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    Flussneunauge


    Flussneunaugen sind Vorfahren der Fische. Sie haben einen aalähnlichen, schuppenlosen Körper (maximal 20 bis 40 cm lang), mit einer zweigeteilten Rückenflossen und ein kieferloses Saugmaul. Die sieben seitlichen Kiementaschen ergeben zusammen mit der Nasengrube und den Augen den Eindruck von neun Augen, daher der Name. Flussneunaugen verfügen nicht über eine Schwimmblase.

    Die erwachsenen Flussneunaugen leben als Ektoparasiten im Meerwasser. Sie saugen sich vor allem an Dorschen und Heringen fest und Raspeln mit den Hornzähnen Gewebeteile vom Wirt ab. Manchmal dringen sie dabei bis in den Leib ihrer Beute ein und töten diese dadurch.
    Die Larven ernähren sich dagegen als Filtrierer von Planktonorganismen und organischen Materialien, die aus dem Süßwasser aufgenommen werden (siehe unten).

    Fortpflanzung und Entwicklung [Bearbeiten]
    Die Jungtiere des Flussneunauges schlüpfen nach etwa zwei bis drei Wochen aus den Eiern in ihren Brutgebieten und graben sich dort in den schlammigen Boden ein. Sie werden Querder genannt und sind anatomisch von den ausgewachsenen Tieren verschieden. Zu den wichtigsten Larvalmerkmalen gehört ein Kiemendarm, mit dem sie Nahrungspartikel aus dem Wasser filtern können. Dafür stecken sie mit Ausnahme des Kopfes im Sediment und nehmen Plankton und organisches Material auf. Sie besitzen in diesem Stadium zudem keine Augen. Diese Larvenzeit dauert zwischen drei und vier Jahre, in denen die Tiere auf eine Länge von etwa 15 Zentimeter anwachsen. Danach kommt es zu einer mehrwöchigen Metamorphose, bei der sich der Kiemendarm in die Kiemen umbildet und sich die weiteren Merkmale der ausgewachsenen Tiere bilden.

    Die jungen Flussneunaugen wandern mit der Strömung zum Meer und leben dort bis zum Eintritt der Geschlechtsreife. Sie halten sich vorwiegend im flachen Küstenbereich auf. Anders als die größer werdenden Meerneunaugen sind Flussneunaugen in der Lage, Haut- und Muskelstücke von ihren Opfern abzuraspeln. [1]. Zu den Fischen, die von Flussneunaugen befallen werden, zählen Heringe und Dorsche.

    Die geschlechtsreifen Flussneunaugen fressen nicht mehr. Sie wandern im Herbst flussaufwärts und verpaaren sich nach einer Winterruhe zwischen Februar und Mai, um nach dem Ablaichen zu sterben.

    Während des Larvenstadiums (ca. 6 Jahre) ist das Flussneunauge bis auf den Saugmund im Grund versteckt, blind und zahnlos. Es filtert während dieser Zeit organische Stoffe aus dem Wasser. Nach der Metamorphose zieht das Flussneunauge ins Meer.

    Flussneunaugen leben in den Flüssen Europas und den angrenzenden Meerregionen. In der Schweiz gelten Flussneunaugen als ausgestorben. Im östlichen Mittelmeer und Schwarzen Meer gibt es ebenfalls keine Flussneunaugen und daher auch nicht in der Donau.

    Von Viola

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