzdem extrem belastbar und auch bezahlbar! Das gleiche gilt für einige Ryobi Modelle, wie die Arctika oder die Zauber. ) Abu Garcia baute früher in Schweden, heute in China. Die letzte Stationärrolle von Abu, die in Schweden gebaut wurde, waren die "Sörön-Modelle". Auch diese werden meines Wissens nach mittlerweile in China gebaut. Shimano lässt die "günstigeren" Modelle in Malaysia oder in Thailand bauen, ab der "Vanquish", hier in Deutschland für knapp 400,- Euro erhältlich, ist alles made in Japan. Bei früheren Modellen, wie Stradic bis zur FC-Serie oder Twinpower bis FC-Serie wurden Teile in Malaysia und Teile in Japan gefertigt, dazu später mehr. Daiwa baut in China, Thailand und Japan. Die günstigsten Serien in China, die besseren in Thailand, ab Certate aufwärts in Japan. Dazu kommen immer wieder mal Sondermodelle, wie die "Bradia", die ebenfalls in Japan gebaut wurden. Penn baut mittlerweile fast alle Stationärrollen in China, sogar das Spitzenmodell, das meiner Meinung nach vollkommen überteuert ist! Die alten Slammer und Spinfisher, die Sargus und auch die neuen Vollmetall-Modelle sind meiner Meinung nach im mittleren Preissegment mit das Beste, was für Geld zu bekommen ist. Absolut unverwüstlich. Shimano und Daiwa setzen seit einigen Jahren immer stärker auf Leichtbauweise, also nicht länger Vollmetall-Gehäuse, sondern Kunststoff/Metall-Hybride. Bei Daiwa heißt das Zaion, bei Shimano CI4. Was die Haltbarkeit unter starker Belastung angeht, hat hier Daiwa klar die Nase vorne, ich weiß nicht, wie viele Shimano Rollen ich nach relativ kurzer Zeit wegen ausgeschlagener Lager oder deutlichen Laufgeräuschen, oder oder oder einschicken musste, da ist der Anteil von Daiwa Rollen deutlich kleiner. ABER: Jede Leichtbaurolle, egal von welchen Hersteller, hat nicht die gleiche Lebensdauer wie eine Rolle, die ein Vollmetall Gehäuse hat, weil einfach unter Belastung die Verwindungssteifigkeit fehlt! Ich kann euch allen nur folgenden Rat geben: - Lasst die Finger von ganz billigen Rollen, wenn ihr regelmäßig angeln geht, ihr werdet daran keine Freude haben. - Rollen im mittleren Preissegment gibt es viele gute, beispielsweise von Penn, Abu und Ryobi. Sie sollten zumindest beim Rollenkörper aus Metall sein, am ehesten lassen sich die Nachteile von Kunststoff bei Rotor und Spule verkraften. - Im gehobenen Preissegment sollte die Rolle auf jeden Fall in JAPAN gebaut sein und lasst euch da bloß nichts anderes erzählen, ich habe wirklich alles in der Hand gehabt, was der Rollenmarkt weltweit hergibt. ( Vergesst z.B. die Revo Neos von Abu, made in China und meiner Meinung nach unter Belastung einfach nur (teurer) Schrott... ) - Wenn die Rolle starken Belastungen ausgesetzt ist, sollte sie ein Vollmetall-Gehäuse haben. Da geht kein Weg dran vorbei, auch wenn die Rolle dann ein paar Gramm mehr wiegt! Damit fallen viele an sich gute Rollen selbst von namhaften Herstellern heraus, wie die neue Caldia, die Biomaster, die Vanquish, die Ballistic usw. So, da bleiben also eigentlich nur super teure Rollen, wie Saltigas, Stellas usw. übrig, oder? NEIN! Obwohl ich selber einige Jahre in Angelgeschäften gearbeitet habe, fische ich selber sehr viele Rollen, die sich einfach als unverwüstlich erwiesen haben. Viele meiner Rollen sind älter als 10 oder 15 Jahre, einige sogar noch älter, hier mal ein paar Beispiele: - Shimano Baitrunner 6500 US B, Freilaufrolle, absolut unkaputtbar im Süßwasser, einziges Manko ist die relativ bescheidene Schnurverlegung. Gebraucht in sehr guten Zustand sehr oft auf Ebay unter 90,- € zu bekommen. - Shimano Big Baitrunner Longcast LC, ebenfalls unverwüstlich, für ca. 110,- € in sehr gutem Zustand zu bekommen - Shimano Twin Power, alle Modelle von FA bis FC. Bei den FB und FC Modellen bitte darauf achten, dass auf dem Rollenfuß "made in Japan" steht, und nicht in Malaysia gefertigt. Je nach Größe zwischen 140,- und 200,- Euro gebraucht zu bekommen. - Daiwa Certate, blaues Modell mit Klappkurbel ( nicht das neue Modell mit Zaion und Mag Sealded!!! ), immer noch erst ab ca. 200,- Euro auf Ebay gebraucht - Daiwa Tournament Force, Vorläufer der Saltiga, Daiwa Tournament S 4000 HA, Daiwa Tournament SI Serie, Daiwa Tournament Z Serie, Daiwa SS Serie. Alles ehemalige Spitzenmodelle von Daiwa, alle made in Japan und mehr oder weniger häufig in gutem Zustand auf Ebay zu erwerben. Wenn diese Rollen ( bei mir ein Mal im Jahr ) gepflegt werden, kann man damit nicht nur ein ganzes Anglerleben fischen, sondern es macht sogar richtig viel Spaß! Und man kann sie sogar ohne größeren Verlust jederzeit wieder verkaufen, denn sie sind gefragt und sie werden es auch bleiben. Eben weil sie nicht kaputt gehen! Gruß Peter
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